Fr, 08:00 Uhr
12.02.2021
BETRACHTET
Man muss nur wollen!
Gestern war ich mit meiner Frau im Stadtpark. Obwohl wir keinen Piepmatz erblickten, streuten wir Vogelfutter an Plätzen aus, die wir vorher schneefrei machten. Im Februar 2010 taten wir das aus gleichem Anlass: Dicke Schneedecke, kalter Winter. Etliche Vögel überlebten ihn damals trotz helfender Hände nicht. Zwei Mäusebussarde fand ich seinerzeit verendet im Park. Sie waren schlichtweg verhungert, wie das Veterinäramt nach Untersuchungen mitteilte...
Der aktuelle Spaziergang im Park erfrischte. Dank auch einiger gut geräumter Hauptwege. Die Freude trübte sich ein, als ich auf den Brücken stand, die über die Zorge führen. Kiloweise mit Salz bestreut, wateten wir durch das Salz-Schneegemisch, was jeden Schritt erschwerte. Das setzte sich teilweise auf Gehwegen in der Gerhart-Hauptmann-Straße bei Netto und auf den Bürgersteigen Richtung Aldi in der Bochumer Straße fort. Der Gang auf fester Schneedecke im Park war trittfest, der im Gematsche eine Last. Eine Beräumung nach Salzeinlage täte jedem Passanten gut, bevor klirrende Fröste ein wulstiges Etwas hinterlassen.
Ob bei Netto, Aldi oder anderswo: So mancher Kunde, der auf vier Rädern ankam, hatte seine liebe Not, sein Fahrzeug in der Spur zu halten. Hin und her Gekurve auf ungeräumten Parkplätzen. Schließlich wollte ich noch einen Bekannten in der Friedrich-Ebert-Straße besuchen. Schon beim Einblick gab ich auf. Wie soll hier ein Krankenwagen parken? Oder Leute von der Volkssolidarität und andere Helfer, die hier kranke und pflegebedürftige Menschen betreuen? Begegnen sich zwei Fahrzeuge, bleibt eines auf der Strecke.
Ich erlebte einen heftigen Streit um einen Parkplatz. In der Hardenbergstraße kommt jeden Tag eine nette Schwester und sieht nach einer älteren Dame, die medizinischer Hilfe bedarf. Die Betreuerin beabsichtigte, in einer noch freien Lücke einzuparken. Die aber hatte ein anderer für sich erkoren. Es folgte ein unschönes Wortgefecht.
Wenig später näherte sich ein kleines Transportfahrzeug aus Richtung Montessori-Schule, ein PKW von der Hesseröder Straße. Ein einander Vorbei war nicht möglich. Der Fahrer am Steuer des Transporters wollte daher, freundlicherweise, Raum schaffen, wich kurz in die Yorckstraße aus. Dort drehte sich der Wagen im Schneewust. Es dauerte eine Weile, bis er, rückwärts lenkend, wieder in die Spur der Straße und vorwärts kam, während der andere seine Karosse zurück Richtung Burgermeister steuerte. Es blieb nur diese Möglichkeit. Später kam der Schneepflug. Ergebnis: kaum spürbar! Es liegt zu viel Schnee. Der muss weg!
Das hier geschilderte Szenario könnte sich auch anderswo im Stadtgebiet abgespielt haben. Wie gestern in der hier beschriebenen kleinen Odyssee, die für mich schon eine große war. Spätestens jetzt bin ich bei Steffen Iffland, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat. Rathaus muss endlich aktiv werden forderte er gestern an dieser Stelle. Keine Müllabfuhr noch Sperrmüll- oder Wertstoffentsorgung in Nebenstraßen derzeit machbar. Schwierigkeiten bei Postzustellungen. Schwer zugängliche Wertstoffcontainer. Das Problem ist der Schnee. Ungewöhnlich ist das im Winter nicht, auch wenn dieser außergewöhnlich ist.
Mit dem weißen Chaos derzeit sieht sich die Stadt nicht zum ersten Mal konfrontiert. 1962/63 und 1978/79 stand sie vor gleichen Problemen. Man schaffte den Schnee einfach aus der Stadt. Betriebe und Einrichtungen halfen: mit Technik und Personal. Die Order kam von oben, was die Einsätze erleichterte. Mit Befehlen richtet es sich jetzt nicht mehr. Heute sind, bringt es Steffen Iffland auf den Punkt, Ideenreichtum und Initiativen angesagt.
Das heißt, formuliert es der Heimatforscher an die Adresse der Stadt mit OB Kau Buchmann, dass man Landwirte und Baufirmen anspricht. Die verfügen über Maschinen, Radlager, Schiebegeräte, Transportmöglichkeiten, die sie momentan auch nicht selbst benötigen. Ein Gespräch von Mann zu Mann würde wohl unbürokratische Hilfe bewirken. Die könnte auch vom Landkreis kommen, forderte man sie an. Ein Telefonanruf genügte. Die Schneefräse leistet gute Dienste, wie Beispiele in Harztor und Heringen bewiesen.
Ich vergebe der Stadt kein Armutszeugnis. Mitnichten. Sie legt ihre Hände nicht in den Schoß. Die Ergebnisse aber, meine ich, könnten noch sichtbarer sein. Ich schließe daher meine Betrachtung mit einem viel sagenden Satz Steffen Ifflands: Man muss im Rathaus nur wollen und persönliche Befindlichkeiten zurückstellen.
Kurt Frank
Autor: redDer aktuelle Spaziergang im Park erfrischte. Dank auch einiger gut geräumter Hauptwege. Die Freude trübte sich ein, als ich auf den Brücken stand, die über die Zorge führen. Kiloweise mit Salz bestreut, wateten wir durch das Salz-Schneegemisch, was jeden Schritt erschwerte. Das setzte sich teilweise auf Gehwegen in der Gerhart-Hauptmann-Straße bei Netto und auf den Bürgersteigen Richtung Aldi in der Bochumer Straße fort. Der Gang auf fester Schneedecke im Park war trittfest, der im Gematsche eine Last. Eine Beräumung nach Salzeinlage täte jedem Passanten gut, bevor klirrende Fröste ein wulstiges Etwas hinterlassen.
Ob bei Netto, Aldi oder anderswo: So mancher Kunde, der auf vier Rädern ankam, hatte seine liebe Not, sein Fahrzeug in der Spur zu halten. Hin und her Gekurve auf ungeräumten Parkplätzen. Schließlich wollte ich noch einen Bekannten in der Friedrich-Ebert-Straße besuchen. Schon beim Einblick gab ich auf. Wie soll hier ein Krankenwagen parken? Oder Leute von der Volkssolidarität und andere Helfer, die hier kranke und pflegebedürftige Menschen betreuen? Begegnen sich zwei Fahrzeuge, bleibt eines auf der Strecke.
Ich erlebte einen heftigen Streit um einen Parkplatz. In der Hardenbergstraße kommt jeden Tag eine nette Schwester und sieht nach einer älteren Dame, die medizinischer Hilfe bedarf. Die Betreuerin beabsichtigte, in einer noch freien Lücke einzuparken. Die aber hatte ein anderer für sich erkoren. Es folgte ein unschönes Wortgefecht.
Wenig später näherte sich ein kleines Transportfahrzeug aus Richtung Montessori-Schule, ein PKW von der Hesseröder Straße. Ein einander Vorbei war nicht möglich. Der Fahrer am Steuer des Transporters wollte daher, freundlicherweise, Raum schaffen, wich kurz in die Yorckstraße aus. Dort drehte sich der Wagen im Schneewust. Es dauerte eine Weile, bis er, rückwärts lenkend, wieder in die Spur der Straße und vorwärts kam, während der andere seine Karosse zurück Richtung Burgermeister steuerte. Es blieb nur diese Möglichkeit. Später kam der Schneepflug. Ergebnis: kaum spürbar! Es liegt zu viel Schnee. Der muss weg!
Das hier geschilderte Szenario könnte sich auch anderswo im Stadtgebiet abgespielt haben. Wie gestern in der hier beschriebenen kleinen Odyssee, die für mich schon eine große war. Spätestens jetzt bin ich bei Steffen Iffland, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat. Rathaus muss endlich aktiv werden forderte er gestern an dieser Stelle. Keine Müllabfuhr noch Sperrmüll- oder Wertstoffentsorgung in Nebenstraßen derzeit machbar. Schwierigkeiten bei Postzustellungen. Schwer zugängliche Wertstoffcontainer. Das Problem ist der Schnee. Ungewöhnlich ist das im Winter nicht, auch wenn dieser außergewöhnlich ist.
Mit dem weißen Chaos derzeit sieht sich die Stadt nicht zum ersten Mal konfrontiert. 1962/63 und 1978/79 stand sie vor gleichen Problemen. Man schaffte den Schnee einfach aus der Stadt. Betriebe und Einrichtungen halfen: mit Technik und Personal. Die Order kam von oben, was die Einsätze erleichterte. Mit Befehlen richtet es sich jetzt nicht mehr. Heute sind, bringt es Steffen Iffland auf den Punkt, Ideenreichtum und Initiativen angesagt.
Das heißt, formuliert es der Heimatforscher an die Adresse der Stadt mit OB Kau Buchmann, dass man Landwirte und Baufirmen anspricht. Die verfügen über Maschinen, Radlager, Schiebegeräte, Transportmöglichkeiten, die sie momentan auch nicht selbst benötigen. Ein Gespräch von Mann zu Mann würde wohl unbürokratische Hilfe bewirken. Die könnte auch vom Landkreis kommen, forderte man sie an. Ein Telefonanruf genügte. Die Schneefräse leistet gute Dienste, wie Beispiele in Harztor und Heringen bewiesen.
Ich vergebe der Stadt kein Armutszeugnis. Mitnichten. Sie legt ihre Hände nicht in den Schoß. Die Ergebnisse aber, meine ich, könnten noch sichtbarer sein. Ich schließe daher meine Betrachtung mit einem viel sagenden Satz Steffen Ifflands: Man muss im Rathaus nur wollen und persönliche Befindlichkeiten zurückstellen.
Kurt Frank

