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Di, 13:38 Uhr
23.08.2005

Nicht Ab-, sondern Malgründe

Nordhausen/Limlingerode (nnz). Es ist soweit, ab dem 27. August 2005 werden in der „Dichterstätte Sarah Kirsch“ in Limlingerode die Originalfarbholzschnitte von Petra Albrecht und gemalten Bilder von Karin Kisker ausgestellt. Dazu einladende Anmerkungen von Heidelore Kneffel.


Die beiden Künstlerinnen hatten die Werke zu einem Text Sarah Kirschs geschaffen, der den Titel „Kommt der Schnee im Sturm geflogen“ trägt. Die Poetin stellte ihre Dichtung dem Förderverein als Autograph zur Verfügung, er wird gleichfalls im Original zu sehen sein. Die Handschriften der Kirsch sind auch graphische Kleinode und bei Kennern also doppelt begehrt. Die drei Frauen kennen sich durch mehrere Begegnungen. Sarah Kirsch besuchte die beiden Künstlerinnen auch in ihren Ateliers. Sie schätzt deren künstlerischen Blätter und deren charakterliche Ausprägung. Da gibt es keine Beliebigkeit, und das zieht die Kirsch bei Menschen an.

Das Kunstbuch, das anlässlich des 70. Geburtstages der Autorin in diesem Jahr herauskam, beinhaltet neben den jetzt in der Dichterstätte ausgestellten Arbeiten noch je einen originalen Holzschnitt von Petra Albrecht, „die Eisschwalbe“, und eine farbige Zeichnung Karin Kiskers, die sich hundert Verszeilen Sarah Kirschs aussuchte und sie zu hundert Blätter gestaltete.

Just in der Woche, wenn in der „Dichterstätte“ in Limlingerode die HausART Nr. XII 3/2005 am Samstag (27.8.), 14.30 Uhr, eröffnet wird, erschien in der Deutschen Verlags-Anstalt München ein neuer Prosaband Sarah Kirschs, der den Text, der im Kunstbuch offiziell erstveröffentlicht wurde, als Titelgeschichte wiedergibt. Das Motto des Buches heißt: „So wie es Malgründe, Fischgründe gibt, muss es Schreibgründe geben. Weshalb ich schreibe, weshalb ich lebe fällt ja zusammen. Weil ich herausfinden will, was ich hier soll. Auf diesem seltsamen Planeten.“ Darüber erfährt man so manches in den 65 literarischen Miniaturen. Die Mitglieder des Fördervereins hat es freudig überrascht, dass auch der literarische Brief von Sarah Kirsch über die Eröffnung des Hauses zur Dichterstätte in den Band aufgenommen wurde.

Nach der Ausstellungseröffnung werden Gedichte von drei französischen Dichtern vorgetragen, von den Symbolisten Charles Baudelaire, Paul Verlaines und Arthur Rimbaud. Und, wer möchte, ist gegen 16 Uhr in die evangelische Kirche eingeladen, in der Pfarrer Nikolaus Flämig eine Andacht hält.
Autor: nnz

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