Mo, 07:37 Uhr
08.10.2001
nnz-Rückspiegel: 8. Oktober 2000
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.
Positive Bilanz - Staffelstab an Nordhausen übergeben
Die Institution Landesgartenschau im Freistaat hat ihre Premiere bestanden. Die erste Thüringer Landesgartenschau kann kurz vor ihrem Abschluss an diesem Sonntag trotz weniger Besuchern als erwartet eine positive Bilanz ziehen. In Pößneck wurde eine feste Brücke in die Zukunft gebaut, sagten die beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau Pößneck 2000 GmbH, Erhard Skupch und Detleff Wierzbitzki, am Samstag. Sie rechnen damit, dass sich die Gästezahl in den nächsten Stunden auf insgesamt 510 000 summiert. Die öffentliche Hand hatte in Vorbereitung der Schau rund 120 Millionen Mark in Pößneck (Saale-Orla-Kreis) investiert. Nach Ansicht der Veranstalter, die vom Wunder von Pößneck sprachen, hat sich dadurch das Image der Stadt verbessert.
Das oft ungünstige Wetter mit teils verheerenden Gewittern oder brütender Hitze hatte die Erwartungen auf 600 000 Besucher in 177 Tagen enttäuscht. Unter dem Motto Alte Mauern, neuer Charme hatten rund 900 Veranstaltungen die Thüringer und Touristen neben dem gärtnerischen Angebot angelockt. Beim 1. Thüringer Blasmusikfestival wurde mit 19 900 Besuchern ein Tagesrekord erreicht. Ein Tag später kamen bei Regenwetter ganze 278 Besucher, das war Negativrekord. Auf dem 20 Hektar großen Gelände der Exposition bestachen den Angaben zufolge die 25 Themengärten durch ihre Qualität und Vielfalt. Die Gartenfachpresse habe die Beiträge der Friedhofsgärtner in Pößneck als das Beste aller deutschen Gartenschauen in diesem Jahr gelobt, hieß es. Bei den 14 Hallenschauen wurde das große Gestaltungsspektrum mit Blumen und Pflanzen vorgestellt und zugleich Zeugnis von der Leistungsfähigkeit vor allem der Thüringer Gartenbaubetriebe abgelegt. Etwa 9,4 Millionen Mark kostete die Gartenschau, die Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) und der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, Karl Zwermann, Mitte April eröffnet hatten.
Große Anerkennung haben die städtebaulichen Veränderungen in den vier Gartenschaubereichen gefunden, schätzten die Geschäftsführer ein. So erhielt der Bereich Viehmarkt ein völlig neues Gesicht und soll weiterentwickelt werden. Im ländlich geprägten Bereich Jüdewein wurden viele Höfe privat saniert, und im Lutschgenpark konnten die Besucher im alten Lederwerk die Ausstellungen des Freistaates besichtigen. Dort soll künftig ein Existenzgründerzentrum entstehen. Dagegen prägte Beschaulichkeit den als Biotop geschützten Bereich Weddigen. Heute wurde mit Beendigung der ersten Landesgartenschau der Staffelstab an Nordhausen übergeben. In vier Jahren soll in der Rolandstadt die zweite Landesgartenschau in Thüringen eröffnet werden. Sie wird sich auf eine innerstädtsiche Konzeption ausrichten.
35 Apfelpflücker erwirtschafteten 1.000 Flaschen Apfelsaft
Der Kinder-Kirchen-Laden hatte am Samstag zu einem Aktionstag eingeladen. Gemeinsam mit ihren Eltern sammelten Kinder und Mitarbeiter des KILA Äpfel in einer verlassenen Plantage. Nach gut vier Stunden Arbeit bei Dauerregen waren die Klamotten durchweicht, die Mägen leer und 55 Säcke mit Äpfeln gefüllt. Der KILA bedankt sich an dieser Stelle bei der Firma Törpe für den Transport der Äpfel und beim Landhandel Ehrenberg in Obergebra, der trotz überfüllter Lager die reiche Erne noch angenommen hat. Gemeindepädagoge Frank Tuschy ist angesichts der ausbeute zuversichtlich, den Durst der Kinder in den kommenden Monaten stillen zu können, denn aus den gesammelten Äpfeln können bis zu 1.000 Flaschen Apfelsaft erwirtschaftet werden.
SPD-Vorwurf an Landrat: Einblick in Akten soll verzögert werden
Der Landrat will sich nicht in die Karten schauen lassen! Zu dieser Auffassung kommt die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dagmar Becker. In einem Statement ist sie der Auffassung, dass Landrat Joachim Claus (CDU) nach dem Rückzug von Klaus Gorges (pl) sofort die Möglichkeit gehabt hätte, die Wahl zum zweiten hauptamtlichen Beigeordneten anzuschieben. Die SPD-Fraktion kann nicht verstehen, warum diese wichtige Position im Landratsamt weiterhin vom Ex-Beigeordneten Günther Goutier (CDU) geführt werden soll. Die SPD werden alle Verfahrensschritte mittragen, die einen reibungslosen Verwaltungsablauf sichern, aber hier geht es doch nur darum, weiterhin diese Ämter mit CDU-Leuten zu besetzen.
Becker fordert die sofortige Zusammensetzung des Kreisausschusses, um die notwendigen Ausschreibungsmodalitäten für den zweiten hauptamtlichen Beigeordneten auf den Weg zu bringen. Da zwischen CDU und Landrat auf der einen sowie SPD und PDS einen Patt-Situation bestünde, wäre hier ein Konsens möglich, den alle Seiten mittragen könnten. Und dann schlägt Dagmar Becker zu: Wir haben das Gefühl, dass der Landrat mit allen Mitteln Zeit gewinnen will, damit ihm keiner in die Akten schauen kann. Hier kommen Vorwürfe zu Tage, die die SPD-Fraktion am Untersuchungsausschuß zum Gaswerk festmacht. Durch Vorgänge in der Verwaltung soll dem Landkreis ein Schaden in Höhe von mehrere Millionen Mark entstanden sein. Ungeklärt, so Dagmar Becker, sei bis heute, wer damals den Grundstückskauf veranlasst habe. Bei der Position des ersten Beigeordneten Matthias Jendricke (SPD) läuft weiterhin alles auf eine Klage vor dem Verwaltungsgericht hinaus, sofern die Wahl wirklich aufgehoben werden sollte, heißt es abschließend in der Pressemitteilung der SPD-Kreistagsfraktion.
Autor: nnzPositive Bilanz - Staffelstab an Nordhausen übergeben
Die Institution Landesgartenschau im Freistaat hat ihre Premiere bestanden. Die erste Thüringer Landesgartenschau kann kurz vor ihrem Abschluss an diesem Sonntag trotz weniger Besuchern als erwartet eine positive Bilanz ziehen. In Pößneck wurde eine feste Brücke in die Zukunft gebaut, sagten die beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau Pößneck 2000 GmbH, Erhard Skupch und Detleff Wierzbitzki, am Samstag. Sie rechnen damit, dass sich die Gästezahl in den nächsten Stunden auf insgesamt 510 000 summiert. Die öffentliche Hand hatte in Vorbereitung der Schau rund 120 Millionen Mark in Pößneck (Saale-Orla-Kreis) investiert. Nach Ansicht der Veranstalter, die vom Wunder von Pößneck sprachen, hat sich dadurch das Image der Stadt verbessert.
Das oft ungünstige Wetter mit teils verheerenden Gewittern oder brütender Hitze hatte die Erwartungen auf 600 000 Besucher in 177 Tagen enttäuscht. Unter dem Motto Alte Mauern, neuer Charme hatten rund 900 Veranstaltungen die Thüringer und Touristen neben dem gärtnerischen Angebot angelockt. Beim 1. Thüringer Blasmusikfestival wurde mit 19 900 Besuchern ein Tagesrekord erreicht. Ein Tag später kamen bei Regenwetter ganze 278 Besucher, das war Negativrekord. Auf dem 20 Hektar großen Gelände der Exposition bestachen den Angaben zufolge die 25 Themengärten durch ihre Qualität und Vielfalt. Die Gartenfachpresse habe die Beiträge der Friedhofsgärtner in Pößneck als das Beste aller deutschen Gartenschauen in diesem Jahr gelobt, hieß es. Bei den 14 Hallenschauen wurde das große Gestaltungsspektrum mit Blumen und Pflanzen vorgestellt und zugleich Zeugnis von der Leistungsfähigkeit vor allem der Thüringer Gartenbaubetriebe abgelegt. Etwa 9,4 Millionen Mark kostete die Gartenschau, die Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) und der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, Karl Zwermann, Mitte April eröffnet hatten.
Große Anerkennung haben die städtebaulichen Veränderungen in den vier Gartenschaubereichen gefunden, schätzten die Geschäftsführer ein. So erhielt der Bereich Viehmarkt ein völlig neues Gesicht und soll weiterentwickelt werden. Im ländlich geprägten Bereich Jüdewein wurden viele Höfe privat saniert, und im Lutschgenpark konnten die Besucher im alten Lederwerk die Ausstellungen des Freistaates besichtigen. Dort soll künftig ein Existenzgründerzentrum entstehen. Dagegen prägte Beschaulichkeit den als Biotop geschützten Bereich Weddigen. Heute wurde mit Beendigung der ersten Landesgartenschau der Staffelstab an Nordhausen übergeben. In vier Jahren soll in der Rolandstadt die zweite Landesgartenschau in Thüringen eröffnet werden. Sie wird sich auf eine innerstädtsiche Konzeption ausrichten.
35 Apfelpflücker erwirtschafteten 1.000 Flaschen Apfelsaft
Der Kinder-Kirchen-Laden hatte am Samstag zu einem Aktionstag eingeladen. Gemeinsam mit ihren Eltern sammelten Kinder und Mitarbeiter des KILA Äpfel in einer verlassenen Plantage. Nach gut vier Stunden Arbeit bei Dauerregen waren die Klamotten durchweicht, die Mägen leer und 55 Säcke mit Äpfeln gefüllt. Der KILA bedankt sich an dieser Stelle bei der Firma Törpe für den Transport der Äpfel und beim Landhandel Ehrenberg in Obergebra, der trotz überfüllter Lager die reiche Erne noch angenommen hat. Gemeindepädagoge Frank Tuschy ist angesichts der ausbeute zuversichtlich, den Durst der Kinder in den kommenden Monaten stillen zu können, denn aus den gesammelten Äpfeln können bis zu 1.000 Flaschen Apfelsaft erwirtschaftet werden.
SPD-Vorwurf an Landrat: Einblick in Akten soll verzögert werden
Der Landrat will sich nicht in die Karten schauen lassen! Zu dieser Auffassung kommt die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dagmar Becker. In einem Statement ist sie der Auffassung, dass Landrat Joachim Claus (CDU) nach dem Rückzug von Klaus Gorges (pl) sofort die Möglichkeit gehabt hätte, die Wahl zum zweiten hauptamtlichen Beigeordneten anzuschieben. Die SPD-Fraktion kann nicht verstehen, warum diese wichtige Position im Landratsamt weiterhin vom Ex-Beigeordneten Günther Goutier (CDU) geführt werden soll. Die SPD werden alle Verfahrensschritte mittragen, die einen reibungslosen Verwaltungsablauf sichern, aber hier geht es doch nur darum, weiterhin diese Ämter mit CDU-Leuten zu besetzen.
Becker fordert die sofortige Zusammensetzung des Kreisausschusses, um die notwendigen Ausschreibungsmodalitäten für den zweiten hauptamtlichen Beigeordneten auf den Weg zu bringen. Da zwischen CDU und Landrat auf der einen sowie SPD und PDS einen Patt-Situation bestünde, wäre hier ein Konsens möglich, den alle Seiten mittragen könnten. Und dann schlägt Dagmar Becker zu: Wir haben das Gefühl, dass der Landrat mit allen Mitteln Zeit gewinnen will, damit ihm keiner in die Akten schauen kann. Hier kommen Vorwürfe zu Tage, die die SPD-Fraktion am Untersuchungsausschuß zum Gaswerk festmacht. Durch Vorgänge in der Verwaltung soll dem Landkreis ein Schaden in Höhe von mehrere Millionen Mark entstanden sein. Ungeklärt, so Dagmar Becker, sei bis heute, wer damals den Grundstückskauf veranlasst habe. Bei der Position des ersten Beigeordneten Matthias Jendricke (SPD) läuft weiterhin alles auf eine Klage vor dem Verwaltungsgericht hinaus, sofern die Wahl wirklich aufgehoben werden sollte, heißt es abschließend in der Pressemitteilung der SPD-Kreistagsfraktion.


