Fr, 07:14 Uhr
15.07.2005
Der Altstädter
Nordhausen (nnz). Heute wird ein Mann seinen 65. Geburtstag feiern. Na und, werden vielleicht einige sagen! Und doch ist sein Name eng mit jener Stadt verbunden, in der er geboren, aufgewachsen und erwachsen wurde. Geblieben ist ihm von dieser Stadt jedoch nur ein kleiner Teil entlang der Barfüßerstraße.
Der Altstädter (Foto: nnz)
1940, mitten im schrecklichen Krieg, wurde Hansjürgen Nüßle im Bingerhof 1 geboren. Der Junge erlebte die Kriegsjahre, sah seine Geburtsstadt in Schutt und Asche versinken, doch Hansjürgen Nüßle sah auch, dass wieder aufgebaut wurde. Auch das Goldschmiedgeschäft seines Vaters. Hansjürgen wuchs hinein in den Beruf des Goldschmiedes, lernte ihn lieben, manchmal auch hassen. Vor allem aber, er lernte ihn achten. Vor 50 Jahren hatte der heute 65jährige mit der Lehre in jenem Haus angefangen, das heute der Firmensitz ist – in der Barfüßerstrasse.
Hansjürgen Nüßle hatte der Altstadt von Nordhausen, zumindest was von ihr übriggeblieben war, nie den Rücken gekehrt. Er sah sie teilweise verbrennen, sah sie zu DDR-Zeiten zerbröckeln und vergammeln und packte mit an als es möglich war, das Erhaltene zu sichern und zu sanieren. Keine Frage – Hansjürgen Nüßle war, ist und wird die Altstadtinitiative bleiben. Das akzeptieren auch die, die noch an seiner Seite sind.
In punkto Altstadt kennt der Mann, der das Gold schmiedet, keine Kompromisse. Da wird er mitunter auch mal laut. Gegenüber der Politik im Rathaus, auch mal gegenüber der Presse. Doch man muß ihn kennen um zu wissen: Bei der nächsten Begegnung wird zusammen ein Bierchen oder ein Glas Wein getrunken.
Seit 1964 ist Hansjürgen Nüßle verheiratet, mit seiner Christel. Zusammen haben die beiden zwei Söhne großgezogen. Das Geschäft gab es her, dass sich Christel Nüßle um die Erziehung der Kinder kümmern konnte, ohne die Uniformität eines Kindergartens. Das war eine Zeit, die der Jubilar nicht vergessen möchte, im Interesse seiner Kinder.
Heute nun wird gefeiert und wird zum Empfang eingeladen. Die Schar der Gratulanten wird groß sein. Neben seiner Altstadt hat sich Hansjürgen Nüßle auch immer für das Handwerk an sich engagiert – in Nordhausen wie in Erfurt. Sie alle werden dem Nörgler, wie ihm manchen hinter vorgehaltener Hand nennen, alles Gute und viel Gesundheit wünschen. Was aber wünscht sich das Geburtstagskind selbst?
Alle um mich herum sollen gesund bleiben, ein paar Jahre will ich noch meinen Beruf ausüben und dann ist ja da auch noch die Altstadt... Hansjürgen Nüßle, der 65jähriger Altstädter, wünscht sich nichts sehnlicher, als das seine Vision irgendwann Realität wird. Warten – das hat er gelernt, aber allzu lange soll das nun auch nicht mehr dauern. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum 65, Hansjürgen Nüßle.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Der Altstädter (Foto: nnz)
1940, mitten im schrecklichen Krieg, wurde Hansjürgen Nüßle im Bingerhof 1 geboren. Der Junge erlebte die Kriegsjahre, sah seine Geburtsstadt in Schutt und Asche versinken, doch Hansjürgen Nüßle sah auch, dass wieder aufgebaut wurde. Auch das Goldschmiedgeschäft seines Vaters. Hansjürgen wuchs hinein in den Beruf des Goldschmiedes, lernte ihn lieben, manchmal auch hassen. Vor allem aber, er lernte ihn achten. Vor 50 Jahren hatte der heute 65jährige mit der Lehre in jenem Haus angefangen, das heute der Firmensitz ist – in der Barfüßerstrasse.
Hansjürgen Nüßle hatte der Altstadt von Nordhausen, zumindest was von ihr übriggeblieben war, nie den Rücken gekehrt. Er sah sie teilweise verbrennen, sah sie zu DDR-Zeiten zerbröckeln und vergammeln und packte mit an als es möglich war, das Erhaltene zu sichern und zu sanieren. Keine Frage – Hansjürgen Nüßle war, ist und wird die Altstadtinitiative bleiben. Das akzeptieren auch die, die noch an seiner Seite sind.
In punkto Altstadt kennt der Mann, der das Gold schmiedet, keine Kompromisse. Da wird er mitunter auch mal laut. Gegenüber der Politik im Rathaus, auch mal gegenüber der Presse. Doch man muß ihn kennen um zu wissen: Bei der nächsten Begegnung wird zusammen ein Bierchen oder ein Glas Wein getrunken.
Seit 1964 ist Hansjürgen Nüßle verheiratet, mit seiner Christel. Zusammen haben die beiden zwei Söhne großgezogen. Das Geschäft gab es her, dass sich Christel Nüßle um die Erziehung der Kinder kümmern konnte, ohne die Uniformität eines Kindergartens. Das war eine Zeit, die der Jubilar nicht vergessen möchte, im Interesse seiner Kinder.
Heute nun wird gefeiert und wird zum Empfang eingeladen. Die Schar der Gratulanten wird groß sein. Neben seiner Altstadt hat sich Hansjürgen Nüßle auch immer für das Handwerk an sich engagiert – in Nordhausen wie in Erfurt. Sie alle werden dem Nörgler, wie ihm manchen hinter vorgehaltener Hand nennen, alles Gute und viel Gesundheit wünschen. Was aber wünscht sich das Geburtstagskind selbst?
Alle um mich herum sollen gesund bleiben, ein paar Jahre will ich noch meinen Beruf ausüben und dann ist ja da auch noch die Altstadt... Hansjürgen Nüßle, der 65jähriger Altstädter, wünscht sich nichts sehnlicher, als das seine Vision irgendwann Realität wird. Warten – das hat er gelernt, aber allzu lange soll das nun auch nicht mehr dauern. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum 65, Hansjürgen Nüßle.
Peter-Stefan Greiner

