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Di, 12:34 Uhr
24.05.2005

Die zusammengefaltete Sparkasse

Nordhausen (nnz). Es war im Jahr 1990, da schlich am Kornmarkt in Nordhausen mehrfach ein Mann durch einen Rohbau und überlegte. Später wurde eine Sparkasse gebaut, jetzt wird das „Ding“ saniert und später soll die neue Sparkasse zusammengefaltet werden. Wie das funktioniert, das hat heute die nnz erfahren.

Die zusammengefaltete Sparkasse (Foto: nnz) Die zusammengefaltete Sparkasse (Foto: nnz)

Der umherschleichende Mann hieß Rudolf Mund, seines Zeichens Direktor der Kreissparkasse Nordhausen. Mund schielte immer wieder rüber vom Kornmarkt zum gelben Container der Commerzbank. Eile war angesagt, schließlich sollten die Kunden der Sparkasse auch bald in ein neues Gebäude kommen und ihre Geschäfte dort abwickeln können. Zwei Jahre später, am 24. Juni 1992, wurde die Hauptstelle der Nordhäuser Kreissparkasse eröffnet. Wiederum 13 Jahre später wurde sie geschlossen.

Seit gestern wird der Großteil der Geldgeschäfte in einem modernen Containerbau auf dem Kornmarktparkplatz abgewickelt. Klein aber fein, könnte man beim Betreten des Containers meinen. Was viele Kunden noch nicht wissen, hier wird schon ein Stück der neuen Philosophie der Sparkassen-Banker gelebt: Die Beraterbank. Die Kunden werden vom Eingang an begleitet, ob zum Kontoauszugsdrucker oder am Geldautomat oder ob sie eine Überweisung abgeben wollen, egal – Nähe ist gefragt.

Dass nach 13 Jahren Betrieb und wöchentlich 10.000 Besuchern das Gebäude aufgepeppt werden muss, das steht außer Frage. „Ein weiterer Grund für die Baumaßnahme sind die veränderten Bedürfnisse unserer Kunden, wie wir aus regelmäßigen Befragungen wissen. Auf dieser Basis haben wir ein neues Konzept für unsere Filialen entwickelt, welches bereits erfolgreich in anderen Standorten unserer Sparkasse - wie zum Beispiel in Bleicherode umgesetzt wurde“, sagt ein sichtlich zufriedener Rudolf Mund.

Ein Kernpunkt des neuen Konzeptes ist die Schaffung von mehr Kundennähe. Deshalb wird die bisher separat im Eingangsbereich angesiedelte Selbstbedienungszone in die Filiale integriert. Der persönliche Kontakt zwischen Kunden und Sparkassenmitarbeitern wird dadurch deutlich erhöht, es entsteht mehr persönliche Atmosphäre. Die Mitarbeiter helfen bei der Bedienung der Selbstbedienungsgeräte und beantworten Fragen bzw. beraten in allen Finanzangelegenheiten. Die Selbstbedienungsgeräte werden durch Einzahlungsautomaten ergänzt. Einen deutlichen Mehrwert bieten die erweiterten Öffnungszeiten. Wochentags auf jeden Fall bis 18 Uhr, derzeit wird überlegt, ob die Beraterbank um 8 Uhr oder um 8.30 Uhr öffnen wird. Dieser erhebliche Zusatznutzen für die Kunden wird ermöglicht durch eine flexible Gestaltung der Kundenhalle der Sparkasse. Mit Hilfe einer flexiblen Glaselementtrennwand kann die Kundenhalle zukünftig in verschiedene Zeitzonen aufgeteilt werden. Sie wird zusammen- oder auseinandergefaltet. Je nach Kundenfrequenz ist eine individuelle Steuerung möglich.

Im Filialbereich ermöglichen künftig Servicetheken statt Bankschalter einen entspannten Dialog zwischen Kunde und Kundenbetreuer. Störende Elemente wie Tresen entfallen. In der Filiale stehen 4 Beratungszimmer und 3 Kurzberatungsplätze zur Verfügung. „Völlig neu gestaltet wird unsere Beraterbank. Sie befindet sich im linken Teil des Gebäudes. Hier ist auch der zentrale Empfang für das Gesamthaus. Alle Kunden und Besucher der Sparkasse, mit Ausnahme der Kunden der Filiale, werden hier begrüßt und von den Mitarbeiterinnen entsprechend ihrer Wünsche betreut. In der Beraterbank befinden sich zahlreiche Besprechungszimmer, die eine diskrete Beratung in ansprechendem Ambiente ermöglichen. Die Kundenberater sitzen in Zukunft in Teamräumen, für Ihre Beratungsgespräche werden sie von den Mitarbeiterinnen des Empfangs gerufen. Weiterhin zugänglich ist die Galerie im 1. Obergeschoß, der Zugang erfolgt ebenfalls über den Empfang“, beschreibt Vorstand Wolfgang Asche die Zielstellung bis zum April des kommenden Jahres.

Am 1. April 2006 soll nicht nur die aufgepeppte Hauptstelle wieder öffnen, dann wird auch der 165. Geburtstag der Nordhäuser Kreissparkasse gefeiert. Bis dahin müssen sich Kunden und Mitarbeiter noch mit dem Provisorium begnügen. Dann aber wird es nicht nur bessere Beratungs- und Arbeitsbedingungen geben, im hinteren Bereich des Erdgeschosses ist dann auch ein flexibler Veranstaltungsraum für bis zu 160 Personen entstanden, der überwiegend für Schulungen und Tagungen eingesetzt werden kann.

Völlig neu gestaltet wird der Fußboden sein, der durch einen Doppelboden Möglichkeiten für zukünftige Veränderungen bietet. Eine moderne Deckenkonstruktion mit integrierter Raumklimatisierung und Beleuchtung sorgt für mehr Komfort. Veränderungen an der Fassade erfolgen lediglich in dem geplanten gastronomischen Bereich, links des Haupteinganges. Durch die Verlängerung des Wintergartens entsteht ein Bereich mit etwa 60 Innen- und 40 Außenplätzen, der gastronomisch genutzt werden soll.
Bauchaos (Foto: )
Der Anfang vom Ende der Alten (Foto: )
Ein Gefühl des Neuen - der Container (Foto: )
Autor: nnz

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