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Mi, 13:05 Uhr
31.08.2005

Etwas positiv

Nordhausen (nnz). Ende eines jeden Monats lädt die Arbeitsagentur zum „Tag der Wahrheit“. Da werden die aktuellen Arbeitsmarktzahlen bekanntgegeben. Wie es in Sachen Arbeit und Ausbildung im Landkreis aussieht, berichtet die nnz.


Dr. Simone Simon, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur, ist leicht optimistisch. Sie kann eine etwas positive Entwicklung vermelden, da sich im Monat August weniger Menschen arbeitslos gemeldet haben. Generell möchte sie daran zwar noch keine positive Wirtschaftsentwicklung sehen. Es sei vielmehr so, daß die Auftragslage in den Unternehmen stabil ist und der Personalbestand gehalten werden könne. 3.380 Menschen meldeten sich arbeitslos, das sind 750 weniger als im Juli. Dazu trägt die günstigere Lage im Baugewerbe und der Metallindustrie bei. Im gleichen Zeitraum meldeten sich 3.703 Personen als wieder in Arbeit, was allerdings 250 weniger sind als im Juli, aber 200 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Von Januar bis August wurden der Arbeitsagentur 6.357 Stellen gemeldet. Das sind 1.326 mehr als 2004. Was Dr. Simone Simon am meisten bedauerte, ist die Tatsache, daß davon nur 3.401 Jobs sozialversicherungspflichtig waren, 1.473 weniger als vergangenes Jahr. Die Zahl der geringfügigen Beschäftigungen stieg um 40 % auf 2.514 Jobs. Während die Arbeitsagentur noch ein relativ gutes Angebot an beitragspflichtigen Jobs anbieten kann, von 420 gemeldeten Stellen unterliegen 389 der Sozialversicherungspflicht, sieht es in der Arge Nordhausen dürftig aus. von 267 Stellen sind nur 51 sozialversicherungspflichtig, 216 sind Arbeitsgelegenheiten, besser bekannt als 1-Euro-Job. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen konnte im Bereich der Arbeitsagentur Nordhausen nicht verringert werden. Sie stagnierte bei 46,1 % oder 12.949 Personen, nur 329 weniger als im Vorjahr. Menschen, die mehr als ein Jahr aus dem Berufsleben heraus sind, haben weniger Chancen auf einen neuen Job. Ihr Wissen sei schnell überholt, außerdem seien besonders junge Menschen nach vielen Bewerbungen demotiviert, so Dr. Simon.

Der Anteil der jugendlichen Arbeitslosen steigt traditionell im Sommer, da Schule und Ausbildung ausläuft und viele Bewerber nicht gleich eine Arbeit oder Lehrstelle finden. Im gesamten Agenturbezirk sind 4.126 unter 25jährige ohne Job. Im Kreis Nordhausen 1.310. Auf die in diesem Jahr angebotenen1.938 Lehrstellen kamen 4.974 Bewerber. Aktuell suchen noch 988 Nordthüringer einen Ausbildungsplatz, aber es gibt nur 396. In Nordhausen direkt sieht das Verhältnis schlechter aus, da kommen fünf junge Leute auf einen Platz, im Gesamtbezirk nur 2,5 Bewerber pro Lehrstelle. Im Bau- und Baunebenbewerbe sind noch unbesetzte Ausbildungsplätze zu haben. 100 Stellen sind angeboten, aber nur 64 Jugendliche wollen in dem Bereich arbeiten. In Organisation und Verwaltung drängen die Lehrlinge. 152 versuchen einen der 36 Ausbildungsplätze zu bekommen. Die Geschäftsführerin der Arbeitsagentur rät den Bewerbern sich auf andere, aussichtsreichere Berufe umzuorientieren. Über den Firmenausbildungsverbund sollen noch 279 überbetriebliche Lehrstellen geschaffen werden. Ende September werden diese vergeben.

Generell als sehr gelungen schätz Dr. Simone Simon den neuen Telefonservice der Agentur ein. Etwa 80 % aller Anliegen ließen sich nach einer kurzen persönlichen Arbeitslosmeldung unkompliziert am Telefon regeln. In den anderen Fällen erhält ein Mitarbeiter der Arbeitsagentur vom Call-Center eine Mitteilung und kümmert sich dann binnen einer Woche um das Anliegen des Kunden. Auf diese Weise seien die Wartezeiten stark verringert worden.

Schlangestehen gebe es nur noch bei der Arge, nicht aber bei der Arbeitsagentur, wurde heute gesagt. Auch für Arbeitgeber wird ein ähnlicher Telefonservice eingerichtet. Durch den Erfolg der Arbeitsagentur bestätigt, will auch die Arge ihre Kunden in Zukunft am Telefon betreuen und plant, sich dem Call-Center in Sangerhausen anzuschließen.
Autor: wf

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