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Mo, 08:49 Uhr
14.12.2020
Nordhäuser CDU bringt Anträge in den Stadtrat ein

Veränderungen im ÖPNV vorgeschlagen

Mit zwei Anträgen will die Nordhäuser CDU im nächsten Stadtrat Mittwoch die Diskussion um eine mögliche Übergabe des städtischen Personennahverkehrs an den Landkreis in Schwung bringen…

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Fraktionschef Steffen Iffland hält eine Einsparung von 800 000 Euro jährlich für möglich, wenn die zeitliche Taktung der Fahrzeuge umgestellt würde. Er bezieht sich auf Aussagen des Geschäftsführers der Nordhäuser Verkehrsbetriebe, Thorsten Schwarz. Der sagte, dass eine Umstellung auf eine Taktung von 20 Minuten in der Vergangenheit keine Verluste an Fahrgästen gezeigt hätte, ganz im Gegenteil wären die Bahnen besser ausgelastet gewesen.

Iffland glaubt, durch eine solche Maßnahme den finanziellen Druck auf die Holding vermindern und eine geordneten Übergabe an den Landkreis ermöglichen können. „Somit kann in aller Ruhe und vor allem Gründlichkeit ein Übergang des ÖPNV zum Landkreis geprüft, geplant, verhandelt und terminiert werden“, glaubt der CDU-Politiker.

Ein weiterer Antrag schlägt vor, einen Einzelfahrschein einzuführen, der mit einer zeitlichen Begrenzung versehen ist. Als Beispiel werden 2 Euro für 2 Stunden angeführt. „Das würde die Attraktivität des ÖPNV steigern und beispielsweise Rentnern ermöglichen, ihren Arztbesuch mit einem Fahrschein wahrzunehmen und wieder nach Hause fahren zu können“, erläuterte Steffen Iffland. „Das Schienennetz ist zu klein, um in Zukunft weitere Preissteigerungen der Fahrpreise ohne einen Mehrwert für den Fahrgast einzuführen“, begründet er den CDU-Vorschlag.

Ob der Stadtrat diesen Anträgen folgen wird und wie sich die kontroverse Diskussion um die Übergabe des ÖPNV weiter entwickelt, wird Thema der nächsten Stadtratssitzung sein, die wir Ihnen am Mittwoch ab 17 Uhr hier im Liveticker kommentieren werden.
Autor: red

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Kommentare
Flitzpiepe
14.12.2020, 10:33 Uhr
Eine Veränderung des Taktes
der Straba auf 20 Min wäre der Startschuss für ihren langsamen Tod. Das weiß auch Herr Iffland. Dazu gibt es auch ein konkretes Beispiel: Halberstadt
Wann und wie wurde denn die Erhebung der Fahrgastzahlen gemacht? Während des ersten Lockdowns?
Lächerlich die Erkenntnisse!
Herr Iffland, das hätte ich ihnen nicht zugetraut...
Hendi
14.12.2020, 12:05 Uhr
In keiner Hinsicht eine gute Idee
Ich halte diese Vorschläge für vollkommen inkonsistent.

Zunächst einmal meint man, mit der Angebotsausdünnung die Übergabe des städtischen ÖPNV an den Landkreis vorzubereiten. (Inwiefern eigentlich genau? Müsste man dann nicht eigentlich vorher auch mal fertig ausdiskutiert haben, ob der ÖPNV an den Landkreis übertragen werden soll?) Auf der anderen Seite möchte man aber erstmal noch eine neue Ticketart einführen. Da der Landkreis bei einer Übernahme der Aufgabenträgerschaft aber sehr wahrscheinlich ein komplett neues, einheitliches Tarifsystem für Stadt- und Regionalverkehr einführen würde, wäre das neue Ticket nur sehr kurz von Relevanz, könnte nicht im Ansatz eine langfristige Wirkung erzielen und würde nur mehr Unübersichtlichkeit und Verwirrung beim Ticketkauf stiften. Zudem wird es durch die Angebotsausdünnung auch unsicherer, ob man es wirklich innerhalb von zwei Stunden hin und zurück schafft.
Die eine Maßnahme torpediert also die andere Maßnahme des Pakets.

Zudem wird im Rahmen des neuen Tickets ja angesprochen, dass die Wege in Nordhausen nicht wirklich lang sind. Umso unverständlicher wird dadurch die Angebotsausdünnung, denn gerade bei kurzen Wegen wird eine längere Wartezeit dann sehr schnell unverhältnismäßig, bis hin zu dem Punkt, dass man zu Fuß schneller am Ziel ist.

Auch als Debattenbeitrag zum möglichen Wechsel der Aufgabenträgerschaft wäre eine Taktausdünnung geradezu ironisch, wo doch vielfach die Sorge geäußert wurde, dass der Landkreis kein so gutes Angebot im Stadtverkehr mehr bieten würde und langfristig evtl. sogar der Bestand der Straßenbahn insgesamt gefährdet wäre.
Wie kann man da ernsthaft vorschlagen, das Angebot vorher schon selbst auszudünnen?

Ich bezweifle übrigens auch, dass die Fahrgastzahlen (insbesondere langfristig) dadurch nicht zurückgehen werden, auch wenn natürlich erstmal die Auslastung _der einzelnen Fahrten_ steigen wird.

Zur absoluten Lächerlichkeit verkommt der Vorschlag dann noch, wenn man die geäußerte Absicht, die Zahl der Fahrgäste pro Fahrzeug zu erhöhen, in den Kontext einer Pandemie setzt.
Herr Schröder
15.12.2020, 08:05 Uhr
Straba
Das Zwei Stunden Ticket ist eine prima Idee. Allerdings würde die verlängerte Taktung genau diese Idee wieder zunichte machen. Wenn eine verlängerte Taktung, dann bitte auch mehr Linien. Die Linien 3,4 und 5 werden derzeit nur während Bauarbeiten bedient. Warum reformiert man das Angebot nicht gleich richtig?
RWE
15.12.2020, 11:59 Uhr
Ein 2 Stundenticket reicht nicht
Staffelungen nach Bedarf. 2 Stunden, 5 Stunden, Tagesticket u.s.w. Ein Artztbesuch in 2 Stunden-das könnte knapp werden.
Eine längere Taktzeit halte ich fragwürdig in einer Kleinstadt mit kurzen entfernungen. Wenn ich 20 Minuten warten muß laufe ich eben 2 oder 3 Stationen oder nehme doch das Auto.
Es ist die Qudratur des Kreises.
Kontrapost
15.12.2020, 12:20 Uhr
Erweiterung der Straßenbahn der richtige Ansatz
Wegen der richtig geschilderten Quadratur des Kreises ist der Gedanke aus dem Landratsamt, das Netz der Straba zu erweitern, genau der richtige.

Man muss die Straßenbahn als Chance und modernes Transportmittel sehen und nicht als Belastung. Sie hat auch touristische Potenziale. Wenn man dann entsprechend kompetent und mit guten Fakten und Argumenten in Berlin und Erfurt auftritt, dann kann man sich dort nur schlecht gegen die Gewährung von Fördermittel verschließen. Zauderei und Desinteresse sind da die schlechte Strategie.
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