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So, 14:56 Uhr
29.11.2020
Symptome, Diagnose und Therapie einer Herzinsuffizienz

Wenn das Herz schwächer wird

Unter der Volkskrankheit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) leiden in Deutschland laut Deutscher Herzstiftung bis zu 4 Millionen Menschen. Welche Symptome auftreten und welche Diagnose- und Therapiemaßnahmen es bei der Herzschwäche gibt, beantwortet Dr. Krum D. Petrov, Chefarzt der Kardiologie der Helios Kliniken Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen...

Dr. Krum D. Petrov, Chefarzt der Kardiologie der Helios Kliniken Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen (Foto: Helios Kliniken) Dr. Krum D. Petrov, Chefarzt der Kardiologie der Helios Kliniken Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen (Foto: Helios Kliniken)


Dr. Petrov, jedes Jahr im November finden bundesweit die sogenannten Herzwochen statt. In diesem Jahr stehen diese unter dem Motto „Das schwache Herz“ und rücken somit die Volkskrankheit Herzschwäche in den Fokus. Wieso?

Dr. Krum D. Petrov: Weil die Herzschwäche oder auch Herzinsuffizienz anfänglich oftmals unerkannt bleibt. Sie beginnt meist schleichend und viele Betroffene nehmen die auftretenden Symptome als altersbedingt hin. Ihnen ist also gar nicht bewusst, dass sie an einer ernsten Erkrankung leiden. Genaugenommen ist die Herzschwäche jedoch keine eigenständige Krankheit, ursächlich können andere Krankheiten dafür verantwortlich sein.

Welche Erkrankungen können das Herz beeinträchtigen?
Ganz unterschiedliche Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, eine Erkrankung der Herzklappen, die Entzündung des Herzmuskels sowie die koronare Herzkrankheit können dazu führen, dass die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels beeinträchtigt, sodass eine Herzschwäche droht.

Wie äußert sich die Herzschwäche und auf welche Warnzeichen sollte man achten?
Anfänglich können die Symptome eher unauffällig sein: Atemnot, eine allgemeine Abnahme der Leistungsfähigkeit oder Wassereinlagerungen in den Beinen. Gerade ältere Menschen nehmen das nicht richtig wahr und schieben diese Symptome auf das Alter. Dabei ist es sehr wichtig, diese Anzeichen ernst zu nehmen und sich beim Arzt vorstellen, um die Ursachen abklären zu lassen.

Wie viele Menschen sind in Deutschland davon betroffen?
Laut der Deutschen Herzstiftung sind es etwa 4 Millionen. Jährlich werden bundesweit über 465.000 Patienten mit einer Herzschwäche in ein Krankenhaus eingeliefert, über 40.000 sterben leider daran.

Wie wird die Herzschwäche untersucht?
Wenn der Hausarzt den Verdacht auf eine Herzschwäche diagnostiziert, sollte der Patient von einem niedergelassenen Kardiologen genauer hinsichtlich des Zustandes der Herzens untersucht werden. Dies macht er mittels eines EKGs, Belastungs-EKGs und einer Ultraschalluntersuchung. Anschließend kann eine Diagnose gestellt werden, unter Umständen sind jedoch auch weitere Untersuchungen erforderlich.

Welche Therapiemaßnahmen gibt es?
Da die Herzschwäche, wie bereits erwähnt, keine eigenständige Krankheit ist, sondern von anderen Erkrankungen hervorgerufen wird, ist es wichtig, schnellstmöglich die Grundkrankheit und deren schädliche Wirkung auf den Herzmuskel zu behandeln. Von der Grunderkrankung hängen die Behandlungsschritte ab. Es können medikamentöse, interventionelle oder chirurgischen Therapiemaßnahmen sein. Das Fortschreiten der Herzschwäche zu stoppen oder zu verlangsamen und somit eine Verbesserung der Lebensqualität zu erlangen, ist dabei das Ziel aller Maßnahmen.

Was können Betroffene tun, um das Herz zu stärken?
Wie bei vielen anderen Krankheitsbildern, gilt auch bei der Herzschwäche, auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Das heißt: kein Rauchen oder übermäßiger Alkoholgenuss, das Einschränken des Salzkonsums, viel Sport und Bewegung und natürlich eine gesunde Ernährung.
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Kommentare

08.12.2020, 10.59 Uhr
Maerzmorgen | Diagnose oft unzureichend
Aus eigener Erfahrung: Ärzte untersuchen das oft nicht richtig oder nur widerwillig. Dann heißt es: Das ist das Alter. Oder: Das ist die Psyche. Oder: Das bilden Sie sich nur ein. Selbst der Facharzt in SDH hat kein Belastungs-Ekg gemacht. Dieser sogenannte "Facharzt" war dann froh, keine weiteren Untersuchungen vornehmen zu müssen, das kostet ja nur Geld.
Man wird als Patient mit solchen Beschwerden eben oft abgewimmelt.
Abhilfe: Keine. Andere Fachärzte sind ja hier nicht verfügbar. Dazu müßte man dann halt weiter fahren, was ja auch nicht jeder kann.

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08.12.2020, 12.23 Uhr
Paulinchen | Dann ist der Patient...
... beschissen dran. Termine werden mit bis zu 6 Monaten Wartezeit vergeben. Ist dahinter vielleicht auch System? Denn bis dahin hat sich das Problem eventuell schon von selbst erledigt. Allerdings nicht im Interesse des Patienten. Denn der hoffte auf Hilfe. Aber wer ewig hofft, stirbt bekanntlich am Ende, an der Verzweiflung.

Ruft man dann die tolle Nummer der Krankenkasse an, welche einem einen schnellen Termin geben sollte, dann ist der Ort der Sprechstunde weit genug weg, dass der Patient von selbst sagt, da komme ich nicht mehr hin. Mir wurde mal Altenburg vorgeschlagen. Danke, Anke.

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