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Fr, 11:33 Uhr
28.02.2020
Präventionsprojekt an der Petersberg-Schule

Für einen bewussten Umgang mit Handy & Co.

Gespannt sitzen die Schüler im Kreis. „Ich bin Max und möchte ein Handy“, sagt Jordan Tannahill. Der Student von der Nordhäuser Hochschule steht vor der Tafel im Klassenzimmer der 5a der Petersberg-Schule in Nordhausen und schlüpft heute in die Rolle eines Fünftklässlers...

„Ich auch - alle haben eins, nur wir nicht“, quengelt seine Studienkollegin Madeleine Willam, die Max´ Zwillingsschwester Mina mimt. „Unsere Mutter hat gesagt, wenn wir heute mit euch diesen Workshop machen, bekommen wir ein Handy!“ So steigen Jordan Tannahill und Madeleine Willam gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Andreas Braatz in den Projekttag mit den Fünftklässlern ein.

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Alle drei studieren in der Hochschule Nordhausen Gesundheits- und Sozialwesen und machen ein Praktikumssemester in der Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtkranke der Diakonie. Heute haben sie einen besonderen Einsatz: Gemeinsam mit der Suchttherapeutin Christiane Diekmann diskutieren sie mit den Schülern die Vor- und Nachteile von Handys und digitalen Medien.

Die Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle sind schon seit vielen Jahren mit verschiedenen Präventionsprogrammen in Schulen aktiv. Jetzt starten sie mit „Max und Min@“ ein neues Angebot. „Die Petersberg-Schule ist unsere Pilotschule und wir setzen das Programm in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und den Schulsozialarbeitern um“, sagt Christiane Diekmann.

Handy-Workshop an der Petersberg-Schule (Foto: Pressestelle Landratsamt Nordhausen) Handy-Workshop an der Petersberg-Schule (Foto: Pressestelle Landratsamt Nordhausen)

„An zwei Projekttagen beschäftigen wir uns mit den Schülern ganz intensiv damit, was bei der Nutzung von Handys, Internet und Sozialen Medien wichtig ist. Zum Schluss stellen die Mädchen und Jungen ihre Ergebnisse auch bei unserem Öffentlichkeitstag ihren Eltern, Lehrern und weiteren Gästen vor.“ „Max und Min@“ ist ein evaluiertes Programm der Villa Schöpflin – Zentrum für Suchtprävention, das gemeinsam mit Lehrkräften, Schulsozialarbeitern und Medienpädagogen entwickelt wurde und in fünften und sechsten Klassen mögliche Probleme bei der Mediennutzung thematisiert.

Ziele des interaktiven Programms sind beispielsweise, die Medienkompetenz der Schüler zu stärken sowie ausuferndem Medienkonsum und Cyber-Mobbing vorzubeugen. „Wir gehen dabei auf ganz unterschiedliche Aspekte ein, greifen alltägliche Situationen auf, die die Schüler einordnen und wir wollen sie im Umgang mit ihren Daten im Netz sensibilisieren“, so Christiane Diekmann. „Ein wichtiges Thema ist auch Mobbing, was viele Kinder schon erlebt haben. Im Internet zu mobben geht oft viel leichter als im direkten Kontakt untereinander. Hier geben wir Tipps, was jeder tun kann, wo man sich Hilfe holen und wie man sich zur Wehr setzen kann. Die Schüler hinterfragen auch ihren Medienkonsum, indem sie beispielsweise als Hausaufgabe ein Medientagebuch führen.“

Schnell wird schon in der ersten Diskussionsrunde klar, wie vielfältig der Kontakt mit digitalen Medien im Alltag der Mädchen und Jungen ist – fast alle haben bereits ein Smartphone, viele spielen online Computerspiele und einige haben schon selbst Erfahrungen mit Mobbing gemacht, beispielsweise in WhatsApp-Klassengruppen. „Gerade die 5. Klasse ist ein guter Zeitpunkt für das Programm, weil sich dann die Kinder neu zusammenfinden.

Durch die Mitwirkung der Studierenden bekommen wir auch noch einmal einen anderen Zugang zu den Schülern“, erzählt Christiane Diekmann. „Während der Workshops vereinbaren wir gemeinsam Klassenregeln, wie wir miteinander umgehen wollen und was jeder dazu beitragen kann, sich in der Klasse wohl zu fühlen. Gern wollen wir die Klasse zum Ende des Schuljahres noch einmal besuchen, um zu erfahren, wie es mit der Umsetzung geklappt hat.“ Auch während des Schuljahrs wird das Thema noch einmal aufgegriffen: „Ich begleite das Projekt jetzt der Suchtberatungsstelle in den Klassen und vertiefe es noch einmal in unserem eigenen Präventionsprojekt ‚Mobbing ist uncool‘, das ich mit allen fünften Klasse mache“, sagt Katja Vopel, die Integrationsbeauftragte der Petersberg-Schule. „So ergänzen und unterstützen wir uns gegenseitig in der Präventivarbeit.“

Wer sich als weiterführende Schule auch für das Programm „Max und Min@“ interessiert, kann sich an die Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtkranke der Diakonie in Nordhausen wenden, Tel. 03631 467161.
Handy-Workshop an der Petersberg-Schule (Foto: Pressestelle Landratsamt Nordhausen)
Handy-Workshop an der Petersberg-Schule (Foto: Pressestelle Landratsamt Nordhausen)
Handy-Workshop an der Petersberg-Schule (Foto: Pressestelle Landratsamt Nordhausen)
Handy-Workshop an der Petersberg-Schule (Foto: Pressestelle Landratsamt Nordhausen)
Autor: red

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