Mi, 18:53 Uhr
25.05.2005
Zukunft Jugend
Nordhausen (nnz). 28.429 Jugendliche standen im April 2005 ohne Job da. 11.368 von ihnen bekommen Arbeitslosengeld II. Was soll aus den jungen Leuten werden? Darüber wurde heute im BIC diskutiert.
Fast jeder zehnte Jugendliche unter 25 Jahren hat Probleme mit der Arbeitslosigkeit. Diese besorgniserregende Ziffer nannte Dr. Simone Simon vom Arbeitsamt zu Beginn der heutigen Jugendkonferenz Gemeinschaftsprojekt Zukunft Jugend. Sowohl Schulabgängern, als auch bereits ausgebildeten Jugendlichen müsse man eine bessere Zukunft geben, wie es auch Minister Wolfgang Clement gefordert hat, betonte Simon. 60 Prozent aller jungen Arbeitslosen seien schon mehr als drei Monate in dieser Situation. Deren Motivation sinke, sie würden gleichgültig. Im Kreis bestände dringender Handlungsbedarf, denn für 890 Schulabgänger ohne Job gibt es nur 239 Ausbildungsstellen, ein Verhältnis von 1:4. Simone Simon motivierte die anwesende alte Generation etwas für die Jugend zu tun mit folgendem Appell: Wenn es uns Älteren gut gehen soll, dann müssen wir gezielt in diese jungen Menschen investieren. Ein Schwerpunkt müsse daher die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sein.
Zukunft Jugend (Foto: nnz)
Als Redner war Sozialminister Dr. Klaus Zeh geladen. Er sprach zum Thema Umsetzung des SGB II – Unterstützungsmöglichkeiten des Landes Thüringen und die Rolle der Jugendhilfe in diesem Prozeß. Zuerst wies der Minister noch einmal auf die verschiedenen Modelle hin, wobei das Optionsmodell nur im Eichsfeld und in Jena zum Einsatz kommt. Er meinte, daß man auf die Erfahrung der Arbeitsämter nicht verzichten könne, weshalb die Zusammenarbeit in den Arbeitsgemeinschaften wichtig sein. Dann nannte der Minister Zahlen: 28.429 Jugendliche unter 25 Jahren haben keinen Job, 11.368 bekommen ALG II. Das sind fast 5.000 mehr als vor der auch von der CDU begrüßten Neuregelung der Sozialleistung. Doch er hatte auch positive Zahlen dabei. 7.400 Ausbildungsmöglichkeiten für benachteiligte Jugendliche habe es im vergangenen Jahr gegeben, außerdem 5.300 Rehabilitationsmaßnahmen und 3.800 Maßnahmen zur Berufsvorbereitung. Außerdem sei ein Acht-Punkte-Plan erstellt worden.
Als besonders gelungenes Projekt hob Klaus Zeh das Thüringenjahr hervor. Inzwischen seien 1000 Stellen angeboten worden, für die schon wesentlich mehr Bewerbungen vorliegen. Junge Leute haben während des Jahres Zeit ein Berufsfeld im Bereich Kultur, Bildung, Umweltschutz oder Soziales zu erkunden, mitzuarbeiten und ein Taschengeld zu verdienen. Hinterher wissen viele, wie es mit ihrer Ausbildung weitergehen kann.
Positiv bewertet der Minister den Rechtsanspruch für unter 25 jährige auf Arbeit und Unterstützung. Zuerst, so Klaus Zeh, sollten die Jugendlichen Ausbildungsplätze angeboten bekommen. Dies würde ihr Selbstwertgefühl stärken und ihnen einen Platz in die Gesellschaft weisen. Sonst bestünde eventuell die Gefahr, daß sich die jungen Menschen von rechten oder linken Vereinfachern für eine radikale Politik vereinnahmen lassen. Erst wenn eine Ausbildung nicht möglich sei, sollten den Jugendlichen die Arbeitsgelegenheiten angeboten werden.
Danach kam Zeh auf die Repressionsmaßnahmen zu sprechen. Auch diese seien wichtig, da es immer Leute gäbe, die nicht arbeiten, aber Leistungen kassieren wollen. Doch besser sei ein klärendes Gespräch, da man die Lebensumstände Jugendlicher nicht pauschal erfassen könne. Hier sei die Jugendhilfe mit ihrer Kompetenz gefragt. Jugendliche sollten nach dem Willen des Sozialministers so wenig wie möglich mit Sperren belegt werden.
Im Anschluß an den Vortrag wurde zu zwei Podiumsdiskussionen eingeladen. Außerdem konnten im Foyer des BIC die Präsentationen beispielhafter Projekte angesehen werden.
Autor: wfFast jeder zehnte Jugendliche unter 25 Jahren hat Probleme mit der Arbeitslosigkeit. Diese besorgniserregende Ziffer nannte Dr. Simone Simon vom Arbeitsamt zu Beginn der heutigen Jugendkonferenz Gemeinschaftsprojekt Zukunft Jugend. Sowohl Schulabgängern, als auch bereits ausgebildeten Jugendlichen müsse man eine bessere Zukunft geben, wie es auch Minister Wolfgang Clement gefordert hat, betonte Simon. 60 Prozent aller jungen Arbeitslosen seien schon mehr als drei Monate in dieser Situation. Deren Motivation sinke, sie würden gleichgültig. Im Kreis bestände dringender Handlungsbedarf, denn für 890 Schulabgänger ohne Job gibt es nur 239 Ausbildungsstellen, ein Verhältnis von 1:4. Simone Simon motivierte die anwesende alte Generation etwas für die Jugend zu tun mit folgendem Appell: Wenn es uns Älteren gut gehen soll, dann müssen wir gezielt in diese jungen Menschen investieren. Ein Schwerpunkt müsse daher die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sein.
Zukunft Jugend (Foto: nnz)
Als Redner war Sozialminister Dr. Klaus Zeh geladen. Er sprach zum Thema Umsetzung des SGB II – Unterstützungsmöglichkeiten des Landes Thüringen und die Rolle der Jugendhilfe in diesem Prozeß. Zuerst wies der Minister noch einmal auf die verschiedenen Modelle hin, wobei das Optionsmodell nur im Eichsfeld und in Jena zum Einsatz kommt. Er meinte, daß man auf die Erfahrung der Arbeitsämter nicht verzichten könne, weshalb die Zusammenarbeit in den Arbeitsgemeinschaften wichtig sein. Dann nannte der Minister Zahlen: 28.429 Jugendliche unter 25 Jahren haben keinen Job, 11.368 bekommen ALG II. Das sind fast 5.000 mehr als vor der auch von der CDU begrüßten Neuregelung der Sozialleistung. Doch er hatte auch positive Zahlen dabei. 7.400 Ausbildungsmöglichkeiten für benachteiligte Jugendliche habe es im vergangenen Jahr gegeben, außerdem 5.300 Rehabilitationsmaßnahmen und 3.800 Maßnahmen zur Berufsvorbereitung. Außerdem sei ein Acht-Punkte-Plan erstellt worden.Als besonders gelungenes Projekt hob Klaus Zeh das Thüringenjahr hervor. Inzwischen seien 1000 Stellen angeboten worden, für die schon wesentlich mehr Bewerbungen vorliegen. Junge Leute haben während des Jahres Zeit ein Berufsfeld im Bereich Kultur, Bildung, Umweltschutz oder Soziales zu erkunden, mitzuarbeiten und ein Taschengeld zu verdienen. Hinterher wissen viele, wie es mit ihrer Ausbildung weitergehen kann.
Positiv bewertet der Minister den Rechtsanspruch für unter 25 jährige auf Arbeit und Unterstützung. Zuerst, so Klaus Zeh, sollten die Jugendlichen Ausbildungsplätze angeboten bekommen. Dies würde ihr Selbstwertgefühl stärken und ihnen einen Platz in die Gesellschaft weisen. Sonst bestünde eventuell die Gefahr, daß sich die jungen Menschen von rechten oder linken Vereinfachern für eine radikale Politik vereinnahmen lassen. Erst wenn eine Ausbildung nicht möglich sei, sollten den Jugendlichen die Arbeitsgelegenheiten angeboten werden.
Danach kam Zeh auf die Repressionsmaßnahmen zu sprechen. Auch diese seien wichtig, da es immer Leute gäbe, die nicht arbeiten, aber Leistungen kassieren wollen. Doch besser sei ein klärendes Gespräch, da man die Lebensumstände Jugendlicher nicht pauschal erfassen könne. Hier sei die Jugendhilfe mit ihrer Kompetenz gefragt. Jugendliche sollten nach dem Willen des Sozialministers so wenig wie möglich mit Sperren belegt werden.
Im Anschluß an den Vortrag wurde zu zwei Podiumsdiskussionen eingeladen. Außerdem konnten im Foyer des BIC die Präsentationen beispielhafter Projekte angesehen werden.

