Schnee, Schnee, Schnee
Ein Dorf trotzt der weißen Macht
Dort, wo die schwere Technik noch nicht hingekommen ist, dort weiß man sich zu helfen: auf den Dörfern. Die nnz mit einem Beispiel an der Nähe zur Grenze nach Sachsen Anhalt...
Stemepda "räumt auf" (Foto: nnz)
Heute Morgen, kurz nach 8 Uhr bei minus 15 Grad in Stempeda. In den Nebenstraßen sind Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zugange, aber auch Anwohner, die kleine Fräsen, drei große Radlader, Lkw mit Container "aufgefahren" haben.
Sie alle wollen der weißen Pracht oder Macht - wie man es sieht - an den Kragen. Mit dabei, in einem der Radlader, der Ortsteilbürgermeister Riccardo Roßmell. Der freut sich, dass dem Aufruf der Gemeinde nicht nur die Feuerwehr oder ortsansässige Unternehmen gefolgt sind, sondern auch "normale" Einwohner. "Wir wollen den vielen Schnee einfach aus dem Dorf haben, denn bei einem einsetzenden Tauwetter, würden der Krebsbach und der Wolfsbach schnell über die Ufer treten", sagt der Meister der Stempedaer Bürger. Und so werden die Schneemassen mit Lkw und Traktor auf dem Sportplatz des Dorfes verteilt. Dort kann der Schnee tauen und als Wasser versickern.
Stemepda "räumt auf" (Foto: nnz)
Seitens des Nordhäuser Rathauses hatte Roßmell Anfang der Woche sofort Unterstützung erhalten. Die Stadtverwaltung wolle die Betriebskosten übernehmen und sorgt mit der Berufsfeuerwehr für die Verpflegung der Einsatzkräfte.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Kommentare
Checker
12.02.2021, 14:25 Uhr
Ein Dorf trotzt...
Hut ab vor diesem ehrenamtlichen Bürgermeister. Ich weis aus persönlicher Erfahrung das er es drauf hat die Massen mitzureißen.
Da kann sich unser Herr Buchmann gern eine Scheibe abschneiden.
Hector_Landers
12.02.2021, 14:35 Uhr
tauwetter....
.... das könnte nächste woche das nächste große problem für die stadt nordhausen werden.
ich hoffe, herr buchmann ist vorbereitet, wie immer!!!
geloescht.20220913
12.02.2021, 21:31 Uhr
Wohlstandsgesellschaft
Das Leben auf dem Dorf hat durchaus seine Vorteile. Während man in der Stadt aus der warmen Stube mit einem Käffchen in der Hand via Facebook noch immer nach dem Winterdienst schreit, schließlich hat man dafür ja einen Haufen Steuern bezahlt, heißt es vielerorts auf dem Land schon längst wieder: freie Fahrt.
Dort weiß man allerdings auch noch, was das Wort "Gemeinschaft" bedeutet, und dass alle was davon haben, wenn man manche Dinge halt selbst in die Hand nimmt und sich gegenseitig hilft, obwohl man einen "Haufen" Steuern bezahlt hat.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Bürgermeister Riccardo Roßmell und alle freiwilligen Helfer!
engel 1
13.02.2021, 10:49 Uhr
Herr OB Buchmann , was ist in Nordhausen los ???
Die Dörfer machen es Ihnen Herr OB Buchmann vor wie es geht . Auf was warten Sie denn??? Warten bis zum Sommer ,das ist Kostengünstiger als die Wege ,Straßen von Schnee zu beräumen. Es ist ein Armutszeugnis für die Stadt Nordhausen , das Krankenwagen ,Einsatzfahrzeuge freigeschleppt werden müssen .
Anonymus84
13.02.2021, 11:23 Uhr
Vergleiche sind ziemlich sinnlos...
Das hier einige Leute den Bürgermeister eines der kleinsten Gemeinde Nordhausens mit dem Bürgermeister der Kreisstadt vergleichen ist einfach sehr sinnbefreit. Aufgabengebiete und Pflichten sind für den BM Stempedas sicher nicht Ansatzweise so füllend wie die des OBM.
Zudem arbeiten die Leute der Stadtwerke und allen anderen Diensten seit Sonntag am Anschlag und schruppen Überstunden. Aber auch diese Kapazitäten sind irgendwann erschöpft. Genauso wie die Leute die dahinter stehen.
Die Straßen sind größtenteils geräumt. Bei den engen Gassen ist es nun mal kaum möglich mit Schneepflügen zu arbeiten da Gehwege und parkende Autos sonst zugeschoben werden. Es gibt für sowas einen 3-Stufen-Plan innerhalb des Stadtgebietes. Der wurde eingehalten.
b@st3l76
13.02.2021, 12:49 Uhr
Was kann OB dafür?
Schuld sind Sparmaßnahmen seitens des Landes an die Kommunen. Es ist seit 2012 mal wieder ein Winter mit viel Schnee. Auf Verdacht das Winter wird, kann es sich keine Gemeinde oder Stadt leisten, 20 Bauhofmitarbeiter und 10 Einsatzfahrzeuge mehr in Petto zu haben, nur um auf Eventualitäten vorbereitet zu sein. Warum klappt es auf kleinen Gemeinden besser? Weil der Zusammenhalt und die Gemeinschaft besser funktioniert. Wie ein Vorredner exakt beschrieben hat. Rauf auf die Strasse, weg vom Laptop und Handy und selber ran klotzen. Das war auch der Grund warum der Schnee zu DDR Zeiten uns nicht beherrschen konnte. Gemeinsamkeit und Zusammenhalt, anstatt warten bis der Schneepflug kommt. Da kann kein Mensch was für.
altmeister
13.02.2021, 14:35 Uhr
Prioritäten
Nun, so manches, was als besonders wichtig erachtet wird in NDH, ist wohl in der Wichtigkeit zu überdenken.
Nicht ganz unberechtigt ist da der Unmut einiger Bürger, dass der Rathausplatz in der Priorität ganz oben steht.
Natürlich ist auch in NDH, bei solch einer Schneemenge, so manche Hand besser an einer Schaufel als an einer Tastatur nötig. Ich habe hier allerdings gute Erfahrungen gemacht und viele fleißige Schneeräumer gesehen, gerade auch private, wenn ich mit meiner kleinen Technik und im Muskelkater verursachendem Schaufel- und Schiebebetrieb die Schneemassen vom Weg vor dem Grundstück, der Einfahrt und beim freilegen der Fahrzeuge entfernt habe.
Doch ich möchte zum Nachdenken anregen, wenn ich sehe, dass gerade Pflegeheime o.ä. mit Fahrzeugen nicht erreichbar waren. Die Bewohner und das Personal sind nicht in der Lage, selbst Hand anzulegen und da wäre es wirklich wichtiger gewesen mit der kommunalen Technik zu räumen. Den Rathausplatz hätten auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in einem beispielgebenden Einsatz beräumen können, die Fitnessstudios sind bekanntlich zur Zeit nicht nutzbar und so wäre das ein gesundheits- und fitnessfördernder Einsatz gewesen.
Es ist nun mal Winter, da ist mit Schnee zu rechnen, auch wenn die letzten Jahre nicht diese Menge da war.
Der Wetterbericht hat früh genug darauf hingewiesen und so wäre eine gute Planung durch die Stadt unter Einbeziehung nichtkommunaler Firmen möglich gewesen und hätte so manchen Ärger erspart. Da kann ich keine Entschuldigung oder Schönrederei akzeptieren, bei dem Chaos, welches nicht nötig war.
Paulinchen
13.02.2021, 16:21 Uhr
Egal wie...
... in nicht wenigen Straßen der Stadt, stehen total eingeschneite PKW. Durch die Witterung sind diese zu Dauerparkern mutiert, obwohl die Beschilderung da und dort auch auf die Straßenreinigung an bestimmten Wochentagen hinweist.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Schneebeseitigung mittels eines Schneepfluges effektiver wäre, wenn diese Fahrzeuge an den besagten Tagen, zu den angegebenen Zeiten, nicht mehr dort stünden. Am Ende provitieren davon dann die Stadt und die Fahrzeugbesitzer über den gewonnenen größeren Parkraum.
Leser X
13.02.2021, 16:51 Uhr
Gandalf
Das kann man allerdings schlecht vergleichen. Auf dem Dorf gibt es meist nur eine Haupt-, eine Kirch- und eine Dorfstrasse. In einer Stadt gibt es gaaaanz viele Straßen.
Salatrachen
13.02.2021, 17:17 Uhr
Eigenverantwortung ist gefragt!!!!
Schiebt dem OB und dem Landrat nicht alles in die Schuhe! Viel schlimmer sind die "Ja Sager" unter den Beiden die auf der Karriereleiter noch hoch wollen! Da ist viel Eigennutz und Bequemlichkeit im Spiel und gegeneinander Arbeiten. Bei solchen Wetterkapriolen ist sowas fehl am Platz genauso wie große Lagebesprechungen. Da muss angepackt werden und nicht gewartet bis es jemand anders erledigt. Von diesem "Steuer subventionierten Apparat "Namens Verwaltung kann man nicht mehr viel erwarten.Die meisten Handeln nur noch auf Anweisung und wenn die besagt das zb in der Rothenburgstraße das Schiebeschild oben bleibt und der Streuer aus dann ist das so ! Wie der Lkw oder der betagte Bürger über die Straße kommen ist doch egal. Diese Woche hat sich der Staatsapparat komplett die Hosen selbst runtergezogen. Da helfen nur private Arbeitseinsätze und der Amtsschimmel freut sich Einen .Es muss ganz dringend ganz frischer Wind in Alle Amtsstuben!!!!!!!
DDR-Facharbeiter
13.02.2021, 19:26 Uhr
Faule Ausreden lösen nicht die akuten Probleme.
Da hat Bastel recht:" Auf Verdacht, dass Winter wird, kann es sich keine Gemeinde oder Stadt leisten, 20 Bauhofmitarbeiter und 10 Einsatzfahrzeuge mehr in Petto zu haben, nur um auf Eventualitäten vorbereitet zu sein."
Jetzt ist die Eventualität eingetreten: Die Strassen sind so zu, dass Notfälle nicht oder nur mit Zeitverlust gerettet werden können .
Das ist der maximale Katastrophenfall, Leute !
Deshalb wurde im nnz-Forum mehrfach vorgeschlagen, dass man in in dieser Notsituation flexibel reagiert :
1. der Verantwortliche der Stadtverwaltung sollte den Verantwortlichen der Kreisverwaltung um Hilfe angehen und
2. Baufirmen und Landwirte sollten gebeten werden, mit ihrem schweren Gerät die Strassen freizumachen.
Warum das die Nordhäuser Stadtverwaltung nicht oder nur unter öffentlichem Druck tut, ist nicht verständlich.
Für Kindergarten-Spiele ist die Situation zu ernst.
Faule Ausreden lösen nicht die akuten Probleme.
geloescht.20220913
13.02.2021, 20:12 Uhr
@Leser X
In Nordhausen leben auch gaaanz viele Menschen, die mit anpacken KÖNNTEN. In keiner Gemeinde im Landkreis ist die Bevölkerungsdichte höher, als in NDH. Das kann man sehr wohl vergleichen.
Hector_Landers
13.02.2021, 20:53 Uhr
sesselpupser!!!!
was heißt denn hier bitteschön eigeninitiative? die, die danach schreien sind schlicht UNFÄHIG das RICHTIGE zu tun!!!! ein helmut schmidt hätte 3!!! telefonate gefürt (wie seinerzeit bei der flut), dann wär das ding gelaufen!!!
was haben wir stattdessen? einen OB (ex grüner), der in seiner blase lebt und niX, aber auch garniX gebacken kriegt.... und das ist nicht das erste mal!!!!
Leser X
14.02.2021, 09:08 Uhr
Nochmal gandalf
Glauben Sie denn, dass Stadtbewohner zu faul zum Schneeschippen sind? Sie tun es selbstverständlich. Auf dem Bürgersteig und vor Einfahrten und Garagen. Die Kritiken beziehen sich vor allem auf die Straßen und Plätze der Stadt. Und dafür ist nun mal die Kommune zuständig.
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