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So, 14:27 Uhr
09.02.2020
NICHT MEHR SPORTSCHÜTZEN UND JÄGER, ABER:

Gestiegen ist die Zahl an Waffen

Die Jagd verbindet sich mit Naturerlebnis, Naturschutz, Erholung und Stressabbau, Abenteuerlust, dem Wild nachzustreben, mit Beutemachen. Außen vor bleibt stets das Interesse an Waffen an sich...

Es ist kein Geheimnis, dass so mancher Weidmann gleich fünf oder sechs verschiedene Waffen im Schrank unter Verschluss stehen hat. Um dem Wilde nachzustreben bedarf es das nicht. Von der Anzahl der Waffen hängt ohnehin nicht das Ergebnis der Jagdbeute ab.

Interesse, Liebe und Freude an einer beeindruckenden Sammlung dürften die Motive sein. Nicht nur für Jäger. Die Statistik besagt: 2018 stellten sich elf Teilnehmer aus dem Landkreis der Jagdprüfung, sieben aus anderen Landkreisen. Im Vorjahr waren es zwölf hierzulande, fünf aus anderen Landkreisen. 524 Jäger haben ihren Wohnsitz im Landkreis Nordhausen, nicht alle haben Waffenbesitzkarten.

Im Landkreis üben aber weitaus mehr Jagdberechtigte die Jagd aus, da sie anderswo wohnen. Der Frauenanteil liegt bei 32. Die Zahl der Waffen tragenden Jäger erhöhte sich gegenüber den letzten sechs Jahren um 27. Von einem Boom von Anwärtern auf die Jägerei kann dennoch keine Rede sein, was schon der Vorsitzende der Kreisjägerschaft (nnz berichtete) bestätigte.

Gegenüber 2014 gibt es heute allerdings mehr erlaubnispflichtige Schusswaffen. 4712 waren seinerzeit registriert worden. Heute sind es 5469 Schusswaffen und erlaubnispflichtige Waffenteile. Registriert sind 3946 Lang- und 1523 Kurzwaffen. Diese verteilen sich auf 1237 Inhaber von Waffenbesitzkarten: 618 Sportschützen, 462 Jäger, 34 Kombinierer und 60 weiteren Personen aus verschiedenen Bedürfnisgründen, zum Beispiel Tierärzte. Die aktuellen Zahlen ließ dankenswerterweise für uns die Pressestelle im Landratsamt zusammenstellen.

Obwohl die Zahl der Jäger nicht nennenswert in all den Jahren anstieg, die Zahl der Sportschützen auch nicht, stieg die Anzahl der erlaubnispflichtigen Waffen in diesem Zeitraum um 757. Dieser und jener Jäger oder Sportschütze nennt daher mehr als nur eine Flinte, eine Pistole oder einen Revolver sein eigen. Die Auswahl ist enorm: Repetierbüchsen der verschiedensten Art, Bockdoppelflinte, Mauser, Karabiner, Doppelflinte, Selbstladebüchse, Pistole, Revolver.

Zum nnz-Beitrag über die Jagd vom 6. Februar gab es eine bemerkenswerte Zuschrift eines Lesers, der sich „Ilfeld 59“ nennt und sie mit der Überschrift „Naturschutz hat den Vorrang“ versah. Vehement brach er eine Lanze für Jäger und Angler: Sachlich, kompetent, aber auch kritisch. Warum aber nur unter einem Nicknamen? Da heißt es unter anderem:

Wir brauchen nicht mehr Jäger, um mehr Wild zu schießen. Wir brauchen mehr Menschen, die kompetent Naturschutz betreiben. Wir Angler und Jäger sind in erster Linie Naturschützer und betreiben Hilfe und Pflege. Ohne uns gäbe es einen Großteil der heimischen Flora und Fauna schon lange nicht mehr. Wir gehen mit offenen Augen durch die Natur, an unsere Gewässer, wir reinigen und schaffen Lebensräume und bewahren heimische Arten vor dem Aussterben. Was aber nicht heißen soll, dass es bei Anglern und Jägern nicht ebenso schwarze Schafe gibt.

Dem ist nichts hinzuzufügen.
Kurt Frank
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