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Mo, 10:00 Uhr
02.03.2020
Nachgefragt:

Es ist wieder Wasser in den Flüssen

In den zurückliegenden zwei Jahren wurde oftmals über das Wasser berichtet, was zum Beispiel in der Zorge nicht vorhanden war. Wie aber sieht es aktuell aus? Wir haben "nachgesehen"...

Es ist wieder Wasser in der Zorge (Foto: nnz) Es ist wieder Wasser in der Zorge (Foto: nnz)
Dort, wo noch vor einigen Monaten kaum noch ein Rinnsaal die kleine Betonmauer hinunter tröpfelte, da ist aktuell richtig "Betrieb" - in der Zorge im Nordhäuser Stadtpark.

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Den temporären Höhepunkt hatte der Zorgepegel ruckartig vom 23. zum 24. Februar erreicht. Er stieg binnen 24 Stunden von unter 150 cm auf rund 210 cm an und durchbracht damit den Meldebeginn von 180 cm. Aktuell liegt er wieder mit 154 cm unter der Marke des Meldebeginns.

Noch drastischer sah es in den zurückliegenden Tagen an der Ilfelder Messstelle der Bere aus. Am 24. Februar wurde die Alarmstufe 1 (180cm) kurzzeitig durchbrochen, gestern jedoch lag der Pegel ebenfalls wieder unter dem Meldebeginn von 120 cm. Etwas moderater der Verlauf bei Helme und Wipper. Hier wurde am 24. Februar nicht einmal der Meldebeginn erreicht, aktuell liegen die Pegel beim 75 cm (Helme) und 135 cm (Wipper).

Grafik (Foto: Thüringer Landesamt für Umwelt. Bergbau und Naturschutz) Grafik (Foto: Thüringer Landesamt für Umwelt. Bergbau und Naturschutz) Grafische Darstellung des Zorge-Pegels. Quelle: Thüringer Landesamt für Umwelt. Bergbau und Naturschutz

Bei allen vier Messstellen gegen die Fachleute des Thüringer Landesamtes für Umwelt. Bergbau und Naturschutz in ihrer Prognose von weiter sinkenden Pegeln aus.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
02.03.2020, 18:15 Uhr
keine Entwarnung: Dürre noch immer akut
Der Schein (volle Flüsse, Pfützen, Schlammwege) trügt, wie so oft. Zwar hat es in den letzten Wochen relativ regelmäßig geregnet. Gut durchfeuchtet sind jedoch nur obere Bodenschichten.

In 1,80 m Tiefe aber herrscht noch immer in weiten Teilen Ostdeutschlands eine z.T. dramatische Wasserknappheit. Es fehlen nach wie vor hunderte Millimeter Niederschlag. Das Defizit der Dürrejahre 2018 und 2019 ist mitnichten ausgeglichen. Und es kann davon ausgegangen werden, dass zahlreiche Bäume noch immer z.T. im Trocknen stehen.

Vor einigen Wochen grub ich in Leipzig in einem Privatgarten ein kleines Loch, um einen Baum einzupflanzen. Noch in 30 cm Tiefe war es vollkommen trocken. Ins Loch gegebenes Wasser benötigte mehr als eine Stunde, um einzusickern.

Was die Dürrejahre 2018 und 2019 tatsächlich in unseren Wäldern angerichtet haben (2018 galt als wärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 und das vierttrockenste), werden wir eventuell in wenigen Wochen begutachten können. Im Gebiet Nordhausen / Sangerhausen lagen damals zudem die niederschlagsärmsten Ortschaften Deutschlands (Friedrichstal, Artern). Recht wahrscheinlich werden nach tausenden Fichten auch zahlreiche Laubbäume nicht mehr austreiben.

Dass wir uns von den zurückliegenden Regenfällen und den vollen Flüssen keinesfalls täuschen lassen dürfen, belegt gut der Dürremonitor des Helmholtz-Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig (UFZ, siehe dort))

Da die Tendenz zu immer trocken-heißen Sommern von Klimaforschern vorausgesagt wurde, dürfte sich die Dramatik in den nächsten Jahren weiter steigern.

Nicht auszudenken, was ein drittes Dürrejahr hintereinander für unsere an ein gemäßigtes, ausgeglichenes, eher regenreiches Klima angepassten Wälder und die Biodiversität bedeuten würde.
Paulinchen
02.03.2020, 20:03 Uhr
Hallo Herr Schwarzberg,
... nun bringen Sie mich ins Grübeln. Erst gestern, berichteten gleich 2 Wetterdienste, dass dieser Februar 2020, der niederschlagsreichteste, seit der Wetter Aufzeichnung war. Ich, als absolute Laiin auf dem Gebiet der Meteorologie, war der Meinung, dass die letzten Niederschläge ja nicht als Schnee, sondern als Regen runter kamen und somit nicht der größte Teil des Wassers über die Flüsse abgelaufen ist. Die Felder und Wiesen, sind zum Teil noch mit großen Wasserflächen versehen.

Leider gibt es in Sachen Wasserspeicherung zwiespältige Einstellungen der Grünen. Weshalb werden nicht die vor über 40 Jahren gebauten Wasserspeicher im Sommer, bei Bedarf, zur Bewässerung der Felder genutzt? Doch nicht etwa, weil sie Relikte aus der ehemaligen DDR sind?
Leser X
03.03.2020, 06:55 Uhr
Ein nasser Monat...
... kann eben nicht zwei Dürrejahre aufwiegen. Ich befürchte auch, dass wir im Frühjahr viele Bäume sehen werden, die nicht mehr ergrünen. Das wäre dann die traurige Ernte des letzten Dürresommers.
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