Fr, 17:00 Uhr
10.04.2020
Der Geschäftsführer des Kreissportbundes im Gespräch
"Es ist toll, so eine starke Mannschaft zu haben"
Aufgrund der Kontaktsperre ruht das Vereinsleben auf nahezu allen Gebieten. Besonders betroffen sind die Sportvereine, wo ein gemeinsames Agieren die wichtigste Grundvoraussetzung ist. Seit Januar leitet Patrick Börsch die Geschäfte des Kreissportbundes. Der studierte Betriebswirt und Hobby-DJ ist verheiratet und zweifacher Vater. Nun hat er Verantwortung für Tausende aktive Sportler in der Krise. Für die nnz unterhielt sich Olaf Schulze mit dem 41-jährigen Geschäftsführer...
Seit drei Monaten sind Sie jetzt im Amt in der G.-Hauptmann-Straße. Haben Sie sich gut eingelebt in dieser Zeit?
Ja, eingelebt habe ich mich. Nach drei Monaten ist natürlich noch sehr viel Luft nach oben, was das Wissen und die Erfahrungen angeht, aber da bin ich meiner Meinung nach auf einem sehr guten Weg. Ein besonderer Faktor in dieser Zeit des Einlebens ist mein Team beim Kreissportbund. Es ist toll, wenn man so eine starke Mannschaft hinter sich hat.
Was war die bisher größte Herausforderung in ihrer neuen Funktion?
Die Herausforderung, die aktuell die gesamte Menschheit betrifft. In der Corona-Krise stehen wir vor Aufgaben, welche für uns neu sind, aber nicht unlösbar. Ich wünsche uns allen, dass wir zum einen gesundheitlich bestens durch die Zeit kommen und zum zweiten natürlich dass wir die wirtschaftlichen Einbußen schnellstmöglich kompensieren können, gegebenenfalls auch unkompliziert mit einem Rettungsschirm von Seiten der Politik.
Gibt es einen Krisenstab auch im Sportbereich und wie laufen die Abstimmungen mit dem Landessportbund in diesen angespannten Tagen des Sportverbots?
Wir sitzen aktuell in kürzeren Zeiträumen im geschäftsführenden Präsidium zusammen, um Entscheidungen schnellstmöglich zu treffen. Telefon- oder Videokonferenzen spielen dabei natürlich auch eine große Rolle. Der Kontakt und Informationsfluss mit dem Landessportbund klappen aus meiner Sicht sehr gut. Erst letzte Woche gab es eine zweistündige Telefonkonferenz mit allen Vereinsberatern des Freistaates, um über aktuelle Probleme bei unseren Vereinen zu sprechen und Lösungen zu finden. Eins kann ich sicher vorwegnehmen – Der LSB arbeitet auch in dieser Phase, insbesondere beim Thema Finanzen, für seine Sportvereine. Wir informieren unsere Vereine im Landkreis Nordhausen zeitnah über die neusten Themen in der Corona-Krise über unserer Facebook-Seite oder via Vereinsbrief.
Viele Vereine stecken in der Endphase ihres jährlichen Ligabetriebs. Wie kann der vernünftig zu Ende gebracht werden? Wird es eine Verlängerung der Saison beispielsweise bei den Fußballern auf Kreisebene geben?
Da gibt es bei mir den Wunsch nach Sport aber leider auch die Realität. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass der Ligabetrieb auf Kreis- bzw. Landesebene wieder aufgenommen wird, wünsche mir aber natürlich, auch als aktiver Sportler, dass es schnellstmöglich wieder losgeht. Eine Verlängerung der Saison wäre eine Lösung. Wir reden aktuell über Urlaubsreiseverbote bis in den August, was bedeutet das viele Sportler ihre Ferien zuhause verbringen und somit auch im Sommer ihren Vereinen zur Verfügung stehen. Hoffentlich findet man einen guten Kompromiss, mit dem sich so viele Vereine wie möglich engagieren können.
Welche Möglichkeiten der Sportförderung bestehen derzeit überhaupt und mit welchen Auswirkungen ist nach dem Shutdown zu rechnen?
Wie bereits angesprochen, arbeitet der Landessportbund mit Hochdruck an Lösungen für die Vereine. Ein Punkt ist dabei die Auszahlung der Sportförderung zu einem früheren Zeitpunkt als in den letzten Jahren oder auch die Zahlung der Mitgliedsbeiträge in Raten. Ich warte täglich auf weitere Infos zum Rettungsschirm im gemeinnützigen Bereich, den Herr Tiefensee letzte Woche angekündigt hat. Für mich ein wichtiges Zeichen in Richtung Vereine. Der Landessportbund Sachsen-Anhalt zum Beispiel rechnet mit Verlusten seiner Vereine im zweistelligen Millionenbetrag.
Die beliebte Sportgala des Nordhäuser KSB ist vergangene Woche ausgefallen. Wie soll sich die diesjährige Wahl zu Sportler des Jahres gestalten?
Für uns steht fest, dass wir die Sportler bzw. Verantwortlichen in diesem Jahr, vorausgesetzt die Krise lässt es zu, auf jeden Fall ehren werden. In welchem Umfang, wie genau und wann bzw. wo, können wir aktuell leider noch nicht sagen. Wir haben aber verschiedene Vorkehrungen und Entscheidungen getroffen, um eine Ehrungsveranstaltung durchführen zu können. Das haben sich die Sportler bzw. die Ehrenamtlichen einfach verdient. Und wie wichtig dieses Ehrenamt ist, zeigt uns diese Krise auch. Man erkennt den Wert vieler Dinge - wie auch die Arbeit der Ehrenamtlichen -erst richtig, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind.
Wie kommunizieren die Vereine in der Krise, untereinander? Gibt es nennenswerte Aktionen?
Die Vereine kommunizieren aktuell viel in den sozialen Medien. Es gibt Trainingsvideos für diverse Sportarten und auch für verschiedene Altersbereiche. Eine tolle Sache. Auch wir haben Fitnessvideos des amtierenden Sportlers des Jahres Thomas Riemekasten auf unserer Facebook-Seite. Sollten andere Vereine auch solche oder ähnliche Videos online gestellt haben, lasst es uns wissen. Wir teilen diese als Kreissportbund gern.
Das Gespräch führte Olaf Schulze
Autor: redSeit drei Monaten sind Sie jetzt im Amt in der G.-Hauptmann-Straße. Haben Sie sich gut eingelebt in dieser Zeit?
Ja, eingelebt habe ich mich. Nach drei Monaten ist natürlich noch sehr viel Luft nach oben, was das Wissen und die Erfahrungen angeht, aber da bin ich meiner Meinung nach auf einem sehr guten Weg. Ein besonderer Faktor in dieser Zeit des Einlebens ist mein Team beim Kreissportbund. Es ist toll, wenn man so eine starke Mannschaft hinter sich hat.
Was war die bisher größte Herausforderung in ihrer neuen Funktion?
Die Herausforderung, die aktuell die gesamte Menschheit betrifft. In der Corona-Krise stehen wir vor Aufgaben, welche für uns neu sind, aber nicht unlösbar. Ich wünsche uns allen, dass wir zum einen gesundheitlich bestens durch die Zeit kommen und zum zweiten natürlich dass wir die wirtschaftlichen Einbußen schnellstmöglich kompensieren können, gegebenenfalls auch unkompliziert mit einem Rettungsschirm von Seiten der Politik.
Gibt es einen Krisenstab auch im Sportbereich und wie laufen die Abstimmungen mit dem Landessportbund in diesen angespannten Tagen des Sportverbots?
Wir sitzen aktuell in kürzeren Zeiträumen im geschäftsführenden Präsidium zusammen, um Entscheidungen schnellstmöglich zu treffen. Telefon- oder Videokonferenzen spielen dabei natürlich auch eine große Rolle. Der Kontakt und Informationsfluss mit dem Landessportbund klappen aus meiner Sicht sehr gut. Erst letzte Woche gab es eine zweistündige Telefonkonferenz mit allen Vereinsberatern des Freistaates, um über aktuelle Probleme bei unseren Vereinen zu sprechen und Lösungen zu finden. Eins kann ich sicher vorwegnehmen – Der LSB arbeitet auch in dieser Phase, insbesondere beim Thema Finanzen, für seine Sportvereine. Wir informieren unsere Vereine im Landkreis Nordhausen zeitnah über die neusten Themen in der Corona-Krise über unserer Facebook-Seite oder via Vereinsbrief.
Viele Vereine stecken in der Endphase ihres jährlichen Ligabetriebs. Wie kann der vernünftig zu Ende gebracht werden? Wird es eine Verlängerung der Saison beispielsweise bei den Fußballern auf Kreisebene geben?
Da gibt es bei mir den Wunsch nach Sport aber leider auch die Realität. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass der Ligabetrieb auf Kreis- bzw. Landesebene wieder aufgenommen wird, wünsche mir aber natürlich, auch als aktiver Sportler, dass es schnellstmöglich wieder losgeht. Eine Verlängerung der Saison wäre eine Lösung. Wir reden aktuell über Urlaubsreiseverbote bis in den August, was bedeutet das viele Sportler ihre Ferien zuhause verbringen und somit auch im Sommer ihren Vereinen zur Verfügung stehen. Hoffentlich findet man einen guten Kompromiss, mit dem sich so viele Vereine wie möglich engagieren können.
Welche Möglichkeiten der Sportförderung bestehen derzeit überhaupt und mit welchen Auswirkungen ist nach dem Shutdown zu rechnen?
Wie bereits angesprochen, arbeitet der Landessportbund mit Hochdruck an Lösungen für die Vereine. Ein Punkt ist dabei die Auszahlung der Sportförderung zu einem früheren Zeitpunkt als in den letzten Jahren oder auch die Zahlung der Mitgliedsbeiträge in Raten. Ich warte täglich auf weitere Infos zum Rettungsschirm im gemeinnützigen Bereich, den Herr Tiefensee letzte Woche angekündigt hat. Für mich ein wichtiges Zeichen in Richtung Vereine. Der Landessportbund Sachsen-Anhalt zum Beispiel rechnet mit Verlusten seiner Vereine im zweistelligen Millionenbetrag.
Die beliebte Sportgala des Nordhäuser KSB ist vergangene Woche ausgefallen. Wie soll sich die diesjährige Wahl zu Sportler des Jahres gestalten?
Für uns steht fest, dass wir die Sportler bzw. Verantwortlichen in diesem Jahr, vorausgesetzt die Krise lässt es zu, auf jeden Fall ehren werden. In welchem Umfang, wie genau und wann bzw. wo, können wir aktuell leider noch nicht sagen. Wir haben aber verschiedene Vorkehrungen und Entscheidungen getroffen, um eine Ehrungsveranstaltung durchführen zu können. Das haben sich die Sportler bzw. die Ehrenamtlichen einfach verdient. Und wie wichtig dieses Ehrenamt ist, zeigt uns diese Krise auch. Man erkennt den Wert vieler Dinge - wie auch die Arbeit der Ehrenamtlichen -erst richtig, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind.
Wie kommunizieren die Vereine in der Krise, untereinander? Gibt es nennenswerte Aktionen?
Die Vereine kommunizieren aktuell viel in den sozialen Medien. Es gibt Trainingsvideos für diverse Sportarten und auch für verschiedene Altersbereiche. Eine tolle Sache. Auch wir haben Fitnessvideos des amtierenden Sportlers des Jahres Thomas Riemekasten auf unserer Facebook-Seite. Sollten andere Vereine auch solche oder ähnliche Videos online gestellt haben, lasst es uns wissen. Wir teilen diese als Kreissportbund gern.
Das Gespräch führte Olaf Schulze



