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Do, 06:32 Uhr
11.08.2005

nnz im Gespräch: Renate Künast

Norhausen (nnz). Gestern besuchte die Verbraucherschutzministerin Nordhausen. Nicht nur für die Fragen und Probleme der Bürger nahm sie sich Zeit. Der nnz stand sie exklusiv Rede und Antwort, sprach über Reformen und Bewußtseinsänderungen und über ihre Eindrücke von Thüringen.


Wahlkampfauftakt in Thüringen, Renate Künast, Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft absolviert zwei Termine, einen in Erfurt, den anderen bei uns in Nordhausen. Hat sie Unterschiede bemerkt in den Fragen, mit denen die Bürger an sie herantreten. „Nein, eigentlich kaum, die Unterschiede zu anderen Regionen sind größer. Gestern war ich in Sachsen, im Weißeritzkreis. Dort ist eine völlig andere Stimmung als hier. „Wir packen es an, egal wie schwer es wird“, herrscht dort vor.“

Den Menschen diese positive Stimmung vermitteln, das will die Ministerin. Wie sie es tun will? „Mit Ehrlichkeit und Offenheit will ich auf die Leute zugehen. Ich will ihnen die Wahrheit sagen und keine Wahlversprechen geben, die ich hinterher nicht halten kann. Ich will zeigen, daß man selbst etwas anpacken muß, damit es uns wieder besser geht. Besonders beim Verbraucherschutz haben wir so schon viel erreicht. Aber auch im Bereich der erneuerbaren Energien sind wir vorangekommen. Über zehn Prozent kommen jetzt aus alternativen Quellen, wertvolle zehn Prozent.“

nnz im Gespräch: Renate Künast (Foto: nnz) nnz im Gespräch: Renate Künast (Foto: nnz) Ein Mentalitätswechsel müsse stattfinden, meint Renate Künast. „Die Politiker müssen damit anfangen und nicht mehr jeder Lobby nach dem Mund reden. Statt zu meckern müssen wir gemeinsam Dinge anpacken. Wenn Sie sich bestimmte Wahlversprechen kritisch durchrechnen, dann werden Sie bemerken, daß höhere Steuern für Reiche und auf Erbschaften nicht ausreichen, um zum Beispiel mehr und länger Arbeitslosengeld an ältere Arbeitslose zu zahlen.“ Solche Vorschläge sind für die Ministerin Populismus, Protestwähler werden damit angesprochen, besonders in Ostdeutschland. Inzwischen geschaffene Änderungen werden aber auch die Hartz IV Empfänger bei uns freuen, mehr Zuverdienst und besserer Schutz der Altersvorsorge zum Beispiel.

Ein weiteres Thema, dem sich Renate Künast gern widmet, ist die Ernährung. Dabei denkt sie besonders an die Kinder. „Einhandesser“ nennt sie die neue Generation von jungen Menschen, die beim Fernsehen oder am Computer schnellen Imbiß mit einer Hand zwischen die Zähne schieben. Gesund ist das nicht, und kochen könnten solche Esser meist auch nicht. Gefallen habe ihr an Nordhausen, daß unter den Besuchern viele Familien mit Kindern waren, sagt die Ministerin. „Schon im Kindergarten sollte man den Jüngsten richtiges Essen schmackhaft machen. Es müßte mehr selbst gekocht werden in den Einrichtungen, auch mit den Kindern. Das Essen sollte mehr mit Kräutern gewürzt werden. Den typischen Fast Food Geschmack können sich die Kinder auf diese Weise wieder abgewöhnen.“

Renate Künast erzählt von Projekten für gesundes Schulfrühstück. Solche Angebote gibt es in Nordhausen bereits, von der AOK und dem Thüringer Ökoherz. „Für die Krankenkassen ist Prävention viel günstiger als die Behandlung junger Diabetiker und Übergewichtiger, die mit 12 Jahren schon chronische Krankheiten entwickeln.“ Gegen Kinderlebensmittel hat Renate Künast was, aber wie will sie verhindern, daß Kinder Milch in Schnitten und süße Frühstückskekse haben wollen, wo sie sowas doch ständig in der Werbung sehen? „Frühe Aufklärung schon im Kindergarten kann helfen, aber ganz werden sich solche Produkte nicht aus dem Speiseplan heraushalten lassen.“ Gibt sie zu. Im Ernährungskreis am Stand der Rothleimmühle sortiert sie solche Speisen gleich bei den Süßigkeiten ein.

Einen Schluck Echten Nordhäuser zum Abschied nimmt die Ministerin mit auf den Weg aus einer Region, die in Sachen Mentalitätsänderung noch ziemlich am Anfang steht. Noch herrscht viel Frust, und den hat die Politikerin zu spüren bekommen. Doch auch Aufbruchstimmung macht sich breit, beim Bauern, der sich um seine Zukunft als Landwirt Gedanken macht und bei vielen privaten Projekten zum Beispiel.

nnz dankt Renate Künast für das Gespräch und „Schenkes Stübchen“ für die freundliche Aufnahme der improvisierten Pressekonferenz.
Autor: wf

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