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Di, 11:57 Uhr
07.06.2005

Joachim Claus: Nordhausen ist gesetzt!

Nordhausen (nnz). In Nordthüringen wird derzeit mal wieder lautstark über neue Kreisstrukturen gestritten. Vor allem zwischen dem Eichsfeld und dem Unstrut-Hainich-Kreis. Und so nebenbei wird auch der Landkreis Nordhausen „zerlegt“. Die nnz hat sich „über das Fell des Bären“ mit Landrat Joachim Claus (CDU) unterhalten.


In Mühlhausen träumt Landrat Harald Zanker (SPD) von einem Großkreis Unstrut-Hainich, in Heiligenstadt sein Kollege Dr. Werner Henning (CDU) von einem Großkreis Eichsfeld. Beide Landräte teilen öffentlich die Nordthüringer Region auf. Unter sich, aber mit gegenseitigen Gebietsansprüchen. Auf Zerpflücktour ist vor allem Zanker. Da ein bisschen vom Kyffhäuserkreis, das ein wenig vom Eichsfeld, vielleicht auch noch ein Fleckchen vom Landkreis Gotha, aus der Landkreis Sömmerda könnte was abgeben.

Und der Herr Henning aus dem Eichsfeld, der will dem Herrn Zanker natürlich die Eichsfelddörfer entreißen. Auch Schlotheim oder Mühlhausen könnten ins Eichsfeld geholt werden. Die zweitgrößte Nordthüringer Stadt (gemeint ist hier tatsächlich Mühlhausen) wäre dann irgendwo am Rande des visionären Eichsfeldes zu finden.

Zu all diesen Diskussionen hat Joachim Claus in Nordhausen nur ein müdes Lächeln übrig. „Die Streitereien zwischen den beiden Herren in Heiligenstadt und Mühlhausen kenne ich schon seit Jahren, übrigens nicht nur beim Thema Gebietsreform. Obwohl ich nicht – im Gegensatz zu Herrn Jendricke – der Auffassung bin, dass der Landkreis zu klein für die Kreisstadt ist, werden wir um einen Neuzuschnitt im Norden Thüringens nicht herum kommen“, macht Claus klar. Doch vor dem Jahr 2009 ist eine Kreisgebietsreform für ihn überhaupt kein Thema, schließlich müsste der neue Landtag dann ja schon in den neuen Wahlkreisen gewählt werden.

Für Joachim Claus ergeben sich effektive Strukturen vielleicht schon aus dem Raumordnungsplan. Und so ist für den Nordhäuser Landrat klar: „Die größte Stadt, die auch ihre Vision eines Oberzentrums nicht aufgeben wird, die wird Kreisstadt sein. Darüber will ich nicht diskutieren. Welches Gebilde sich um Nordhausen herum finden wird, das ist dann zu diskutieren“, so der Landrat im nnz-Gespräch.

Seit einige Wochen wird eine Zusammenarbeit zwischen zwei Landkreisen übrigens schon ausgelotet: Zwischen dem Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen. Beide Landräte haben ihre Amtsleiter angewiesen zu untersuchen, was man künftig vielleicht gemeinsam erledigen kann. Dazu soll nach Informationen der nnz auch die Frage einer künftigen Personalstruktur gehören. Es gebe schon erste Ansätze. Das Positivste jedoch: Das alles läuft auf einer ruhigen und sachlichen Basis ab.

Auch zur Gemeindegebietsreform hat Joachim Claus eine eindeutige Position. Eine solche Reform müsse von unten wachsen. Beispiele wie das Zusammengehen von Rodishain und Stempeda mit Nordhausen könne er verstehen und nachvollziehen. Eine Verfahrensweise, wie vom Gemeinde- und Städtebund vorgeschlagen, (erst Kreis-, dann Gemeindereform) ist für Claus nicht praktikabel. Aus einem einfachen Grund. An erster Stelle muß der Bürger stehen, dann die Struktur.
Autor: nnz

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