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So, 07:56 Uhr
26.04.2020
Im Nationalpark Harz unterwegs

Kauziges vom Waldkauz

Wie viele Eulen brütet der Waldkauz in Baumhöhlen, braucht also entsprechend alte Baumbestände. Die findet er in den Totholzbeständen des Nationalparks, doch es ist eigentlich egal, ob diese Bäume im Wald, im Garten, auf Friedhöfen oder in Parks stehen. Waldkäuze kommen überall klar, solange nur solche geeigneten Bäume vorhanden sind...

Waldkauz (Foto: NABU Marcus Bosch) Waldkauz (Foto: NABU Marcus Bosch)


Auch in Bezug auf ihre Nahrung sind sie nicht weiter wählerisch. Waldkäuze erbeuten Säugetiere und Vögel bis zu einem Gewicht von ca. 300 g, was einem jungen Kaninchen oder einer Taube entspricht. Des Weiteren stehen Amphibien und Wirbellose auf dem Speiseplan, gelegentlich auch Fische. Diese Flexibilität ermöglicht Waldkäuzen ein leichteres Überleben auch in schneereichen oder mäusearmen Jahren, weshalb ihre Bestandsschwankungen bei weitem nicht so dramatisch sind wie bei anderen Eulenarten, beispielsweise dem Raufußkauz.

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Waldkäuze sind leicht an ihrem Ruf zu erkennen. Sie sind die klassischen „Krimikäuze“, deren Stimme gern zum Einsatz kommt, wenn irgendetwas schaurig sein soll. Ihre Balzrufe sind auch schon im Januar/Februar zu hören – damit sind sie mit die ersten im Jahresverlauf. Auch während der sog. Herbstbalz bekommt man sie oft mit. Manchmal hat man den Eindruck, sie rufen den ganzen Winter über.

Im Nationalpark sind sie zuverlässig in den älteren Buchenbeständen anzutreffen. Wer sie hören möchte, muss nur zur Balzzeit ab Dämmerung bis einschließlich Dunkelheit beispielsweise im Eckertal spazieren gehen. Abzuraten ist von einem Anlocken mittels der mittlerweile weitverbreiteten Vogelstimmen-Apps – Waldkäuze finden es nicht sonderlich witzig, wenn „Konkurrenten“ in ihrem Revier rufen und können ganz schön garstig werden. Bekannt sind Angriffe auf Kopf und Gesicht, sogar schon mal inklusive verlorener Augen der menschlichen Störenfriede.

In den letzten Jahren häufen sich auch Beobachtungen aus den Nationalparkhochlagen, was möglicherweise mit den zunehmenden Offenflächen zusammenhängt, die auch den Waldkäuzen gute Jagdgründe bieten. So wurden beispielsweise schon Waldkäuze am Achtermann, bei Torfhaus oder bei Schierke verhört. Wie sich damit auch die Verbreitung von Sperlings- und Raufußkäuzen im Nationalpark verändert, wird sich noch zeigen. Sie präferieren bisher die höheren Lagen, stehen aber auf dem Speisezettel der Waldkäuze. Allerdings scheinen sie auch gut nebeneinander auskommen zu können, solange ausreichend andere Nahrung vorhanden ist. Das zeigen mehrfache Beobachtungen von parallel, in nur kurzer Distanz zueinander rufenden Sperlings-, Raufuß- und Waldkäuzen.
Autor: red

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