Mo, 13:10 Uhr
21.12.2020
IHK Erfurt: 2021 keine schnelle Erholung in Sicht
Unternehmen leiden stark unter zweitem Lockdown
Der Blick auf 2021 ist derzeit von enormen Unsicherheiten geprägt. Größte Herausforderung wird im kommenden Jahr zweifellos die Bewältigung der Corona-Pandemie sein. Auf außenwirtschaftlicher Seite müssen die Folgen des Brexit gemeistert werden...
Und auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Inland beeinflussen die konjunkturelle Entwicklung der regionalen Wirtschaft. So stehen im Frühjahr die Thüringer Landtagswahl und im September 2021 die Bundestagswahl an. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt rechnet deshalb erst im Laufe des Jahres 2022 mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau.
Für die Thüringer Unternehmen geht ein sehr schwieriges Jahr zu Ende. Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung haben die Wirtschaft in eine tiefe Rezession gestürzt, resümiert IHK-Präsident Dieter Bauhaus. Die Krise habe zum Teil erheblich Risse in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen, die sie aus eigener Kraft nicht schließen können.
So erwartete die Mehrzahl der Firmen für 2020 einen Umsatzrückgang. Jeder Zehnte rechne sogar mit Einbußen von mehr als 50 Prozent. Nach einer aktuellen Umfrage der IHK Erfurt würde rund die Hälfte der Unternehmen staatliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch nehmen oder plane, dies zu tun, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern. Die Betriebe machten demnach vor allem vom Kurzarbeitergeld Gebrauch (77 Prozent); sie nutzten aber auch die Überbrückungshilfe II und die Novemberhilfe (27 beziehungsweise 23 Prozent).
Für viele der betroffenen Unternehmen und Selbstständigen war der erste Lockdown schon mit erheblichen Folgen verbunden. Trotz erster Erholungstendenzen konnte sich der konsumnahe Sektor aber über den Sommer nicht vollständig erholen. Mit den derzeitigen Einschränkungen ist davon auszugehen, dass einige Geschäftsmodelle die Pandemie nicht überstehen werden, warnt Bauhaus. Damit sei ein Anstieg der Insolvenzzahlen 2021 vorprogrammiert.
Zweifellos habe die Corona-Krise das Wirtschaftsleben 2020 dominiert und andere Problemfelder, wie die zu Jahresbeginn schwierige Regierungsbildung nach der Thüringer Landtagswahl und die damit verbundene Unsicherheit für die Unternehmen in Bezug auf den wirtschaftspolitischen Kurs des Freistaates in den Hintergrund gedrängt. Zu nennen seien in diesem Zusammenhang auch die nach wie vor bestehende Fachkräfteproblematik oder die geopolitischen Risiken und verschärften Handelshemmnisse. Trotz der Pandemie sei hier dringender Handlungsbedarf geboten.
Verlässliche Vorhersagen zur wirtschaftlichen Entwicklung im kommenden Jahr sind momentan nahezu unmöglich. Eines ist jedoch sicher: Durch die aktuellen Einschränkungen wird sich der Erholungsprozess weiter verzögern. Das Vorkrisenniveau erreichen wir wohl erst 2022 wieder, prognostiziert der IHK-Präsident. Schließlich gebe es im nächsten Jahr auch noch einige Faktoren zu beachten, die neben dem Corona-Virus die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen beeinflussen. Außenwirtschaftlich müsse der Brexit und seine Folgen bewältigt werden. Seit Jahren zähle Großbritannien zu den wichtigsten Thüringer Handelspartnern. Für die Unternehmen dürfte der Handel mit dem Vereinigten Königreich künftig mit mehr Bürokratie und Kosten verbunden sein. Es bleibe deshalb abzuwarten wie sich dies in den Daten niederschlägt.
Innenpolitisch stehen wir 2021 vor zwei wichtigen Wahlen. Im Frühjahr wird der Thüringer Landtag neu gewählt. Den Unternehmern in Nord- und Mittelthüringen ist es wichtig, dass der Freistaat im Wettbewerb mit anderen Regionen seine Stärken als weltoffene und innovative Region im Herzen von Europa behält und ausbaut, bekräftigt der IHK-Präsident. Am vordringlichsten für die regionale Wirtschaft sei deshalb eine schnelle und mit Mehrheit ausgestattete Regierung. Eine Hängepartie wie bei der letzten Wahl könne sich der Freistaat nicht noch einmal erlauben; vor allem nicht in der jetzigen schwierigen wirtschaftlichen Situation.
Gebraucht wird eine handlungsfähige Regierung mit einer klaren wirtschaftspolitischen Linie damit die Folgen der Corona-Pandemie so schnell wie möglich überwunden werden, betont Bauhaus. Gleiches gelte für die Bundestagswahl im September.
Autor: redUnd auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Inland beeinflussen die konjunkturelle Entwicklung der regionalen Wirtschaft. So stehen im Frühjahr die Thüringer Landtagswahl und im September 2021 die Bundestagswahl an. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt rechnet deshalb erst im Laufe des Jahres 2022 mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau.
Für die Thüringer Unternehmen geht ein sehr schwieriges Jahr zu Ende. Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung haben die Wirtschaft in eine tiefe Rezession gestürzt, resümiert IHK-Präsident Dieter Bauhaus. Die Krise habe zum Teil erheblich Risse in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen, die sie aus eigener Kraft nicht schließen können.
So erwartete die Mehrzahl der Firmen für 2020 einen Umsatzrückgang. Jeder Zehnte rechne sogar mit Einbußen von mehr als 50 Prozent. Nach einer aktuellen Umfrage der IHK Erfurt würde rund die Hälfte der Unternehmen staatliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch nehmen oder plane, dies zu tun, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern. Die Betriebe machten demnach vor allem vom Kurzarbeitergeld Gebrauch (77 Prozent); sie nutzten aber auch die Überbrückungshilfe II und die Novemberhilfe (27 beziehungsweise 23 Prozent).
Für viele der betroffenen Unternehmen und Selbstständigen war der erste Lockdown schon mit erheblichen Folgen verbunden. Trotz erster Erholungstendenzen konnte sich der konsumnahe Sektor aber über den Sommer nicht vollständig erholen. Mit den derzeitigen Einschränkungen ist davon auszugehen, dass einige Geschäftsmodelle die Pandemie nicht überstehen werden, warnt Bauhaus. Damit sei ein Anstieg der Insolvenzzahlen 2021 vorprogrammiert.
Zweifellos habe die Corona-Krise das Wirtschaftsleben 2020 dominiert und andere Problemfelder, wie die zu Jahresbeginn schwierige Regierungsbildung nach der Thüringer Landtagswahl und die damit verbundene Unsicherheit für die Unternehmen in Bezug auf den wirtschaftspolitischen Kurs des Freistaates in den Hintergrund gedrängt. Zu nennen seien in diesem Zusammenhang auch die nach wie vor bestehende Fachkräfteproblematik oder die geopolitischen Risiken und verschärften Handelshemmnisse. Trotz der Pandemie sei hier dringender Handlungsbedarf geboten.
Verlässliche Vorhersagen zur wirtschaftlichen Entwicklung im kommenden Jahr sind momentan nahezu unmöglich. Eines ist jedoch sicher: Durch die aktuellen Einschränkungen wird sich der Erholungsprozess weiter verzögern. Das Vorkrisenniveau erreichen wir wohl erst 2022 wieder, prognostiziert der IHK-Präsident. Schließlich gebe es im nächsten Jahr auch noch einige Faktoren zu beachten, die neben dem Corona-Virus die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen beeinflussen. Außenwirtschaftlich müsse der Brexit und seine Folgen bewältigt werden. Seit Jahren zähle Großbritannien zu den wichtigsten Thüringer Handelspartnern. Für die Unternehmen dürfte der Handel mit dem Vereinigten Königreich künftig mit mehr Bürokratie und Kosten verbunden sein. Es bleibe deshalb abzuwarten wie sich dies in den Daten niederschlägt.
Innenpolitisch stehen wir 2021 vor zwei wichtigen Wahlen. Im Frühjahr wird der Thüringer Landtag neu gewählt. Den Unternehmern in Nord- und Mittelthüringen ist es wichtig, dass der Freistaat im Wettbewerb mit anderen Regionen seine Stärken als weltoffene und innovative Region im Herzen von Europa behält und ausbaut, bekräftigt der IHK-Präsident. Am vordringlichsten für die regionale Wirtschaft sei deshalb eine schnelle und mit Mehrheit ausgestattete Regierung. Eine Hängepartie wie bei der letzten Wahl könne sich der Freistaat nicht noch einmal erlauben; vor allem nicht in der jetzigen schwierigen wirtschaftlichen Situation.
Gebraucht wird eine handlungsfähige Regierung mit einer klaren wirtschaftspolitischen Linie damit die Folgen der Corona-Pandemie so schnell wie möglich überwunden werden, betont Bauhaus. Gleiches gelte für die Bundestagswahl im September.

