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Fr, 08:10 Uhr
21.08.2020
Geschichts- und Altertumsverein Nordhausen

Neuer Band der "gelben Reihe" erscheint im Dezember

Im Rahmen der Corona- Schutzmaßnahmen wird der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein seine geplante Veranstaltungen bis Oktober nicht durchführen können. Dies betrifft auch die Busexkursion am 20. September...

„Corona“ macht die Mitglieder und den Vorstand nicht tatenlos. So werden alternative Möglichkeiten genutzt, um Geschichte an die interessierten Geschichtsfreunde zu bringen. Im Druck ist der Nachlass des Ende 2017 verstorbenen Ullrich Mallis als Sonderausgabe. Dankenswerterweise hatte sein Sohn Carsten Mallis die Arbeit über die Geschichte des Schachtes Ludwigshall Wolkramshausen fertig gestellt. Ullrich Mallis befasste sich intensiv mit der Sprengstoffkatastrophe im Jahr 1942. In rund 660 Metern unter der Erde ereignete sich eine Großexplosion der Heeres-Munitionsanstalt, bei der 145 Tote, darunter größtenteils zwangsweise Beschäftigte, zu beklagen waren.

Mallis machte es sich zur Aufgabe, das in der DDR einst wenig beachtete Thema besonders um die Geschichte des Schachtes, insbesondere das tragische Unglück, aufzuarbeiten. Obwohl wenig Material zur Verfügung stand, wie einige wenige Publikationen aus den alten Bundesländern, veröffentlichte Aufarbeitungen nach der Wiedervereinigung und Zeitzeugenberichten, ist es Mallis gelungen die geschichtlichen Anfänge über die Zeit des Kali-Werks in er ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts, über die Dienstverpflichtung von Zwangsarbeitern und DAF in der Heeres-Munitionsanstalt im Nationalsozialismus darzustellen.

Das Explosionsunglück nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Neben dessen historischer Darstellung wird auch die Erinnerung- und Gedenkarbeit im NS, in der DDR- und BRD-Zeit in den Blick genommen. Nicht nur der textuelle Gehalt, sondern auch das bisher noch unbekannte verwendete Bildmaterial geben dem Werk von Mallis seine qualitative Wertigkeit für die Regionalgeschichte. Umso mehr sieht sich der Geschichtsverein, besonders unter Initiative des nun 25 Jahre lang aktiven Vereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Grönke, in der Pflicht, Ullrich Mallis Arbeit an die interessierte Leserschaft zu bringen.

Auf Dezember 2020 dürfen sich die Leserinnen und Leser der „Gelben Reihe“ wieder freuen. Es erscheint der 45. Band der „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen“ wie im letzten Jahr mit neuem Bildcover und einen bunten Strauß an lesenswerten Beiträgen aus Stadt und Landkreis von 20 Autoren verfasst.

Einen Beitrag über die Zuweisung von Kippermünzen nach Lipprechterode, die Kinder- und Jugendsportschule in Nordhausen in den Gründerjahren, der Ehrenfriedhof in Nordhausen und auch die die Geschichte des Gipses im Landkreis sind u. a. enthalten. Aber auch biographische Aufarbeitungen über die Leiterin des Meyenburg-Museums Annemarie Lappin, über Dr. med. Carl Friedrich Riecke sowie Dr. Georg Karl Heinrich Sander bilden einen Lückenschluss in der regionalen Geschichte.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass der vorletzte Teil IV über die Schlaraffen in der Stadt im Band zu finden ist. Ebenso stellen sich neue Autoren mit ihrem Engagement zum Schreiben vor. So forschte die neue Autorin Saskia Zweck über „Die Geschichte hinter den Bildern. Eine "Visual History" der Luftangriffe vom 3. und 4. April 1945 auf Nordhausen“ und berichtet darüber in ihrem Beitrag. Natürlich darf im Jubiläumsjahr des Geschichtsvereins eine textuelle Würdigung dessen nicht fehlen. So gehören ein Aufsatz über die Fundstücke aus dem Nachlass von Dr. Hans Silberborth und ein erster Teil über die 150 jähre Geschichte des Vereins in den Jahren von 1870 bis 1945 des amtierenden Vereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Grönke dazu.

Vereinsmitglieder erhalten wie jedes Jahr die neu erschiene Ausgabe der ohne weitere Kosten, da diese mit Mitgliedsbeitrag mit inbegriffen ist. Also Mitglied werden lohnt sich. Mehr dazu, steht auf der neuen Internetseite des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins www.ngav.de.

Der Vereinsvorstand arbeitet schon an den Themen und Veranstaltungen für das kommende Jahr, denn das Rad der Zeit und damit für die Geschichte dreht sich auch 2021 weiter. So wird schon an der inhaltlichen Ausrichtung des nächsten Bandes der „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen“ gearbeitet. Der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein und seine Mitherausgeber sind deshalb an der Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren interessiert, die zu den Themenbereichen: Geschichte, Archäologie und mit interdisziplinärem geschichtlichen Kontext Politik, Wirtschaft und Soziales, Geologie, Umwelt sowie Technik wissenschaftlich gearbeitet, methodisch geforscht, Sammlungen zusammengetragen oder sich anderweitig zu den obengenannten Zielen im öffentlichen Interesse betätigt haben.

Der Vorstand und die Mitglieder unterstützen gern die Autoren bei der Quellenrecherche, tauschen unser Wissen und unsere Erfahrungen aus und geben ihnen gern die Kontakte zu Experten weiter. Näherer ist aus der Autorenvereinbarung und den Richtlinien auf www.ngav.de zu entnehmen. Der Verein nimmt auch gern Aufsätze bis Ende Juli eines jeden Jahres entgegen. Neue Autoren werden darum gebeten, bis Ende März mit dem Vereinsvorsitzenden Kontakt aufzunehmen, um sich einmal kennenzulernen und um näheres abzustimmen. "Wir freuen uns auf Sie und Ihre Idee!", ruft der Vorstand und die Mitglieder des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins allen Geschichtsbegeisterten zu.
Marie Luise Zahradnik
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