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Do, 11:00 Uhr
03.09.2020
Dieselkrise, China und Corona

Eaton unter Druck

Seit 1991 fertigt die Firma Eaton Germany in Nordhausen Ventile für die Automobilindustrie. Nach fast 30 Jahren ist demnächst Schluss, die Produktion soll nach Polen verlagert werden. Der Grund? Die „Dieselkrise“, Druck aus Fernost und ausbleibende Aufträge. In der Belegschaft geht derweil die Sorge um mögliche Zukunftsaussichten inmitten der Corona-Krise um…

Die Firma Eaton will das Nordhäuser Werk bis zum Ende des Jahres schließen (Foto: agl) Die Firma Eaton will das Nordhäuser Werk bis zum Ende des Jahres schließen (Foto: agl)

Ende des Jahres soll Schluss sein, die Firma Eaton Germany will ihre Produktion in Nordhausen einstellen. Die finale Entscheidung steht noch aus, dem „wie“ und „wann“ muss noch ein formaler Prozess unter Einbindung des Betriebsrates vorausgehen, erklärte Werksleiter Jochen Schramm der nnz.

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Die Hintergründe der Schließung seien allein wirtschaftlicher Natur, so Schramm weiter. Schon 2015 sei man im Zuge der „Dieselkrise“, die mit VW in den USA ihren Anfang nahm, in schwieriges Fahrwasser gekommen. Der Druck auf den Verbrenner, von dem das Nordhäuser Werk abhängig sei, habe seitdem deutlich zugenommen. In der Folge fielen die Umsätze bis zuletzt deutlich geringer aus als noch vor drei Jahren.

Ungemach macht sich auch von der anderen Seite des Globus breit, die Konkurrenz aus Asien, allen voran aus China, habe durch Überkapazitäten einen „erheblichen Preisdruck“ aufbauen können, erläutert der Werkleiter weiter. „Wir sehen uns mit aggressiven chinesischen Wettbewerbern konfrontiert, in Nordhausen können wir da nicht mithalten.“, sagt Schramm. Es sei in den letzten zwei bis drei Jahren nicht gelungen, mit den Preisen vor Ort Nachfolgeaufträge zu gewinnen, die „Kostenstrukturen“ in Mitteleuropa seien denen in China und auch in Osteuropa nicht mehr gewachsen.

Das alles war vor Corona. Die Pandemie scheint nun das letzte Zünglein an der Waage gewesen zu sein. Seit März befinde sich die gesamte Automobilindustrie im „Außnahmezustand“, international gingen Experten davon aus, dass die Branche erst im Jahr 2029 wieder auf das Vorkrisen-Niveau zurückkehren werde, sagt Schramm. „Es war vorher nicht gut und es wird jetzt nicht besser“.

Die Produktion im Südharz steht damit vor dem Aus. Das es einmal so kommen würde, sei klar gewesen, meint Betriebsrat Karsten Hahn, dass der Schnitt aber so hart und so schnell über das Werk kommen würde, dass sei nicht abzusehen gewesen. „Was uns stört ist der Zeitpunkt und die Geschwindigkeit mit der das jetzt laufen soll“, sagt Hahn der nnz. „Ich mache mir Sorgen wie es für unsere Mitarbeiter weiter geht. Nordhausen ist auch ohne Pandemie nicht eben eine strukturstarke Region, und der Arbeitsmarkt wird kaum über 200 Arbeitskräfte sofort aufnehmen können. Für viele wird es gerade in der jetzigen Situation schwer werden, etwas Neues zu finden.“ Das Unternehmen hätte seiner Meinung nach im Interesse der Mitarbeiter mehr tun können und sollen, um den Zeitpunkt der Schließung hinauszuzögern.

Noch in dieser Woche sollen die Gespräche zwischen Werksleitung und Betriebsrat beginnen, bei denen man über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die rund 250 Beschäftigten des Nordhäuser Werkes beraten will. Der Betriebsrat plant zudem in Zusammenarbeit mit der IG Metall Veranstaltungen für die Beschäftigten.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Hans Dittmar
02.09.2020, 14:22 Uhr
Globalisierung und der Druck auf die Wirtschaft
Es ist ein ehrliches Pressegespräch gewesen. Bleibt zu hoffen, dass Eaton für seinen Wechsel nach Polen nicht auch noch europäische Fördermittel abgreift.

Doch die oben genannten Gründe zum Weggang, sind schon lange bekannt und betreffen fast alle Branchen. Die ganze Welt lässt in China produzieren, stärkt so ein kommunistisches System und geht als Wirtschaftsmacht und vor allem Atommacht deutlich hervor. Ständige Lohnsteigerungen, hohe steigende Mindestlöhne und stetig steigende Energiekosten werden in den kommenden Jahren weitere Betriebe zum abwandern bewegen.

Ganz klar ist das auch eine Folge der links-grünen Sozial- und Umweltpolitik. Wo soll das noch hinführen? Wer glaubt der Staat könne sich auf Dauer 5 Mio. Harzer leisten, Corona-Pandemie Gelder und stetige Zuwanderung in den Sozialmarkt der irrt gewaltig.
Kein Wunder wenn dann Rufe nach einem bedingungslosen Grundeinkommen laut werden.
Deutschland steht näher am Bankrott und Zusammenbruch, als je zu einem Zeitpunkt der letzten 50 Jahre.
Wolfi65
02.09.2020, 16:06 Uhr
Bei aller Trauer
Ist denn schon für die Outgesourcesten Mitarbeiter ein Sozialplan ausgearbeitet worden?
Wenn ja, besteht die Möglichkeit für die Mitarbeiter mit dem Unternehmen innerhalb der EU nach Polen zu wechseln, um auch im europäischen Ausland Made in Germany-Standards hoffähig zu machen und die besondere Verbundenheit mit dem US-Amerikanischen Unternehmen unter Beweis zu stellen?

Herr Dittmar,
um an die politische Macht zu kommen, reicht es nicht, mit fliegenden Fahnen in den Reichstag einzumarschieren, denn die Staatsversager waren an dem besagten Tag gar nicht da.
Auch bringt es nichts, ständig von Seiten der AfD die Corona-Pandemie in Frage zu stellen.
Sehr wohl sterben immer noch viele Menschen an dieser Krankheit und ist keine Erfindung der BRD Scheindemokratie, welche sich auch in Zukunft viele Arbeitslose leisten kann.
Es wird eben einfach weiter Geld gedruckt.
Und nein, ich bin kein Linkswähler.
Nur ein bitter enttäuschter Wähler der AfD.
Paulinchen
02.09.2020, 16:12 Uhr
Schon eine tolle Zeit,...
... welche die Umweltschützer uns da bescheren. Wenn sie tatsächlich so intelligent sind, wie sie uns glauben machen, wo sind hier die Alternativen für die betroffenen Mitarbeiter? Oder reicht da der Verstand nicht dafür aus? So ist das, wenn der Staat sich dem Wahn von teils ungelernten unterwirft, (Resch von der DUH und Co.) und diese Blindgänger auch noch finanziert.

Mal abwarten, ob die Betroffenen Mitarbeiter auch so vom Staat unterstützt werden, wie die Fanatiker der E Autos. Das alles sind nur die Anfänge des Klimawahns in Deutschland. Offenbar sind doch einige Länder in Europa intelligenter.
Herr Schröder
02.09.2020, 16:19 Uhr
Das ist ganz einfach
das Ergebnis RRG Wirtschaftspolitik. Die Vernichtung unserer Automobilindustrie kostet erste Arbeitsplätze auch in Nordhausen! Da kann sich die Gewerkschaft auf die Hinterbeine stellen, ändern wird das nichts!
Nicht der Diesel muss verschwinden sondern die Grünen aus dem Landtag!
henry12
02.09.2020, 17:37 Uhr
@Hans Dittmar
Das haben Sie kurz und bündig auf den Punkt gebracht. Die traumtänzerische und weltfremde Politik dieser " Regierung " spielt dieser Entwicklung noch voll in die Karten.
Das Thema "Fachkräftemangel" dürfte sich nach Corona in dieser Volkswirtschaft für mindestens 10 Jahre erledigt haben.
Jetzt wäre eher der passende Zeitpunkt für Früh Verrentungen im großen Umfang.
Aber vl. werden wir ja noch ein erfolgreiches Agrarland, mit Ochsenkarren natürlich, wegen der Umwelt.
kuddel1
02.09.2020, 17:41 Uhr
Hintergründe der Werks-Schließung von EATON, NORMA und Conti
Mit voller Wucht wollen mehrere Metall-Unternehmen Nord-Thüringens die Folgen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise auf den Rücken der Arbeiter*Innen und ihrer Familien abwälzen. Diese Krise wirkt zusammen mit einer Strukturkrise auf der Grundlage der Einführung der E-Mobilität und wurde verschärft durch die Corona-Pandemie. Mit NORMA/Gerbershausen, EATON/Nordhausen und nun Conti/Mühlhausen sollen in absehbarer Zeit allein drei Fabriken in der Größenordnung von 180 bis 250 Beschäftigten in dieser Region geschlossen werden.
Das fordert die volle gewerkschaftliche Kampfkraft und die Solidarität aller Menschen in Nord-Thüringen heraus. Der Kampf um jeden Arbeits-und Ausbildungsplatz steht auf der Tagesordnung. Eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich würde die Erhaltung dieser Arbeitsplätze ermöglichen. Natürlich wirft diese aktuelle Entwicklung auch und besonders die Frage nach einer Wirtschafts-und Gesellschaftsordnung jenseits des Kapitalismus auf, nach einer Gesellschaft, in der nicht der Profit, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht. Der Kapitalismus muss revolutionär überwunden werden, um dem gesellschaftlichen Fortschritt für Mensch und Natur zum Durchbruch zu verhelfen. Nach dem 2. Weltkrieg wurden in der DDR hoffnungsvolle Ansätze zum Aufbau des Sozialismus verwirklicht. Jedoch wurde der Sozialismus verraten und der Kapitalismus durch neue Bürokraten wieder eingeführt. Die MLPD als Arbeiterpartei neuen Typs hat aus der gründlichen Aufarbeitung dieses Verrats grundlegende Lehren gezogen. Heute haben wir damit viel bessere Voraussetzungen, um diese fortgeschrittene Gesellschaftsform zur Realität werden zu lassen.

Kurt Kleffel / MLPD Nordhausen
andreas66
02.09.2020, 17:42 Uhr
An @Herr Schröder!
Selten so einen Schwachsinn gelesen. Was hat die Thüringer Landesregierung mit der möglichen Schließung des Eaton-Werkes? Diese Entscheidung ist ganz weit oben in der Chefetage eines großen amerikanischen Automobilzulieferer getroffen worden. Wer weiß, ob die unter dem Slogan "Amerika first" wissen, wo Thüringen liegt. Ganz allein die Grundregel des Kapitalismus hat die Manager von Eaton zu diesem Entschluss bewogen. Wo kann ich noch billiger produzieren, mehr Profit machen. In 3 Jahren wird das Werk in Polen auch wieder geschlossen und die Produktion nach Asien verlegt oder ganz eingestellt. Der Chinamann überholt uns im Eiltempo. Da kann die Regierung in Deutschland noch so trommeln. Egal welche Farben eine Thüringer Landesregierung hätte, aus die Maus. Mir tun nur die Mitarbeiter leid, werden so zum Spielball der Marktwirtschaft.
Leser X
02.09.2020, 18:16 Uhr
Was soll das Gejammer?
Haben "wir" nicht 1989 den Weg hin zum Kapitalismus gewählt? Und haben "wir" etwa nicht gewusst, dass in dieser Gesellschaft dass Heuern und Feuern zum Tagesgeschäft gehört? Man kann nicht alles Gute zusammen haben, es sei denn, man verlegt seinen Wohnsitz nach Schlaraffia.

Und was China betrifft: dieses Land als kommunistisch zu bezeichnen kann nur jemand, der sein altes Feindbild über die Zeit rettet. In Wahrheit ist man dort einfach produktiver. Und wer produktiver ist, macht im Kapitalismus das Rennen. Aber das will im überheblichen Westen keiner wissen geschweige denn hören.
Wolfi65
02.09.2020, 18:27 Uhr
Nein das haben "wir" 1989 nicht gewusst
Sonst wären die Bonn-Berliner Märchenerzähler hier gar nicht an das Ruder gekommen.
Hier sind den Menschen blühende Landschaften versprochen worden und keine Abbos mit Suppenküchen und Sozialamtern.
Man kann eben Saumagenessern einfach nicht trauen.
Herr Schröder
02.09.2020, 18:35 Uhr
andreas66
Da muss ich das sicher etwas verdeutlichen. Vielleicht haben sie Recht, die RRG Landesregierung besteht nicht nur aus Grünen. Nehmen wir eben mal das RR weg und fallen nur noch über die Grünen her. Die Grünen unterstützen die deutsche Umwelthilfe und sind damit verantwortlich für den Untergang der deutschen Automobilindustrie. Dieselautos werden in Deutschland mit Fahrverboten belegt und fahren im Ausland fleißig weiter. Deutsche LKW`s werden noch in Deutschland von Euro V auf Euro 0 zurück gebaut, um dann im Ausland weiter zu fahren. So retten wir das Weltklima und vernichten nebenbei Arbeitsplätze in Deutschland!
Mission 25. April 2021, werft die Grünen aus dem Landtag damit dieser bundesweite Hype endlich aufhört. Unsere Dieselautos der neusten Generation sind sauber und umweltfreundlicher als jedes Elektroauto. Man muss genau hinsehen und die gesamte Herstellungskette betrachten und auch betrachten, wo der Strom herkommt, wo die Komponenten für die Akkus herkommen und unter welchen Bedingungen diese in der dritten Welt erwirtschaftet werden.
andreas66
02.09.2020, 19:22 Uhr
Ich nochmal.
Der Aufbau von Benzin- und Dieselmotor sagt mir, das in beiden Aggregaten Ventile zum Einsatz kommen. Nix anderes stellt Eaton her. Mit der umweltpolitischen Begründung der Werksschließung liegen sie falsch, Herr Schröder. Einzig marktwirtschaftliche Gründe zwangen die Manager von Eaton, das Nordhäuser Werk zu schließen. Da können sie sich noch so abstrampeln und über die Grünen sowie andere Parteien herziehen.
Senta
02.09.2020, 20:01 Uhr
Das Problem ist nicht nur China
Seit Jahren sind Länder wie Polen oder Tschechien Mitglied der EU. Seit Jahren tut sich dort aber nichts mit dem Euro. Viele Werke aus Deutschland wandern in diese Länder ab. Warum??
Weil dort auch viel billigere Arbeitskräfte sind.
So lange wie diese Länder den Euro nicht wollen oder bekommen, wird sich dieses Problem nie lösen und noch mehr Firmen dort hin verlagert.
Jon
02.09.2020, 21:00 Uhr
ach übrigends
wurde das Werk von EATON in Polen unter der Leitung von EATON Nordhausen aufgebaut und nun raten sie mal was mir mein Zahnarzt etwa 1995 sagte als ich in Arbeitskleidung von EATON in der Sprechstunde in der Arnoldstraße war " EATON gibt es noch aber nicht mehr für die "Ewigkeit"den in Polen liegt die Zukunft. Die Frage mit Polen habe ich den damaligen Geschäftsfführer gestellt...der war der Meinung ich sollte sofort den Zahnarzt wechseln,habe ich nicht getan denn einen "Besseren"gibt es nicht. Nun bin ich schon 20 Jahre dank EATON in guter Rente und kann nur sagen " das ist Kapitalismus" und wer in der DDR-Schule richtig aufgepasst hat wusste worauf er sich einstellen sollte. Nun hat es EATON erwischt, schade ,als ehemaliger Mitarbeiter wünsche ich allen Mitarbeitern alles erdenklich Gute und "Kopf hoch wen der Hals auch d..... ist"
Motte83
02.09.2020, 22:08 Uhr
Die Grünen
Werter Herr Schröder,
die Mobilitätswende kommt vom Bund, nicht vom Land. Und die Bundesregierung wird seit 2005 nunmal von der CDU geführt. Wer opfert hier also die deutsche Automobilindustrie?
Kelly
03.09.2020, 06:06 Uhr
Der Traum vom Industriegebiet "Goldene Aue"
wird wohl angesichts weiter entstehender
Industrie- und Gewerbebrachen für immer
ein Traum bleiben.
An den blühenden Landschaften vorbei
fährt man auf einer A38, die nichts anderes
ist, als eine Transitstrecke gen Osten und
wieder zurück.
Der Osten ist reichlich abgeschöpft, die
Fördermittel freundlich angenommen
und die Bindefristen abgelaufen.
Zurück bleiben Erwerbslose, die geringer
entlohnt wurden, als ihre Fachkollegen
im Westen. Die "Ossis" müssen ja noch immer
lernen wie gearbeitet wird, seit 30 Jahren!
Herr Schröder
03.09.2020, 07:40 Uhr
unpolitisch47
Da haben sie Recht. Wir können aber bei den Landtagswahlen in Thüringen beginnen und bundesweit ein Zeichen setzen.
Herr-Funke
03.09.2020, 08:01 Uhr
Sinnloses Geheule...
Ihr seid doch alle selber schuld das ihr bald auf der Straße sitzt und nach einem Jahr Arbeitslosigkeit Hartz4 bekommt und euer Essen bei der Tafel holt.
Ihr EATON angestellten redet seit Jahren davon "das es Euere Firma nicht mehr lange macht" und die Bude bald dicht macht....da frage ich mich wirklich warum Ihr nicht schon lange da weg seid und bis zum Untergang auf dem sinkenden Schiff bleibt?!
Es kann keiner sagen das er es nicht seit Jahren gewusst hat und jetzt ist Jammern auf hohen Niveau angesagt....
Ich kann es nicht mehr hören....
Kelly
03.09.2020, 09:01 Uhr
Der Abbau geht weiter
mit der Funke-Gruppe.
Auch hier bleiben die Mindestlöhner zurück.
Dazu abgewirtschaftete, durch Fördermittel
finanzierte Anlagen und Immobilien.

Anm. d. Red.: Gekürzt, kein Chat
Kontrapost
03.09.2020, 09:04 Uhr
Ansiedlung in Gera Industriegebiet
Dass man Industriegebiete im Osten nicht abschreiben muss, zeigt Gera. Obwohl es "nur" Amazon ist, hat sich dort ein Unternehmen angesiedelt. Die Lage und Verkehrsanbindung etc. dürfte in Nordhausen nicht viel schlechter sein. Da stellt sich erneut die Frage, was andere besser machen.

Anm. d. Red.: Gekürzt, kein Chat
b@st3l76
03.09.2020, 09:42 Uhr
Kapitalismus kommt von Kapital
Wirf Kapitalisten, Chinesen und Osteuropäische Länder und deren Arbeitskraft in einen Topf und schüttel. Was daraus kommt? Eine von Geldgier überfressene Lobby, deren das Wort Arbeitskraft nichts bedeutet. Wir sind nur Personalnummern, wer nicht das Glück hat, sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben, wird nur knechten bis zur Rente, wenn man (siehe EATON ) überhaupt soweit kommt. Das ist doch alles ein Kreislauf. Die Manager oder Geschäftsführer stopfen sich die Taschen voll, verdient haben es für die Bosse aber die fleißigen kleinen Bienen, die tgl. Spagat zwischen Familie und Arbeit leisten. Am besten für 10 Euro. Ah, zuviel? Na dann lassen wir das in China machen, wo die Suizidgefahr auf der ganzen Welt am höchsten ist. Lassen sie am besten in der Firma noch Fotos schießen, damit sie es nachbauen können. China ist als Land eine schleichende Gefahr. Nicht die Menschen, die müssen auch nur ihr Brot verdienen, unter was für Bedingungen auch immer. Oder wir machen in Polen auf, da gehen die Leute auch für 6 Euro los? Warum? Na weil da auch alles weniger kostet! Und der Statt DEUTSCHLAND guckt weg, oder will nichts sehen, oder bekommt von dem alles nichts mit - keine Ahnung. Unterm Strich werden wieder Arbeitsplätze fallen, wie Geldscheine in die Geldbörsen derer, denen das sowieso nicht interessiert.
Trauriges Deutschland, was sich nicht nur Corona langsam als Virus infiziert.
Ich geh jetzt arbeiten, ähm knechten. Frohes schaffen
qualle
03.09.2020, 10:42 Uhr
Schuldfrage?
Schon schön einfach immer der Politik die Schuld zu geben. Auf einer Seite "wir bezahlen zu viele Steuern", "alles zu sozial", auf der anderen Seite böser Kapitalismus.
Leider ist Deutschland in einigen Bereichen nicht mehr konkurrenzfähig, daher war das ganze auch absehbar. Ärgerlich ist aber die Zeitschiene in der das ganze in Nordhausen ablaufen soll.

Man kann die Schuldigen sicher in Fernost suchen, aber dort kann man aufgrund der Arbeitszeit/Personalkostenstruktur deutlich effektiver arbeiten. Das Know-how kauft man sich ja gern in Europa ein.
Nur da wir kaum auf Verdienst in Deutschland verzichten werden, stellt sich mir eine andere Frage, warum werden die Automobilzulieferer so von der eigenen Industrie geschröpft. Denn am Ende entscheidet sich VW und Co dafür keine fairen Preise zu bezahlen um ihre Dividenden und Gewinne zu maximieren ohne an die soziale Verantwortung gegenüber der Zulieferer zu denken. Selbst werden dort aber bei einer 32h Woche Mondgehälter bezahlt und man sonnt sich als toller Arbeitgeber "Made in Germany".
Gefördert wird das letztendlich also wie meist von den Big-Playern, da kann die Politik nur recht wenig machen. Der Endkunde wird dann am Ende trotzdem zur Kasse gebeten. Klar ist natürlich auch das Eaton als Mutterkonzern das ganze auch nicht besser macht.

E-Autos, Corona und China sind da dann nur ein Beschleuniger. Was bleibt uns übrig, noch vorne schauen und mit neuen Technologien besser und effizienter als andere sein oder aber eine sozialere Marktwirtschaft. Für letzteres müsste sich die komplette Globalisierung einmal auf den Kopf stellen und ob es uns dann am Ende besser geht?
free Gigi
03.09.2020, 12:41 Uhr
und jetzt noch eine Variable
stellen sie sich mal vor, die Politik würde nun auch noch unser aller Steuergelder als Kaufprämie für Autos rauspusten...!!!
Leser X
03.09.2020, 14:45 Uhr
bastel76
Und warum wird in Deutschland für wenig Geld geknechtet? Weil kaum jemand noch gewerkschaftlich organisiert ist. Sei es aus Geiz oder aus Schiß. Nicht immer alles auf die schlimme Welt da draußen schieben. Wer den Widerstand scheut, hat nichts anderes verdient. Existenzsichernde Löhne fallen auch in Polen und China nicht vom Himmel.
Nordthüringer
04.09.2020, 01:40 Uhr
Zunächst mal ...
... eine marktwirtschaftlich-unternehmerische Entscheidung.

Da nützt es auch nichts, wenn einige ewig Gestrige
ihrem längst verflossenen SED-Parteibuch hinterher
trauern ...
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