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Di, 16:23 Uhr
01.09.2020
Zum Auftakt der Interkulturelle Woche wurde ein Ginkgo-Bäumchen gepflanzt

Ein Baum für den Frieden

An einer besonders geschichtsträchtigen Stelle der historischen Rolandstadt Nordhausen wurde heute Nachmittag im Beisein des Stadtoberhaupts aus Anlass des 81. Jahrestages des Kriegsausbruchs 1939 ein Zeichen gesetzt. Eingesetzt, um es genau zu sagen …

Oberbürgermeister Buchmann und Schrankenlos-Chefin Tiepelmann-Halm rahmen den Star des Tages ein (Foto: oas) Oberbürgermeister Buchmann und Schrankenlos-Chefin Tiepelmann-Halm rahmen den Star des Tages ein (Foto: oas)


Ein junger Ginkgobaum ziert seit heute die Wiese kurz vor dem Judenturm auf dem Nordhäuser Petersberg. Dorthin hatte Oberbürgermeister Kai Buchmann geladen, um am Weltfriedenstag an den Kriegsausbruch vor 81 Jahren zu erinnern. Am 1. September 1939 war die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschiert und löste damit den verheerendsten Krieg der Weltgeschichte mit Millionen von Toten rund um den Erdball aus.

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Dieser Opfer zu gedenken, aber auch zu warnen, damit sich eine solche Katastrophe niemals wiederholen möge, diente die Aktion, welche gleichzeitig die traditionelle Interkulturelle Woche in Nordhausen eröffnete. Kai Buchmann rief den anwesenden Vereinsvertretern, Verwaltungsmitarbeitern und Stadträten die Barbarei der Nazizeit und die Vernichtung der Stadt Nordhausen durch englische Fliegerbomben im Frühjahr 1945 ins Gedächtnis. Besonders der Petersberg als ein urbanes, historisches Stadtviertel war davon betroffen, die meisten Opfer des Bombardements waren hier zu beklagen, erinnerte Buchmann. „Dieser Ort bietet sich für eine solche Aktion an“, sagte er. „Es ist richtig, dass der Baum hier steht.“

Die Nordhäuserin und Vorsitzende des Schrankenlos Vereins Stephanie Tiepelmann-Halm gedachte ihrer Jugendzeit in den Neunziger Jahren, in denen sie Angst hatte vor Neonazis in Bomberjacken und Springerstiefeln mit weißen Schnürsenkeln. Der Baum soll nun für Vielfalt, Offenheit und Toleranz stehen, wünschte sie sich und dass alle aus der Geschichte lernen mögen.

Am liebsten sähen es Tiepleman-Halm und Buchmann, wenn jedes Jahr ein Bäumchen zum heute eingepflanzten hinzukäme und sich eine Tradition daraus entwickeln könnte, am Weltfriedenstag hier ein Zeichen gegen Krieg, Gewalt und Intoleranz zu setzen. Platz genug dafür sei auf dem Petersberg, der eine so sehenswerte Wandlung seit der Landesgartenschau 2004 genommen habe, betonten beide.

Finanziert wurde die Ginkgo-Pflanze aus den Einnahmen der Aktion „FAIRLAUF DICH NICHT“, die im Rahmen des Citylaufes 2019 als ein Lauf für Weltoffenheit und Toleranz stattgefunden hatte. 400 Euro aus dem Erlös wurden für den Baum verwendet, den Rest steuerte die Stadt Nordhausen bei, deren Gartenbauamt die Einpflanzung übernahm. Weil der Baum drei Meter tief eingegraben werden musste, hatten die städtischen Angestellten schon vorgearbeitet, so dass das Bäumchen heute bereits an seinem neuen Wohnort stand. Auf das medienwirksame erste Spatenstechen verzichteten die Protagonisten deshalb auch.

Ein Gedenkstein weist auf den Anlass der Pflanzung hin (Foto: oas) Ein Gedenkstein weist auf den Anlass der Pflanzung hin (Foto: oas)


Wer diese Idee, jedes Jahr am Weltfriedenstag einen neuen Baum auf dem Petersberg zu pflanzen, unterstützen möchte, der kann sich an den Nordhäuser Verein Schrankenlos wenden, wo es ein Spendenkonto für die Aktion gibt. Einen Citylauf, zu dem es eine Fortführung der baumstiftenden FairLauf-Aktion geben könnte, wird es in diesem Jahr wegen der Corona-Krise definitiv nicht geben.
Olaf Schulze
Baumpflanzung am Weltfriedenstag (Foto: oas)
Baumpflanzung am Weltfriedenstag (Foto: oas)
Baumpflanzung am Weltfriedenstag (Foto: oas)
Baumpflanzung am Weltfriedenstag (Foto: oas)
Baumpflanzung am Weltfriedenstag (Foto: oas)
Baumpflanzung am Weltfriedenstag (Foto: oas)
Baumpflanzung am Weltfriedenstag (Foto: oas)
Autor: osch

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Kommentare
Junge21
01.09.2020, 19:32 Uhr
Bäume für den Frieden
Das ist doch schön, Bäume pflanzen tut der Umwelt auch gut. Zudem noch ein Statement als Schmankerl, gegen Rechts. Ich hab vor 2 Jahren einen Pflaumenbaum im Garten gepflanzt, Und im Jahr davor einen Walnussbaum. Sie gedeihen sehr gut! Ganz ohne politische Absicht!
LAGE
02.09.2020, 14:11 Uhr
Gingobaum
Die Aktion mit dem Gingobaum, der ja auch als lebendes Fossil bezeichnet wird, ist sehr gut nach m.M.
Was mich etwas stört, sind die Worte von Fr. Tiepelmann-Halm die "in den 90gerJahren Angst vor Neo-Nazis hatte.
Musste einfach die "Keule" herhalten?
Undine
03.09.2020, 14:16 Uhr
Nicht mal einen Baum kann man heutzutage pflanzen,
ohne dass der böse "Neonazi" erwähnt wird. Das nimmt ja wirklich absurde Züge an.
Kontrapost
03.09.2020, 14:59 Uhr
Baumart auch noch falsch geschrieben. Peinlich.
Dass die Bezeichnung des politisierten Baums auf dem Schild auch noch falsch geschrieben ist, sei hier nur am Rande erwähnt.
Peinlich!
ndhmann
03.09.2020, 16:04 Uhr
Schreibweise !!!!!!
Die richtige Schreibweise bzw. botanische Bezeichnung ist doch nicht mehr wichtig.......
Hauptsache der Baum wächst nicht nach rechts und hat auch sonst keine rassistischen Merkmale .....
Herr Taft
04.09.2020, 01:40 Uhr
Kann mich an einen...
großen Ginkgo-Baum in Weimar erinnern, den ich mal als Kind bewundert habe - wunderschöne Pflanzen finde ich...dauert Jahrzehnte bis sie groß sind.

Und das Schild mit den vertauschten Buchstaben könnte eine Touristenattraktion werden...
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