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Mo, 19:37 Uhr
13.07.2020
Nachtrag zur Lesserplatz-Berichterstattung

„Sport frei auf dem Lesserplatz“, aber…

„Tue Gutes und rede darüber“ lautet ein bekannter Wahlspruch, den Menschen, die für die Allgemeinheit Positives bewirkt haben, für sich in Anspruch nehmen. Und zwar völlig zurecht. Unter lobenswerten Aktivitäten in der Rolandstadt ist zweifellos auch die Belebung des Lesserplatzes mit anzuführen. Doch scheinen uns nach der Berichterstattung (siehe nnz vom Dienstag, 07. Juli 2020) einige Nachbemerkungen angebracht zu sein…


In der Tat hatten die Geschäftsführer der Diakonie Nordhausen, Michael Görk, und von „carpe diem“, Thomas Erny, bereits vor Jahren gemeinsame Überlegungen angestellt, den am Fuße der Lesserstiege liegenden Platz mit Geräten zu versehen, um sportliche Aktivitäten einer breiten Öffentlichkeit zu ermöglichen. Mit anderen Worten, die Akteure wollten den bislang „toten Platz“ schlichtweg mit Leben erfüllen.

Doch Gespräche über dieses Vorhaben fanden zwischen den beiden genannten Geschäftsführern und der Stadtverwaltung wohl mehr im Verborgenen statt. Zumindest war in den Nordhäuser Medien darüber kaum etwas zu lesen. So darf es auch nicht verwundern, dass im Rahmen eines kurzfristig angesetzten Basistreffens der Nordhäuser SPD im März 2018 von derlei geplanten Aktivitäten nichts bekannt war.

Die Mitgliederversammlung der Südharzer Sozialdemokraten sollte dazu dienen, neben einer kritischen Analyse über den Zustand der Partei auch zahlreiche Vorschläge, Ideen und Initiativen auf kommunaler Ebene zu diskutieren und auf den Weg zubringen. U.a. nahm schließlich die Idee von einer Belebung des Lesserplatzes immer mehr Gestalt an.

Auf Initiative unserer Partei kam es schließlich am 4. Mai 2018 zu einem Treffen im Nordhäuser Rathaus, an dem neben Vertretern der Stadtverwaltung Nordhausen auch Thomas Erny von „carpe diem“ (er vertrat zugleich auch Diakonie-Geschäftsführer Michael Görk), unsere SPD-Kreisvorsitzende Anika Gruner, sowie Klaus-Dieter Reimers und Hans-Georg Backhaus als Vertreter des SPD-Ortsvereins zugegen waren.

Schließlich kam man überein, den Platz zu einem Verweilplatz umzugestalten, ihn endlich mit Leben zu erfüllen. Zudem war ein Bewegungsparcours geplant. Alsbald wurden unter der Regie des Sachgebietes Umwelt und Grünordnung zunächst drei Betonkuben mit Holzlatten versehen, um erste Sitzgelegenheiten zu schaffen. Zudem starteten die Initiatoren mit Hilfe der Nordhäuser Medien einen Spendenaufruf, um Gelder für Bänke und kleine Spielgeräte einzuwerben.

Der Münchner Kaufmann Andreas Lesser las in der nnz von dem Vorhaben und beteiligte sich finanziell an der Anschaffung von zwei Bänken. Ein dritte Bank wurde teilweise von Mitgliedern der Nordhäuser SPD gesponsert. Ein weiterer über die Nordhäuser Medien veröffentlichter Appell an Geschäftsinhaber, Geldhäuser und Unternehmen der Region, sich finanziell an der Aufstellung weiterer Bänke oder kleiner Spielgeräte zu beteiligen, verhallte allerdings ergebnislos. Einzig die Nordhäuser Kreissparkasse half.

Am 21. Juni 2018 übergaben die Akteure im Rahmen einer kleinen Eröffnungsfeier den umgestalteten Platz an die Nordhäuser. Allerdings war dies nur ein erster Bauabschnitt. Denn Thomas Erny und Michael Görk kündigten damals an, dieses Areal gemeinsam mit der Stadt weiterentwickeln zu wollen. Ziel sollte ein Mehrgenerationenspiel und -sportplatz sein. Beantragte Fördermittel sollten die Finanzierung ermöglichen.

Es mussten allerdings noch zwei Jahre vergehen, bis es am vergangenen Dienstag endlich soweit war. „Sport frei“ hieß es an jenem Nachmittag des 7. Juli, und der Bewegungsparcours, der vier Sportgeräte umfasst, wurde im Rahmen einer kleinen Feier den Bürgerinnen und Bürgern zur sportlichen Betätigung übergeben. Wie der nnz zu entnehmen war, gab es u.a. kurze Ansprachen von Michael Görk und der Nordhäuser Bürgermeisterin Jutta Krauth (SPD).

Abgesehen davon, dass an die früheren SPD-Akteure der „Gemeinsamen Initiative zur Belebung des Lesserplatzes“ keine Einladungen ergangen waren, müssen die beiden Redner (Herr Görk und Frau Krauth) offensichtlich keine Veranlassung gesehen haben, das Engagement der SPD-Basis auch nur mit einem Satz zu erwähnen. Obwohl doch die Belebung des Lesserplatzes als Gesamtprojekt, nämlich als Areal zum Verweilen und zur Möglichkeit sportlicher Betätigung, zu betrachten ist.

Zweifellos haben Diakonie und Stadtverwaltung Nordhausen gemeinsam Gutes vollbracht – und darüber geredet. Warum aber Nordhausens Bürgermeisterin Jutta Krauth, die ja bekanntlich Sozialdemokratin ist, es nicht für angebracht hielt, auch nur ansatzweise das Mittun der Nordhäuser SPD-Basis bei diesem Projekt zu erwähnen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.
Klaus-Dieter Reimers und Hans-Georg Backhaus (Mitglieder im SPD-Ortsverein Nordhausen)
Der neue Lesserplatz (Foto: privat)
Der neue Lesserplatz (Foto: privat)
Der neue Lesserplatz (Foto: privat)
Der neue Lesserplatz (Foto: privat)
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Kommentare

14.07.2020, 10.08 Uhr
Rainer H. | SPD - Das haben wir gemacht!
Man kann es nicht mehr lesen. Es wird etwas schönes in Nordhausen geschaffen, was allein durch die Diakonie finanziert wird und die SPD tut es betteltrotzig zerreden.

Was hat denn die SPD hierzu beigetragen? Nichts! Aus den Medien ist zu entnehmen, dass die SPD aus dem Stadtgebiet alte nicht genutzte Bänke zusammentragen wollte, um diese hier abzustellen. Also ein Schrottplatz von Altbänken?!. Dieser Platz ist öffentlich und gehört nicht der SPD, auch wenn diese noch so viele Beschlüsse dazu fasst. Wobei ich ja immer dachte das die Stadtverwaltung und der Stadtrat die Entscheidungen trifft.

Schämt Euch, dass ihr dieses gute Werk so zerredet.

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14.07.2020, 18.45 Uhr
Honsteiner | Lesserplatz gedeiht auch ohne Zutun der SPD
Laut NNZ wurde der Lesserplatz bereits im Mai 2017 eingeweiht und gestaltet, also ein ganzes Jahr bevor die SPD diesen Platz für sich entdeckte.
Ich kann auch nicht nachvollziehen, woraus die Geilheit und Besessenheit hervorgeht, hier nun als die Macher dazustehen. Es scheint, als habe die SPD in Nordhausen keine anderen Probleme und es war wohl ihr einziges Projekt.

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15.07.2020, 05.47 Uhr
altmeister | Zu spät gekommen?
Hier wird gejammert, obwohl die Begründung im eigenen Text steht!
Die Gespräche von Diakonie und "carpe diem" wurden also ohne das Warten auf einen Parteitagsbeschluss, sogar ganz ohne SPD, mit der Stadtverwaltung, fast im geheimen also, schon lange vor dem Sprung aufs Trittbrett durch die Nordhäuser SPD, eigenmächtig begonnen!
Wie schlimm!
Wenn ich dann noch lese, dass in der SPD nicht mal das Geld für eine einzige Bank zusammen gekommen ist und das, wo u.a. eine nicht gerade arme ehemalige Oberbürgermeisterin und ein aktiver Landrat zum Ortsverband gehören, dann ist das schon etwas traurig, damit noch Propaganda machen zu wollen.
Vielleicht war sich Frau Kraut bewusst, dass es nicht die Idee und Tatkraft der SPD gewesen ist, welche zur Neugestaltung geführt hat und wollte sich daher auch nicht so gern blamieren bei ihrer Rede?

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