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Fr, 12:20 Uhr
20.05.2005

Ampelchaos wird beendet

Nordhausen (nnz). Eine neue Schaltung der Ampelanlage am Kaufhaus Magnet sorgt für Frust bei den Autofahrern. Bis zum Monatsende soll das Chaos ein Ende finden. Mehr über mögliche „Grüne Wellen“ erfahren Sie in Ihrer nnz.


Bis zum Monatsende will das Straßenbauamt Nordthüringen das Ampel-Schaltprogramm an der Kreuzung Arnoldstraße / Bahnhofstraße – die sog. „Magnet“-Kreuzung – überarbeiten. Das kündigt der städtische Bauamtsleiter Jens Kohlhause an. An der Kreuzung kommt es seit einigen Wochen zu längeren Staus die Rautenstraße hinauf.

„Planung und Betrieb sämtlicher Ampelanlagen an den Nordhäuser Bundesstraßen liegen in der Verantwortung des Straßenbauamtes. Dort hatten wir praktisch seit Inbetriebnahme auf die Schaltprobleme bei der Ampel hingewiesen, am 30. April wurde dann auch ein neues Programm installiert. Wie sich allerdings bald zeigte, lief auch dies unbefriedigend, so dass es Anfang Mai einen weiteren Vor-Ort-Termin gegeben hat – mit Vertretern des Straßenbauamtes, des Straßenbahn-Betriebes, der Polizei, der Verkehrsbehörde, der bau ausführenden Firma und den Planern statt“, so Kohlhause. „Dabei wurde klar, dass das Programm ein weiteres Mal überarbeitet werden muss. Und bis dahin läuft jetzt ein so genanntes Festprogramm, das nicht auf veränderte Verkehrsströme reagieren kann – deshalb kann es zu Staus kommen – wir bitten die Verkehrsteilnehmer um Geduld. Mehr können wir leider nicht tun.“

Von den insgesamt so genannten 36 Ampelanlagen in Nordhausen befinden sich lediglich 9 in der Verantwortung der Stadt. „Die Mehrzahl – die an den Nordhäuser Ortsdurchfahrten der Bundesstraßen stehen – werden über das Straßenbauamt vom Land Thüringen betreut“, erklärte Kohlhause. In dessen Auftrag hat es im vergangenen Jahr eine Verkehrszählung und –analyse an den Kreuzungen gegeben – „man will für eine optimale Ampelschaltung herausfinden, wo fahren die Autos hin, wo kommen sie her und wie verlaufen die Verkehrsströme.“ Die Ergebnisse sollen in die neuen Programme zur Ampelsteuerung einfließen. Für die komplette Änderung des gesamten Ampelsystems müsse man allerdings bis zu 3 Jahre veranschlagen, so Kohlhause. Und in Zukunft werde die Verantwortung für einige Bundesstraßen-Ampeln – und damit die anfallenden Kosten - sogar auf die Stadt abgewälzt. Der Grund sei die so genannte „Abwidmung“. Kohlhause: „Ab kommenden Jahr fällt die Ortsdurchfahrt der B 80 zwischen Abzweig Kasseler Landstraße / Osteroder Landestraße und Kreuzung Freiherr-vom-Straße / Uferstraße in die Rechtsträgerschaft der Stadt wie auch der B80-Abschnitt zwischen der Kreuzung Hallesche Straße / Bielener Straße und Hallesche Straße / Taschenberg. Alle Kosten der Optimierung muss dann die Stadt tragen.“

„Dieser Prozess der Umstellung ist allerdings nicht einfach, denn es macht keinen Sinn, eine Ampel isoliert umzustellen; aber andererseits kann man nicht alle Ampeln zugleich neu programmieren, da sie zeitlich aufeinander abgestimmt sind – diese Schaltung soll jetzt durch das Straßenbauamt optimiert werden – mit der Einführung einer Art `Kommunikation´ zwischen den Ampeln, bei der die eine Ampel auf elektronischem Weg mit Kabel oder per Funk der folgenden Ampel quasi das aktuelle Verkehrsaufkommen und die eigen Schaltung meldet und damit auf die Verkehrsströme abstimmt“, so Kohlhause.

Künftig werde sich eine solche Kommunikationskette zum Beispiel von den Ampeln an der Kreuzung Taschenberg / Barbarossastraße über die „Magnet“-Kreuzung“ bis zur sog. „Europa-Kreuzung“ in Richtung Magdeburg auf der die Verkehrsströme von Grimmelallee, Gerhart-Hauptmann-Straße, von der B4 aus dem Harz und aus dem Alten Tor zusammentreffen. „Dort eine so genannte `Grüne Welle´ für die Autofahrer zu schaffen, ist aus einem Grund nicht so einfach möglich: Die Vorrangschaltung für die Straßenbahn muss in diesen Ablauf integriert werden. Kommt die Straßenbahn zum Beispiel aus Richtung Bahnhof, meldet sie sich vorher automatisch an der „Magnet“-Ampel an, die dann die querende Bundesstraße aus Richtung Halle auf `Rot´ schaltet. Es ist eben leider unmöglich, für alle und zu gleicher Zeit die Ampeln auf `Grün´ zu schalten, zumal auch die Ansprüche der Fußgänger berücksichtigt werden müssen, die an einigen Ampeln per Tastendruck ebenfalls `Grün´ anfordern können“, erklärte Kohlhause.

Es liege im eigenen Interesse der Stadt, den Kraftfahrern auf den Bundesstraßen eine möglichst reibungslose „Passage“ quer durch die Stadt zu ermöglichen: „Denn wir wollen - vor allem die Brummis – auf den Bundesstraßen halten. Sie sollen möglichst nicht auf die Stadtstraßen ausweichen und sich vor allem nicht einen Weg durch dicht bewohnte Gebiete suchen, weil sie auf diesem Weg gelegentlich schneller aus der Stadt hinaus kommt.“ Der Nordhäuser Durchgangsverkehr belaufe sich pro Tag auf mehr als 25.000 Fahrzeuge, die Hauptströme seien zum einen der Bundesstraßenverkehr aus Richtung Harz und zum anderen aus Richtung Eichsfeld. „Und beide treffen in Nordhausen aufeinander, deshalb ist eine bessere Koordination der Ampelabläufe auch so wichtig“, so Kohlhause.

In Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt habe man inzwischen erreicht, dass sich die Situation an den Ampeln auf der „Brücke der Einheit“ entspannt habe. „Hier war die Übergangszeit zwischen den Ampelphasen zu lang, teilweise war die Kreuzung komplett leer, weil alle gleichzeitig `Gelb´ hatten. Das ist inzwischen geändert.“
Autor: nnz

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