Fr, 09:00 Uhr
11.12.2020
Lichtblick zum Wochenende
Sekt oder Selters?
In der Adventszeit werden die Häuser und Wohnungen mit allerlei Lichtern, Pyramiden und Tannenbäumen geschmückt. Diese Zeit – mitten im Winter – soll besonders strahlen: in die Herzen und nach außen...
Manchmal kommt man sich dabei vor wie bei einem Wettbewerb. Wer hat die meistens Lichter? Wer den schönsten Baum? Bei wem strahlen die Augen der Betrachter am meisten?
Kann es sein, dass wir dabei manchmal den eigentlichen Hintergrund des Weihnachtsfestes verlieren? Jesus, der Gottessohn wurde in einem Stall geboren. In einer Futterkrippe hat er ganz menschlich in Windeln gelegen. Ochs und Esel haben dabei nur verwundert geschaut. Und dennoch war diese Situation voller Schönheit. Aber nur eins hat in diesem Moment so hell geleuchtet, wie heute der Rentierschlitten in Nachbars Garten: der Stern am Himmel, der den Weisen den Weg gen Bethlehem leuchtete.
Eine ganz schön gegensätzliche Situation: Jesus in einer Krippe – aber darüber der hellste Stern, den man sich vorstellen kann. Irgendwie schön, dass sich in unseren ganzen Lichtern der Weihnachtsstern von damals widerspiegelt. Aber eben doch nur die halbe Wahrheit. Vielleicht sollten wir alljährlich den Wettbewerbsmodus ändern: in einem Jahr holen wir alle Lichter raus, die die Weihnachtskiste so her gibt, sämtliche Räuchermänner, Pyramiden und Krippen werden aufgestellt – gewissermaßen adventliche Partystimmung. Und im nächsten Jahr übertrumpfen wir uns in der Einfachheit: am Baum lassen wir einfach mal das Lametta weg, am Haus leuchtet nur ein einfacher Herrnhuter Stern, der auf damals verweist.
Das kann man sich vielleicht zumindest vornehmen. Aber vielleicht hat es ja auch seine Richtigkeit, dass sich in den letzten Jahrzehnten Glitzer und Gloria etabliert haben. Ist ja schließlich auch ein toller Grund zu feiern: Gott ist zu uns Menschen auf die Erde gekommen.
Vielleicht übe ich mich im nächsten Jahr in Einfachheit bei der Deko – oder vielleicht leg ich noch ein paar Luftschlangen und Konfetti dazu. Mal sehen...
Pfarrer Helfried Maas
Evangelisches Kirchspiel Wiehe
Autor: redManchmal kommt man sich dabei vor wie bei einem Wettbewerb. Wer hat die meistens Lichter? Wer den schönsten Baum? Bei wem strahlen die Augen der Betrachter am meisten?
Kann es sein, dass wir dabei manchmal den eigentlichen Hintergrund des Weihnachtsfestes verlieren? Jesus, der Gottessohn wurde in einem Stall geboren. In einer Futterkrippe hat er ganz menschlich in Windeln gelegen. Ochs und Esel haben dabei nur verwundert geschaut. Und dennoch war diese Situation voller Schönheit. Aber nur eins hat in diesem Moment so hell geleuchtet, wie heute der Rentierschlitten in Nachbars Garten: der Stern am Himmel, der den Weisen den Weg gen Bethlehem leuchtete.
Eine ganz schön gegensätzliche Situation: Jesus in einer Krippe – aber darüber der hellste Stern, den man sich vorstellen kann. Irgendwie schön, dass sich in unseren ganzen Lichtern der Weihnachtsstern von damals widerspiegelt. Aber eben doch nur die halbe Wahrheit. Vielleicht sollten wir alljährlich den Wettbewerbsmodus ändern: in einem Jahr holen wir alle Lichter raus, die die Weihnachtskiste so her gibt, sämtliche Räuchermänner, Pyramiden und Krippen werden aufgestellt – gewissermaßen adventliche Partystimmung. Und im nächsten Jahr übertrumpfen wir uns in der Einfachheit: am Baum lassen wir einfach mal das Lametta weg, am Haus leuchtet nur ein einfacher Herrnhuter Stern, der auf damals verweist.
Das kann man sich vielleicht zumindest vornehmen. Aber vielleicht hat es ja auch seine Richtigkeit, dass sich in den letzten Jahrzehnten Glitzer und Gloria etabliert haben. Ist ja schließlich auch ein toller Grund zu feiern: Gott ist zu uns Menschen auf die Erde gekommen.
Vielleicht übe ich mich im nächsten Jahr in Einfachheit bei der Deko – oder vielleicht leg ich noch ein paar Luftschlangen und Konfetti dazu. Mal sehen...
Pfarrer Helfried Maas
Evangelisches Kirchspiel Wiehe

