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Do, 08:05 Uhr
31.12.2020
Menschen im Corona-Jahr

„Das war ein Einfrieren aller Aktivitäten“

In unserer Reihe „Menschen im Corona-Jahr“ wollen wir Ihnen hier bis zum Jahresende täglich Südharzerinnen und Südharzer aus den verschiedensten Lebens- und Arbeitsumständen vorstellen und nach ihrer rückblickenden Sicht auf dieses ganz spezielle Jahr 2020 befragen. Heute: Silvio Beer

So sahen ihn die Kinder, die Silvio Beer in der Inobhutnahme während der Corona-Zeit betreute (Foto: privat) So sahen ihn die Kinder, die Silvio Beer in der Inobhutnahme während der Corona-Zeit betreute (Foto: privat)


Sylvio Beer ist seit 2017 Sportjugendkoordinator im Nordhäuser Kreissportbund. Der gelernte Zimmermann ist auch ausgebildeter Pädagoge und absolviert derzeit neben seinem Job im KSB ein Fernstudium zum Sportfachwirt.

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Er beschrieb uns einen guten und hoffnungsvollen Start ins ablaufende Jahr. Mit neuem Geschäftsführer und vielen Ideen wollte man im KSB das Jahr 2020 angehen. Bis dann im März der Lockdown kam, den Silvio Beer das „Einfrieren aller Aktivitäten“ nennt. Rückblickend lobt der Jugendkoordinator das große Verständnis, das die meisten Vereine der Situation entgegen brachten.

Die Lockerungen im Sommer waren absehbar, Hygienekonzepte wurden erstellt, der Sportbetrieb wieder aufgenommen. „Aber eine ungewohnte Neuheit war allerorten zu spüren, viele Wettkämpfe und Veranstaltungen waren terminlich unrettbar weggebrochen.“ Besonders der Nachwuchssport sei als Jugendarbeit in den Vereinen eminent wichtig, weiß der Fußballtrainer Beer. „Es herrschten Unsicherheiten und später Unmut, weil gut funktionierende Strukturen mehr und mehr verloren gingen. Neunzig bis fünfundneunzig Prozent der Sportvereine im Landkreis zogen engagiert mit, setzten Hygienekonzepte um und richteten sich auf veränderte Formen der Sportausübung ein.

Im gesamten Landkreis treiben etwa 14 000 Menschen organisiert Sport, die viel auf sich genommen hätten, um im Ehrenamt alle Angebote aufrecht zu erhalten.

Diese Sportler trifft der absolute Lockdown jetzt sehr hart und Silvio Beer wäre es lieber gewesen, die Regierungen hätten gleich zu Beginn der zweiten Welle im Herbst entschlossener gehandelt. „Ein weniger schwammiger und lückenhafter Lockdown im Herbst wäre auf größeres Verständnis in der Bevölkerung gestoßen“, ist Silvio Beer überzeugt.

Silvio Beer: Ein Botschafter des Sport und der Jugend (Foto: privat) Silvio Beer: Ein Botschafter des Sport und der Jugend (Foto: privat)


Für die Zukunft befürchtet er durch all die Unwägbarkeiten im Umgang mit dem Virus einen Rückgang an organisierten Sportlern. „Wir haben jetzt schon die ersten Vereine, die über Mitgliederaustritte berichten, weil das ursprüngliche sportliche Angebot nicht weiter so vorgehalten werden kann wie vor der Krise.“

Positiv bewertet der Sportjugendkoordinator die entstandene Notwendigkeit, über neue Ansätze nachzudenken, wie der Sport sich künftig auf solche Krisen einstellen kann. „Zeit genug war dafür leider viel zu viel in diesem Jahr.“ Doch Silvio Beer ist einer, der auch in der Krise eine Chance sieht und optimistisch nach vorn blickt.
Olaf Schulze
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