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So, 12:04 Uhr
07.10.2001

nnz-Rückspiegel: 7. Oktober 2000

Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.


Sülzhayner erteilten Glenn-Mills-Stiftung eine deutliche Abfuhr

Die Bürger des Kurortes Sülzhayn haben sich am gestrigen Abend eindeutig gegen das Vorhaben der Glenn-Mills-Stiftung ausgesprochen, im leerstehenden Gebäude der Haidberg-Klinik ein Resozialisierungsprojekt für 300 straffällig gewordene Jugendliche zu etablieren. Fast 200 Sülzhayner und Menschen, die in diesem Ort einen Job haben, stellten einer Vertreterin der Stiftung präzise Fragen, denen mit sehr viel Gerede ausgewichen wurde. Auch widersprachen sich die Redner des Vormittags und des Abends, zum Beispiel bei der Zahl der zu betreuenden Jugendlichen. Mitunter kam es im Kinosaal des Ortes auch zu emotionalen Ausbrüchen, die darin gipfelten, die Stiftung möge mit ihrem Ansinnen woanders hingehen. Für die Gemeinde stellte der stellvertretende Ortschaftsratsvorsitzende Michael Seifert klar: „Wir wenden uns nicht grundsätzlich gegen das Konzept der Stiftung, doch es verträgt sich nicht mit der Entwicklungskonzeption unseres Kurortes.“ Gerne würden die Sülzhayner ein Konzept akzeptieren, das auf Rehabilitation oder Betreuung älterer Menschen basiert. Vielleicht auch ohne größere Umbauten innerhalb des Gebäudes.

Als nächsten Schritt will der Ortschaftsrat nun mit dem Eigentümer des Gebäudes, einem geschlossenen Immobilienfonds, ins Gespräch kommen. „Wir müssen sehen und wissen, dass die Glenn-Mills-Stiftung nicht quasi über die Hintertür einen Fuß nach Sülzhayn setzen kann“, so Seifert gegenüber nnz. Den Vertretern der Stiftung, die am Freitag in zwei Runden für ihr Projekt im Kurort warben sollten die Reaktionen aus Kommunalpolitik und Bürgerschaft deutlich genug sein: In Sülzhayn haben sie keine Chance.


Spur führte Kripo zu fünf Jahre altem Verbrechen

Nordhausen (nnz). Die Nordhäuser Kripo hatte im zweiten Halbjahr 1999 wahre Schwerstarbeit zu leisten. Nicht die alltäglichen Delikte wie Körperverletzung, Raub oder Diebstahl beschäftigten die Beamten, sondern es waren Tötungsverbrechen in Nordthüringen. Heiligenstadt, Mühlhausen und Nordhausen.

Wir schreiben den 1. November 1999: Im Bingerhof der Rolandstadt finden Angehörige eines 42 Jahre alten Mannes seine Leiche in der Wohnung. Merkwürdig erschien den Angehörigen, dass er sich nicht mehr gemeldet hatte. Wie die Obduktion zu Tage förderte, war das Opfer fünf Tage zuvor erdrosselt worden. Außerdem wurde eine Schnittwunde im Genitalbereich diagnostiziert. Nach drei Wochen intensiver Ermittlungen kristallisierte sich ein Verdacht gegen ein Ehepaar heraus, das mit dem Opfer bekannt war. Der 39jährige aus Nordhausen wurde am 23. November 1999 festgenommen und befindet sich seit dem in Untersuchungshaft. Während der Mann, gegen den die Staatsanwaltschaft vor einigen Monaten anklage erhob, immer noch kein Geständnis abgelegt hat, soll die Ehefrau umfassend ausgesagt haben. Für Kripo und Staatsanwaltschaft steht fest, dass sie an der Tat nicht beteiligt war.

Während der Ermittlungen und Vernehmungen zu diesem Verbrechen konnte eine weitere Straftat aufgeklärt werden. Ein Mord, der fünf Jahre zurückliegt. Damals, einen Tag vor dem Heiligen Abend 1994, wurde die Leiche eines Mannes in der Nähe von Niedergebra in der Wipper gefunden. Dieses bis Ende 1999 nicht aufgeklärte Verbrechen ließ eindeutige Parallelen zur Tötung im Bingerhof erkennen. Ein Indiz war die Art und Weise der Tötung durch Erdrosselung. Weitere Gemeinsamkeiten konnten bei der Vernehmung der Ehefrau festgestellt werden. In ihrer Anklageschrift gegen Joachim S. geht die Staatsanwaltschaft deshalb von zweifachem Totschlag aus. Wegen der besonderen Schwere der Taten sieht das Strafgesetzbuch eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. Am Montag beginnt der Totschlagsprozess gegen den Nordhäuser vor dem Landgericht Mühlhausen. Es wurden mehrere Verhandlungstage angesetzt.
Autor: nnz

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