Mi, 08:55 Uhr
23.12.2020
Menschen im Corona-Jahr
Trostpflaster auf eine große Wunde
In unserer Reihe Menschen im Corona-Jahr wollen wir Ihnen hier bis zum Jahresende täglich Leserinnen und Leser aus den verschiedensten Lebens- und Arbeitsumständen vorstellen und nach ihrer rückblickenden Sicht auf dieses ganz spezielle Jahr 2020 befragen… Heute. Axel Heck
Wie viele andere war auch der Nordhäuser Immobilienhändler Axel Heck diese Jahr gedanklich und wirtschaftlich viel mit Corona beschäftigt. Dass Geschäft im Hotel Fürstenhof brach ein, in den Vermietungen kam es im Frühjahr zu vielen Stundungsanfragen, was sich jetzt gerade wiederholt…
Dazwischen, so sagt Axel Heck, war man im Sommer drei Monate lang gefühlt wieder zur Normalität übergegangen. Es herrschte eine positive Stimmung, vor allem das Hotel prosperierte aufgrund der viel höheren Touristenzahl und der Umsatz boomte regelrecht.
Natürlich, so schätzt der Ur-Nordhäuser ein, war ein weiterer positiver Effekt, dass es im ersten Lockdown weniger gesellschaftliche Verpflichtungen und damit mehr Zeit für die Familie gab. Ausgedehnte Spaziergänge in der Natur gehören für ihn zu den schönen Erinnerungen an dieses Jahr.
Aber das alles ist natürlich nur ein Tostpflaster auf die große Wunde, meint Axel Heck und bleibt in diesem Bild: Wenn das Blut schmerzhaft wieder durchbricht, kleben wir ein neues Pflaster drauf. Aber die Wunde wird nicht geheilt. Ich fürchte, dass sich die Wunde zusätzlich infizieren wird.
Das jetzt für die Lockdowns verwendete Geld muss ja irgendwann zurückgezahlt werden, warnt er. Ich habe große Bedenken für die Zukunft, denn so wie das Problem derzeit angegangen wird, kann das nicht funktionieren. Irgendjemand muss die Zeche zahlen und das werden nicht die Politiker sein, die jetzt mit großen Gesten die Milliarden ausgeben.
Er hoffe, dass der Spuk mit dem Virus bald vorbei sei und dann ein Aufschwung kommt. Axel Heck wünscht sich auch, dass die Menschheit aus dieser Krise ihre Lehren ziehen und nicht gleich wieder zur Tagesordnung übergehen wird. Allerdings befürchtet der Familienvater gerade für die Kinder negative Langzeitwirkungen durch die fehlenden Strukturen, veränderten Abläufe und Lernmöglichkeiten.
Wirtschaftlich sei 2020 für ihn kein schlechtes Jahr gewesen, schätzt Heck ein. Neue Projekte wie der Campingplatz in Sundhausen oder der Erwerb des Schachtbaugeländes in der Grimmelallee geben Grund zu Optimismus für eine hoffentlich bald anbrechende Zeit nach der Corona-Krise.
Olaf Schulze
Autor: oschWie viele andere war auch der Nordhäuser Immobilienhändler Axel Heck diese Jahr gedanklich und wirtschaftlich viel mit Corona beschäftigt. Dass Geschäft im Hotel Fürstenhof brach ein, in den Vermietungen kam es im Frühjahr zu vielen Stundungsanfragen, was sich jetzt gerade wiederholt…
Dazwischen, so sagt Axel Heck, war man im Sommer drei Monate lang gefühlt wieder zur Normalität übergegangen. Es herrschte eine positive Stimmung, vor allem das Hotel prosperierte aufgrund der viel höheren Touristenzahl und der Umsatz boomte regelrecht.
Natürlich, so schätzt der Ur-Nordhäuser ein, war ein weiterer positiver Effekt, dass es im ersten Lockdown weniger gesellschaftliche Verpflichtungen und damit mehr Zeit für die Familie gab. Ausgedehnte Spaziergänge in der Natur gehören für ihn zu den schönen Erinnerungen an dieses Jahr.
Aber das alles ist natürlich nur ein Tostpflaster auf die große Wunde, meint Axel Heck und bleibt in diesem Bild: Wenn das Blut schmerzhaft wieder durchbricht, kleben wir ein neues Pflaster drauf. Aber die Wunde wird nicht geheilt. Ich fürchte, dass sich die Wunde zusätzlich infizieren wird.
Das jetzt für die Lockdowns verwendete Geld muss ja irgendwann zurückgezahlt werden, warnt er. Ich habe große Bedenken für die Zukunft, denn so wie das Problem derzeit angegangen wird, kann das nicht funktionieren. Irgendjemand muss die Zeche zahlen und das werden nicht die Politiker sein, die jetzt mit großen Gesten die Milliarden ausgeben.
Er hoffe, dass der Spuk mit dem Virus bald vorbei sei und dann ein Aufschwung kommt. Axel Heck wünscht sich auch, dass die Menschheit aus dieser Krise ihre Lehren ziehen und nicht gleich wieder zur Tagesordnung übergehen wird. Allerdings befürchtet der Familienvater gerade für die Kinder negative Langzeitwirkungen durch die fehlenden Strukturen, veränderten Abläufe und Lernmöglichkeiten.
Wirtschaftlich sei 2020 für ihn kein schlechtes Jahr gewesen, schätzt Heck ein. Neue Projekte wie der Campingplatz in Sundhausen oder der Erwerb des Schachtbaugeländes in der Grimmelallee geben Grund zu Optimismus für eine hoffentlich bald anbrechende Zeit nach der Corona-Krise.
Olaf Schulze



