Mo, 18:28 Uhr
05.10.2020
Zugehört
Musikerfamilie im Mittelpunkt
Das 3. Sinfoniekonzert im Theater Nordhausen stand ganz im Zeichen der großen Musikerfamilie Bach. Unter den Zuhörern und Zuschauern im Nordhäuser Theater war auch Christel Laude...
3. Sinfoniekonzert: Aleksandra Zubova (Foto: Ch. Laude)
Johann Sebastian, der Übervater, wuchs selbst in einem musikalischen Elternhaus auf, wusste also um die Bedeutung der musikalischen Erziehung und lernte früh, sein Talent einzusetzen, sich aktiv und produktiv im musikalischen Geschäft zu bewähren.
In der Firma Bach & Söhne wuchsen schließlich unter seiner Regie vier Musiker heran, die europaweit in der Musikgeschichte und Musikentwicklung des 18. Jahrhunderts tiefe Spuren hinterlassen haben. Werke zweier Bachsöhne, sie stammen aus der zweiten Ehe Bachs, standen auf dem Programm des Sinfoniekonzertes. Zu Beginn erklang die Sinfonie d- Moll von Johann Christoph Bach (1732-1795).
Heiter und fröhlich die beiden Ecksätze, während der mittlere kontrastierend dazu langsamer, lieblicher klang, mit Leidenschaft (und mit einem Dämpfer auf den Saiten versehen), gespielt von den (coronamäßig) etwas reduzierten Streichern des Loh-Orchesters unter der Leitung des GMD Michael Helmrath. Er dirigierte, wie so oft, alle Werke des Abends auswendig.
In Änderung des Programms erklang danach das Violinkonzert a- Moll von Johann Sebastian. Mit dem anspruchsvollen Solopart stellte sich Aleksandra Zubova dem Publikum vor. Die junge Violinistin studierte in St. Petersburg und ist im Loh-Orchester die neue Stimmführerin der zweiten Geigen.
Sicher korrespondierte sie im 1. Satz mit dem Orchester, umspielte virtuos die Themen, nahm sich zurück, wenn das Orchester dominierte. Sehr gefühlvoll und zart spielte sie die langen gestrichenen Töne im zweiten Satz, die quasi im Nichts verhallten.
Im dritten temperamentvollen Satz präsentierte sie noch einmal in Solo und Tutti mit dem Orchester all ihr Können und erhielt dafür verdient langen Beifall.
Wir wünschen ihr weiterhin eine erfolgreiche Zukunft als Geigerin.
Die Sinfonie als musikalische Form, etwa wie wir sie von Beethoven kennen, ging musikalisch einen langen Entwicklungsweg, der nachweislich auch auf den Bach-Sohn Johann Christian (1735-1782) zurückgeht. So dokumentierte seine Sinfonie D-Dur ein Stück Musikgeschichte im Konzert. Die Besetzung des Orchesters wurde erweitert um Hörner, Querflöten, Oboen und ein Fagott, während das Cembalo als Instrument des Generalbasses nicht mehr verwendet wurde.
Moderne italienische Klänge und der Einfluss des Londoner Musiklebens wirkten auf seinen Kompositionsstil und ließen am Horizont bereits die neue Zeit, die Klassik, erkennen. Wunderbare Soli der Bläser und die fundamentale Begleitung des gesamten Orchesters gestalteten das Werk zu einem farbigen Klangerlebnis.
Natürlich war das große Finale einem Werk von Johann Sebastian vorbehalten.
Mit der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur zeigte sich wieder einmal, welch gutes Händchen der GMD bei der Auswahl der Werke stets hat. Pauken und Trompeten, die himmlischen Instrumente bei Johann Sebastian bewirken eine feierliche Stimmung, die noch verstärkt wird durch das ergreifende Air.
Christel Laude
Autor: psg
3. Sinfoniekonzert: Aleksandra Zubova (Foto: Ch. Laude)
Johann Sebastian, der Übervater, wuchs selbst in einem musikalischen Elternhaus auf, wusste also um die Bedeutung der musikalischen Erziehung und lernte früh, sein Talent einzusetzen, sich aktiv und produktiv im musikalischen Geschäft zu bewähren.
In der Firma Bach & Söhne wuchsen schließlich unter seiner Regie vier Musiker heran, die europaweit in der Musikgeschichte und Musikentwicklung des 18. Jahrhunderts tiefe Spuren hinterlassen haben. Werke zweier Bachsöhne, sie stammen aus der zweiten Ehe Bachs, standen auf dem Programm des Sinfoniekonzertes. Zu Beginn erklang die Sinfonie d- Moll von Johann Christoph Bach (1732-1795).
Heiter und fröhlich die beiden Ecksätze, während der mittlere kontrastierend dazu langsamer, lieblicher klang, mit Leidenschaft (und mit einem Dämpfer auf den Saiten versehen), gespielt von den (coronamäßig) etwas reduzierten Streichern des Loh-Orchesters unter der Leitung des GMD Michael Helmrath. Er dirigierte, wie so oft, alle Werke des Abends auswendig.
In Änderung des Programms erklang danach das Violinkonzert a- Moll von Johann Sebastian. Mit dem anspruchsvollen Solopart stellte sich Aleksandra Zubova dem Publikum vor. Die junge Violinistin studierte in St. Petersburg und ist im Loh-Orchester die neue Stimmführerin der zweiten Geigen.
Sicher korrespondierte sie im 1. Satz mit dem Orchester, umspielte virtuos die Themen, nahm sich zurück, wenn das Orchester dominierte. Sehr gefühlvoll und zart spielte sie die langen gestrichenen Töne im zweiten Satz, die quasi im Nichts verhallten.
Im dritten temperamentvollen Satz präsentierte sie noch einmal in Solo und Tutti mit dem Orchester all ihr Können und erhielt dafür verdient langen Beifall.
Wir wünschen ihr weiterhin eine erfolgreiche Zukunft als Geigerin.
Die Sinfonie als musikalische Form, etwa wie wir sie von Beethoven kennen, ging musikalisch einen langen Entwicklungsweg, der nachweislich auch auf den Bach-Sohn Johann Christian (1735-1782) zurückgeht. So dokumentierte seine Sinfonie D-Dur ein Stück Musikgeschichte im Konzert. Die Besetzung des Orchesters wurde erweitert um Hörner, Querflöten, Oboen und ein Fagott, während das Cembalo als Instrument des Generalbasses nicht mehr verwendet wurde.
Moderne italienische Klänge und der Einfluss des Londoner Musiklebens wirkten auf seinen Kompositionsstil und ließen am Horizont bereits die neue Zeit, die Klassik, erkennen. Wunderbare Soli der Bläser und die fundamentale Begleitung des gesamten Orchesters gestalteten das Werk zu einem farbigen Klangerlebnis.
Natürlich war das große Finale einem Werk von Johann Sebastian vorbehalten.
Mit der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur zeigte sich wieder einmal, welch gutes Händchen der GMD bei der Auswahl der Werke stets hat. Pauken und Trompeten, die himmlischen Instrumente bei Johann Sebastian bewirken eine feierliche Stimmung, die noch verstärkt wird durch das ergreifende Air.
Christel Laude

