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Do, 10:32 Uhr
06.08.2020
„Corona-Disziplin“ auf dem Bau im Kreis Nordhausen sinkt

Mehr Verstöße gegen Abstands- und Hygiene-Regeln

Die „Corona-Disziplin“ auf dem Bau sinkt: Auf immer mehr Baustellen im Landkreis Nordhausen wird gegen Abstands- und Hygieneregeln verstoßen. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). „Viele Baufirmen nehmen die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus auf die leichte Schulter. Das ist fatal“, sagt der stellvertretende Bezirksvorsitzende der IG BAU Nordthüringen, Harald Buntfuß...

Baustellenschild (Foto: IG Bau) Baustellenschild (Foto: IG Bau)


Immer häufiger werde wieder „im alten Trott“ gearbeitet – wie vor der Corona- Pandemie. Viele Bauunternehmen blendeten die Gefahr einer Infektion mit dem Covid-19-Virus inzwischen einfach aus, so die IG BAU. Bei ihren Baustellen-Visiten stoße die Gewerkschaft auf „grobe Corona-Sünden“: „Oft ist nicht einmal das Händewaschen möglich. Ein Waschbecken mit Seife und fließendem Wasser – Fehlanzeige. Von Desinfektionsmittel-Spendern ganz zu schweigen. Aber auch Sammeltransporte in Bullis sind schon längst wieder an der Tagesordnung. Genauso Frühstücks- und Mittagspausen dicht an dicht im Bauwagen“, sagt Harald Buntfuß.
Corona-Schutz auf dem Bau koste – wie in anderen Bereichen der Wirtschaft auch – Geld. Das seien allerdings notwendige Kosten, die die Bauunternehmen im Landkreis Nordhausen nicht scheuen dürften, fordert die IG BAU Nordthüringen: „In der Corona- Pandemie zeigen Baubeschäftigte volle Leistung. Dafür haben sie auch vollen Gesundheitsschutz verdient.“

Der stellvertretende IG BAU-Bezirksvorsitzende Buntfuß appelliert an die Baubeschäftigten im Kreis Nordhausen, strikt darauf zu achten, sich zu schützen: „Regelmäßiges Händewaschen, Schutzmasken und das Arbeiten mit Abstand gehören zu den To-dos auf dem Bau. Denn Corona-Schutz ist Arbeitsschutz. Und den müssen Beschäftigte notfalls selbstbewusst einfordern“, macht Buntfuß deutlich.

Dass das Arbeiten unter freiem Himmel das Infektionsrisiko reduziere, sei nur die halbe Wahrheit. Spätestens beim Innenausbau und beim Sanieren sehe das dann schon ganz anders aus. Zudem lauere bei gemeinsamen Pausen eine hohe Infektionsgefahr. Ebenso auf dem Weg zur Baustelle im Sammeltransporter: „Hier müssen Arbeitgeber Einzelfahrten möglich machen – und den Bauarbeitern dafür auch etwas bieten“, fordert Harald Buntfuß. An- und Abfahrten zwischen Wohnort und Baustelle würden bislang in der Regel nicht entschädigt. „Dabei legen Bauarbeiter oft enorme Strecken zurück. Das ist verlorene Zeit für sie“, kritisiert der stellvertretende IG BAU-Bezirksvorsitzende. Für diese Wegezeit nichts zu bekommen, sorge für immer mehr Unmut und Ärger unter den Bauarbeitern. Immerhin diktiere der Chef, wer wann zu welcher Baustelle fahren müsse.
Die Wegezeit ist für einen Großteil der Baubeschäftigten im Kreis Nordhausen längst zu einem „wunden Punkt“ geworden, so die IG BAU. Trotzdem hätten die Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen für das Bauhauptgewerbe zur Wegezeit kein Angebot auf den Tisch gelegt. „Auch in puncto Lohn und Gehalt kam nichts von den Arbeitgebern. Sie gehen stattdessen auf Konfrontationskurs“, so Harald Buntfuß.

Die IG BAU werde jedoch nicht lockerlassen: „Gerade auch nach den Erfahrungen, die viele Baubeschäftigte in der Corona-Pandemie gemacht haben und nach wie vor machen müssen, wird die IG BAU die Wegezeit in der bevorstehenden Schlichtung wieder auf den Verhandlungstisch packen.“ Dies wird, so die Erwartung der IG BAU, in der letzten Augustwoche (voraussichtlich am 26. August) der Fall sein.
Im Fokus der Verhandlungen steht dann auch die Lohnforderung der IG BAU: ein Plus von 6,8 Prozent, mindestens jedoch 230 Euro pro Monat mehr für die Baubeschäftigten. Darüber hinaus sollen Azubis aller Ausbildungsjahre 100 Euro zusätzlich im Monat erhalten. „Mehr Arbeitsschutz und mehr Lohn – das hat der Bau verdient. Und die Bauunternehmer können es sich leisten. Denn der Bau boomt – auch im Kreis Nordhausen“, sagt Harald Buntfuß.
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Kommentare

06.08.2020, 12.41 Uhr
Sigmund | Arbeitnehmer
Leider ist es so, dass der überwiegende Teil der „Arbeitnehmer“ die Gewerkschaften im Regen stehen lässt. Sie verlangen zwar, dass die Gewerkschaft für sie kämpft, aber selber etwas dafür zu tun, ist nicht drin. Aber über die Gewerkschaften meckern. Normal wäre es, das nur die Gewerkschaftsmitglieder von den Lohnerhöhungen profitieren, aber der Arbeitgeber zahlt all seinen Arbeitnehmer die Erhöhung und schadet somit der Gewerkschaft und stellt sie auf lange Sicht kalt. Aber bevor das der Deutsche Michel richtig bemerkt ist es zu spät. Wie sagt ein Sprichwort „ Jeder bekommt das was er verdient“. So sagt zwar das Sprichwort, aber die Wahrheit sieht ganz anders aus.

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06.08.2020, 12.42 Uhr
Sigmund | Arbeitnehmer
Leider ist es so, dass der überwiegende Teil der „Arbeitnehmer“ die Gewerkschaften im Regen stehen lässt. Sie verlangen zwar, dass die Gewerkschaft für sie kämpft, aber selber etwas dafür zu tun, ist nicht drin. Aber über die Gewerkschaften meckern. Normal wäre es, das nur die Gewerkschaftsmitglieder von den Lohnerhöhungen profitieren, aber der Arbeitgeber zahlt all seinen Arbeitnehmer die Erhöhung und schadet somit der Gewerkschaft und stellt sie auf lange Sicht kalt. Aber bevor das der Deutsche Michel richtig bemerkt ist es zu spät. Wie sagt ein Sprichwort „ Jeder bekommt das was er verdient“. So sagt zwar das Sprichwort, aber die Wahrheit sieht ganz anders aus.

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06.08.2020, 13.25 Uhr
Paulinchen | Heute ist in der Zeitung...
... mit vier Buchstaben zu lesen, die USA liegen mit 1000 Neuinfektionen in 24 h, einsam an der Weltspitze. Wer aber kann dieses Ergebnis noch toppen? Natürlich Deutschland, mit 1047 Neuinfektionen in 24 h. Wenn das mal keine Glanzleistung ist, was denn dann?

Ach ja, der Coronavirus ist ja nur in der Phantasie der Politiker und Medien existent. So was aber auch.....

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06.08.2020, 13.57 Uhr
Flitzpiepe | Also das Ding mit den 4 Buchstaben
würde ich nicht als Zeitung bezeichnen.
Gerade beim CSSE nachgeschaut: Gestern am 5.8. wurden in den USA 52000 Neuinfektionen gemeldet.
Noch Fragen, Paulinchen?

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06.08.2020, 14.34 Uhr
Real Human | Corona muss weg!
Jou, „Sigmund“, do häste Racht: An jedes Volek kricht das, was äs verdient! (Ich hoffe, ich ha mien Nordhisser Platt nach richtich in Ärinnerung!)

Herr Buntfuß hat die „wunden Punkte“ genannt:

• Oft lange gemeinsame Anfahrtszeiten in engen Innenräumen, wo auch der Mund-Nasenschutz nur noch sehr bedingt vor dem mit Corona-Viren belastetem Mikro-Aerosol schützen kann.

• Der Innenausbau bei oft hoher körperlicher Belastung. Unter der „Maske“ hält es da niemand lange aus.

Ein Ausweg könnten lange zusammenarbeitende Teams mit häufiger Kontrolle auf Corona-Viren sein, so dass hier eine Herdenimmunität entstehen könnte. Das wäre aber wohl sehr praxisfern?

Absolute Priorität muss daher die medizinische Bekämpfung des Virus selbst haben. Primär durch einen wirksamen Impfstoff, sekundär durch ein ebenso wirksames Medikament. Corona ist an sich weder gut noch böse. Es setzt vor allem auf die Selbstreproduktion, würde sich aber vielleicht auch gern im Wirtsorganismus festsetzen, wie z.B. das Herpesvirus oder andere „persistente“ Viren. Auch damit das verhindert wird, muss Corona so schnell wie möglich verschwinden!

Aber leider gibt es erschreckend viele „Aluhüte“ von Links bis Rechts, die jetzt schon gegen eine flächendeckende Impfung sind.

„Herr, lass es endlich Hirn regnen!“, würde ich sagen, wenn ich religiös wäre.

Ein angemessenes Grundeinkommen (zuerst nur für Deutsche!) könnte übrigens auch zu Verhandlungen auf Augenhöhe zwischen Arbeit-“gebern“ und Arbeit-“nehmern“ beitragen – ohne die Rolle der Gewerkschaften zu schwächen. Oder?

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06.08.2020, 17.00 Uhr
N. Baxter | Bau und Hygiene?
bei den Temperaturen mit Mundschutz...? Hmm klar...

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