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Do, 15:01 Uhr
28.07.2005

Hören erleben

Nordhausen (nnz). 14 Millionen Deutsche hören nicht richtig, aber das ist kein Verhaltens- sondern ein akustisches Problem. Gehören Sie auch dazu? Heute gab es die Gelegenheit, die eigene Hörfähigkeit am Hörmobil zu überprüfen.

Hören erleben (Foto: nnz) Hören erleben (Foto: nnz)

Mutter und Tochter stehen am Stand des Hörmobils auf dem Bahnhofsplatz. Die Mutter will mal testen, ob die Kleine wirklich Probleme mit den Ohren hat, oder ob sie nur einfach nicht hören möchte. Aber das Kind will nicht, läuft weg, so kann die Frage, ob auf Mutti hören auch was mit den Ohren zu tun hat, nicht abschließend geklärt werden.

14 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht, jedes Jahr kommen etwa 2.000 Neugeborene mit Hörschäden dazu. Kann also sein, daß hörunwillige Kinder wirklich etwas mit den Ohren haben. HNO-Ärzte fordern deswegen eine Früherkennungsuntersuchung bereits in den ersten Lebenswochen. Die meisten Hörprobleme sind jedoch nicht angeboren. Sie werden im Laufe des Lebens durch zunehmende Lärmbelästigung erworben.

Bereits 10 Prozent aller Jugendlichen haben lärmbedingte Hörschäden, meint die Fördergemeinschaft Gutes Hören, welche auch die Bustour organisiert. Daran sind sie selbst schuld, lauschen sie zu häufig lauter Musik Walkman und MP3 Player. Oder die jungen Leute hängen in Diskos rum, wo ein Lärmpegel von 110 dB herrscht. Arbeiter müssen schon bei 85 dB einen Gehörschutz tragen, denn ab dieser Lautstärke sind Gehörschäden besonders dann möglich, wenn der Lärm längere Zeit auf den Betroffenen einwirkt. Auch Diskogänger könnten sich spezielle Ohrstöpsel in die Gehörgänge schieben. Der Hörgeräteakustiker bietet welche mit Filtern an, die individuell angefertigt werden, auf Wunsch in Farben passend zu Klamotten oder Handy. Die Musik hört sich dann an wie immer, nur eben leiser.

Wer am Hörmobil herausgefunden hatte, daß die Ohren nicht mehr gut funktionieren, der fand Beratung bei den Hörgeräteakustikern aus der Region. Am Vormittag standen Mitarbeiter der Firma „Weitblick“ Rede und Antwort. Sie ermöglichten den Besuchern neben Hörtests auch Einblicke ins eigenen Ohr zu nehmen. Am Nachmittag will die Firma Damboldt übernehmen.

Eine weitere wichtige Frage war, wer denn das Hörgerät im Bedarfsfall bezahlt. Gesetzlich Krankenversicherte müssen einen HNO-Arzt aufsuchen, der den Grund der Hörminderung herausfindet und ein Rezept für das Hörgerät aufschreibt. Die Krankenkasse übernimmt dann einen Festbetrag, für ein Gerät 421,28 Euro, für beide Ohren zusammen 758,30 Euro. Was über den Festbetrag hinausgeht, muß der Patient selbst zahlen. Es gibt aber bereits Modelle in der Preisklasse für die nur die Zuzahlung in Höhe von 10,- Euro geleistet werden muß.


Neben den Ohren macht der Lärm auch dem Körper Streß. Er stört beim Arbeiten, man kann sich schlecht konzentrieren. Wer an einer stark befahrenen Straße wohnt, kann oft nachts nicht schlafen. 62 % der Deutschen meine, daß der Lärm sie krank macht und stört. Gegen die Ursache kann man meist wenig tun, Gehörstöpsel können den Krach erträglicher machen.
Das Hörmobil ist noch bis 18 Uhr auf dem Bahnhofsplatz zu finden.
Autor: wf

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