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Mi, 13:20 Uhr
06.05.2020
Für Selbstständige nur heiße Luft aus Erfurt?

Wo bleibt die „Sofort“hilfe?

Wenn die vom Bundesland Thüringen vollmundig versprochene Soforthilfe für Selbständige und Kleinunternehmer nach über fünf Wochen Bearbeitungszeitraum immer noch nicht auf den Konten ankommt, dann wird die Aktion zur Farce. Wenn gestellte Anträge jetzt von der Thüringer Aufbaubank umgedeutet werden, dann wird es langsam kriminell. Eine Bestandsaufnahme …

Portemonnaie (Foto: oas) Portemonnaie (Foto: oas)


Wo denn nun die versprochenen Hilfen bleiben, wollen nnz-Leser wissen, die sich in Briefen an die Redaktion gewandt haben? „Nach welchen Kriterien werden die Anträge bearbeitet und genehmigt?“, wird da gefragt und von einem selbständigen Elektrotechniker erläutert: „Nach fast sechs Wochen ist bei mir und bei vier mir bekannten Unternehmern NICHTS passiert. Man hatte sich von allen Seiten ziemlich weit aus den Fenstern gelehnt und vor laufenden Kameras laut verkündet "Niemand wird im Stich gelassen“. So wie es aussieht, gilt dieser Satz anscheinend nicht für Thüringen.“

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Der Fall des erbosten Mannes aus Nordhauen steht beispielhaft für viele kleine Unternehmer und Selbständige, die nach über zwei Monaten Lockdown am Ende ihrer Kräfte und Ersparnisse sind. Dabei haben sie ihre Anträge sofort Ende März gestellt. Von der Nordhäuser IHK sind sie auf formelle Richtigkeit geprüft und an die Thüringer Aufbaubank (TAB) zur Bearbeitung weitergeleitet worden. Warum es dort so schleppend weitergeht, darüber kann nur spekuliert werden. Sicherlich hat es mit Corona-Vorschriften zu tun und wahrscheinlich gibt es nicht genügend Mitarbeiter in kontaktbeeinträchtigten Büros oder zu viele Mitarbeiter im Homeoffice, um der Flut der Anträge gerecht zu werden. Doch wieso erhalten die einen Antragsteller binnen einer Woche sowohl eine Bestätigung als auch ihre Soforthilfe und andere hören wochenlang nichts von ihren Anträgen?

Bei der Nordhäuser IHK weiß man um das Problem und die Telefone laufen heiß. Ändern können die Mitarbeiter vor Ort aber nichts. In der Thüringer Aufbaubank ist man inzwischen dazu übergegangen, Anträge zurück zu schicken, weil sie den „neuen Anforderungen“ nicht mehr entsprechen, die eine detaillierte Kostenaufstellung verlangen. Eine solche Aufstellung war aber Ende März gar nicht abgefragt worden, wie Betroffene berichten. Viele der Anträge sind erst Ende April mit einem Posteingangsstempel der TAB versehen worden, obwohl sie nachweislich Ende März die IHK-Stelle in Nordhausen verlassen hatten. Dabei kommt es in Erfurt zu teilweise stümperhaften Bearbeitungen, in denen Gewerbescheine übersehen werden und zu erniedrigenden Telefonaten, in denen erbosten Antragstellern geraten wird, sie sollten doch einfach Hartz 4 beantragen.

Betroffen sind von den ausbleibenden Zahlungen alle Branchen vom Hotelier über den Elektriker, die selbständige Friseurin bis hin zum Antiquitätenhändler oder Kulturschaffenden. Verträge und fest zugesagte Arbeitsaufträge wurden wegen des Lockdowns gekündigt, Leiharbeiter gefeuert, Gäste bleiben in gastronomischen und Beherbergungsbetrieben dauerhaft aus. Hier stehen die Existenzen unzähliger Einzelschicksale auf dem Spiel und. Denn außer der Deckung der Betriebskosten und Bedienung der Kreditlinien geht es bei vielen ums nackte Überleben; das Aufbringen von Mieten und Versorgungskosten, die Angst vor der Zukunft. Wenn schon die als einfache und unbürokratische Zuwendung deklarierte „Sofort“hilfe nicht ankommt, wie soll es dann weitergehen, wenn die Krise angeblich überwunden ist?

Die viel gepriesene Solidargemeinschaft habe er sich jedenfalls anders vorgestellt, sagt unser Elektrotechniker und will solche und ähnliche Fragen jetzt Wolfgang Tiefensee in einem Brief stellen. Der Thüringer Wirtschaftsminister erscheint fast jeden Tag in der Öffentlichkeit mit neuen Versprechungen weiterer Hilfsmaßnahmen. Vielleicht wird er sich ja nach der Beschwerde erst einmal um die einfachen Dinge kümmern, auch wenn die nicht so viel Publicity einbringen.
Olaf Schulze
Autor: osch

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Kommentare
Kaleida
06.05.2020, 13:57 Uhr
Die Soforthilfe
wurde in der letzten Woche an mich ausgezahlt. Somit sind von Antragstellung bis Auszahlung ziemlich exakt 5 Wochen vergangen.

Ob das jetzt die Definition "Sofort" einschließt, kann jeder für sich selbst entscheiden...
Flitzpiepe
06.05.2020, 14:04 Uhr
Wenn man sich freiwillig entscheidet
ein Selbstständiger sein, tritt man doch bewusst aus der Solidargemeinschaft aus.
Man zahlt z.B. nicht mehr in die Rentenversicherung oder Arbeitslosenversicherung ein sondern geht bewusst dieses Risiko ein.
D.h. ein Selbstständiger muss sich für Zeiten schlechter Auftragslage (wie jetzt) ein Polster zurücklegen. Macht er es nicht, ist er leichtsinnig. Kann er es nicht, ist sein Konzept der Selbstständigkeit nicht tragfähig.
Warum sollte in beiden Fällen jetzt die Solidargemeinschaft (aus der er ausgetreten ist !!!) für seine Verluste aufkommen?
Das ist die globale Denkweise der Selbstständigen: Gewinne privatisieren und Verluste vergesellschaften.
Das sehe ich ganz und gar nicht so, und dabei war ich selber selbstständig!
Ich meine damit auch explizit nicht die Menschen, die in die (Schein)Selbstständigkeit gedrängt werden und somit durch Mindestlohnunterschreitung gar keine Chance zum Überleben (auch ohne Corona) haben! Diese Ausbeutung sollte im Grunde gleich untersagt werden.
wissender
06.05.2020, 15:45 Uhr
flizpiepe - So eienen dusseligen Unsinn
habe ich ja bis jetzt noch nie gehört. Wir Selbstständigen sind das Rückrat der Wirtschaft und somit der Solidargemeinschaft. Ohne die von uns geschaffenen Arbeitsplätze gäb es die nämlich nicht. Wer denkt ein Selbstständiger kann sich heute große Rücklagen bilden hat entweder von nichts gar keine Ahnung oder schläft an der Wand! Wir tragen das Risiko für uns und unsere Mitarbeiter die wenn es schlimm kommt zu mindest noch das Arbeitsamt haben. Wir nicht! Solch Situation wie jetzt sind nicht eingeplant und vorher zu sehen und wer weis, was ein Betrieb monatlich kostet der erzählt solch einen Unsinn nicht.
Ergo: bei keine Ahnung - Klappe halten!!
geloescht.20250302
06.05.2020, 17:48 Uhr
Flitzpiepe...
...verlassen Sie bitte Ihre Zeitmaschine in der jetzigen Gegenwart.

Bei Frisören gibt es beispielsweise Ketten wie Klier oder Masson (Die gehört übrigens einem gewissen Thomas Kemmerich) oder kleine Privatleute wie unsere liebe Frisörin.

Die Zeiten der PGH sind vorbei und wenn Sie den "Solidargemeinschaftsverweigerern" nichts gönnen wollen, können Sie sich die Haare ja selbst vor dem Spiegel aufhübschen.

Die Schmarotzer am Gemeinwesen sitzen woanders, stehen nicht am Frisörstuhl und schneiden auch keine Fußnägel.
harztorIlfeld
06.05.2020, 19:39 Uhr
Selbstständig flitzpiepe
Heißt Verantwortung übernehmen für seine Mitarbeiter und sich. Man hat keine Garantie, bekommt kein Geld, wenn es daneben geht. Wie wäre es mit vorher nachdenken und dann reden bzw. schreiben.
Henkel
06.05.2020, 20:38 Uhr
Flitzpiepe
wie sollen denn Selbstständige auf einen grünen Zweig kommen, wenn sich die Steuer- und Abgabenlast immer weiter erhöht. Es bleibt für viele kein Spielraum, viel Geld anzuhäufen. Sie leben wirklich in Ihrer sozialistischen Blase ohne jeglichen Sinn. So wie viele Politiker auch. Was heißt denn Solidargemeinschaft? Derjenige, der Arbeitet, Risiko geht und sich tagtäglich sorgt, abzocken. Und das Geld dann für fragwürdige "Gerechtigkeit" und "Übermoral" verplempern. Das sind dann bei Euch Sozis noch die Bösen. Immer schön mit neuen Abzockideen schikanieren.

Wer gespart, gearbeitet und für sich gesorgt hat ist nun der Dumme. Der Mittelstand und die Sparer werden im Zuge der sogenannten Corona Krise abgezockt. Solidargemeinschaft, da ist man am besten dran, wenn man in den Tag hineinlebt, andere für einen Schuften und man schön sein Geld bekommt.
darkmoon
06.05.2020, 20:43 Uhr
flitzpiepe...
selten so ein Schwachsinn gelesen!!!
Unternehmer, egal wie groß die Firma, zahlen Gewerbesteuer und diese Einnahmen ist die wichtigste Einnahmequelle der Kommunen, wovon Sie und alle anderen Bürger auch profitieren.
Fällt diese Einnahmequelle weg, sieht es bald überall in unserem Land so aus, wie zum Bsp. die Riemann Straße!
Wenn Sie auch einmal Selbstständiger waren, müßte Ihnen ja bekannt sein, daß man auch als Unternehmer freiwillige in die Rentenkasse einzahlen kann, so wie Sie es als Arbeitnehmer noch zusätzlich könnten, Sie sich freiwillig in einer gesetzlichen KK versichern können, freiwillig Arbeitslosenversicherung, BG und und und...
Anscheinend haben Sie einfach keine Ahnung was alles so möglich ist und außerdem bezahlen Sie und alle Selbstständigen in erster Linie Einkommensteuern, wovon unsere gewählten "Volksvertreter", an erster Stelle sich im Landtag Thüringen ihre Diäten erhöhen, wovon dieser aufgeblähte Beamtenstaat finanziert wird. In einem Land wo es nicht möglich ist, wie in anderen Ländern Europas, daß alle, auch Beamte einen Mindestbeitrag in die gesetzliche Rentenvorsorge zahlen müssen.
Solidargemeinschaft geht ALLE an und wird in den letzten Woche so heilig angepriesen!
Wie kann es denn sein, daß Gelder an Dividende zahlende Unternehmen herausgeschmissen werden und die Geldgeber nicht bereit sind einmal auf ihre Dividende zu verzichten.
Wie kann es denn sein, daß z.Bsp. Mitarbeiter der Sparkassen 95% Kurzarbeitergeld bekommen und Wochenlang über die Erhöhung des Kurarbeitergeldes der Arbeitnehmer diskutiert wird! Sind die etwas besseres?
Wie kann es denn sein, daß die Deutsche Bahn Steuergelder in Millarden Höhe erhält, obwohl die Finanzschieflage seit vielen Jahren mehr als bekannt ist?
Eine Bundeskanzlerin maßt sich an, 450 Millarden Euro zur Rettung von skrupellosen Spekulationsbanken herauszuschmeißen!!!
Die Politik hat sich sehr weit aus dem Fenster gelehnt und man bekommt es nicht hin!!!
Schutzmaskenchaos...das sagt doch wohl alles!!!
harztorIlfeld
06.05.2020, 21:04 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
Kiespumpe 8
07.05.2020, 09:28 Uhr
Sofort Hilfe
NRW hat vielen, die keine Firma, keine Mitarbeiter und keine Ausgaben und nur auf dem Papier angemeldeten Firmen 9000€ ausgezahlt.
Die Region muss die Augen offen halten und gucken, wer Hilfe braucht.
diskobolos
07.05.2020, 11:35 Uhr
@ darkmoon
Was Sie so mit Schaum vorm Mund von sich geben, hat mit der Realität nicht viel zu tun.
Wo hat sich A. M. angemaßt 450 Mrd. an "skrupellose Spekulationsbanken herauszuschmeißen"? Über so viel Geld verfügt sie gar nicht. Ob es richtig war, Banken damals (2008) vor dem Ruin zu bewahren, kann man diskutieren, aber vermutlich nicht mit Ihnen. Den deutschen Banken geht es jedenfalls noch heute schlecht.
Und was genau hat A.M mit dem Schutzmaskenchaos zu tun?
Und was wollen Sie mit der Deutschen Bahn. Die gehört dem Bund, also letztlich dem Steuerzahler und hat eine wichtige Rolle in der Mobilität der Bürger. Wollen Sie die abwickeln oder was?
Man kann ja gegen alles wütend sein. Ich bin es vor allem gegen Leute, die keine Ahnung, aber viel Meinung haben.
Frank1966
07.05.2020, 13:28 Uhr
@diskobolus
Wenn Sie der Meinung sind, es gäbe keine skrupellosen Spekulationsbanken, dann empfehle ich Ihnen die Dokumentation - Der Banker Master of the Universe. Sehr empfehlenswert, weil aus Sicht eines Schuldigen skrupelloses aufgedeckt wird. Ich bin mir relativ sicher, dass Ihre Meinung über Banken, dann etwas anders ausfällt. Dies natürlich nur, wenn Sie / Familie / Freundeskreis nicht in diesem Bereich arbeiten.
Den deutschen Banken geht es heute noch schlecht, also damit können Sie nicht ernsthaft den Finanzsektor gemeint haben. Ich gehe davon aus, dass es Ihnen hier um Parkbänke oder andere öffentliche Bänke geht ;).
Was Angela Merkel mit dem Schutzmaskenchaos zu tun hat? Trägt sie aus Ihrer Sicht überhaupt Verantwortung für irgendetwas? Sie ist Bundeskanzlerin. Sie hat sich ihr politisches Umfeld mit Personen besetzt, welche ihr hörig sind. Was mit anderen in der CDU passierte, ist bekannt.
Demzufolge trägt sie selbstverständlich eine Verantwortung.
Ich respektiere Ihre Zuneigung zur derzeitigen politischen Führung in diesem Land, aber werfen Sie anderen nicht Schaum vor dem Mund vor, wenn Sie selber Fragen stellen und diese nicht beantworten können oder wollen.
diskobolos
07.05.2020, 17:17 Uhr
@ Frank
Wie gut es einer Bank geht, kann man am besten an ihrem Aktienkurs feststellen. Die Deutsche Bank, früher einmal eine der wichtigsten Banken der Welt kostet heute nur noch 10% von dem vor der Finankrise. Dividende zahlt sie schon lange nicht mehr. Und glauben sie mir Bankpleiten in D sollten wir uns nicht wünschen, auch nicht, dass Banken durch US-Banken gekauft werden. Ihre Meinung zu den Spekulationen teile ich im Übrigen.
Das, was Sie als Maskenchaos bezeichnen, hat A. M. weniger zu verantworten, es wird doch eher von nachgeordneten Verwaltungen in den BL angerichtet. Sie macht im Gegenteil m. E. eine gute Arbeit. Und das sieht eine Mehrheit der Deutschen wohl so. Man muss sicher nicht in allem damit übereinstimmen. Aber wer hätte das denn besser gemacht?
Frank1966
07.05.2020, 18:46 Uhr
Die Deutsche Bank...
...ist leider kein Einzelfall. Wieviele Landesbanken haben denn an den Finanzmärkten gezockt und mussten mit Steuergeld gerettet werden.
Aber schön, diskobolos, dass Ihnen gleich das Paradebeispiel dieser Absurdität eingefallen ist.
Zu dem angesprochenen Fall der Schutzmasken gehört aber auch, das Frau Merkel als Bundeskanzlerin ein Zeichen setzen muß und den Verantwortlichen dafür Richtung Jobcenter schicken sollte. Denn dieses Szenario ereilt Arbeitnehmer in der freien Marktwirtschaft, wenn solch ein Versagen zu Tage tritt.
Nur zur Richtigstellung, die Rechte in diesem Fall an dem Wort Schutzmaskenchaos, hat darkmoon ;).
Aber sonst sind wir ziemlich nah beieinander und ich danke für Ihre Antwort.
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