nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Anzeige
Do, 13:45 Uhr
06.02.2020
Hochschule Nordhausen

Neues Biogas-Forschungsprojekt

Im Herbst vergangenen Jahres startete das zur Hochschule Nordhausen gehörige ThIWert im Themenfeld Ressourceneffizienz seine Innovationsforschung für die Thüringer Wirtschaft. „Wir wollen die lokalen und überregionalen Unternehmen als aktiver Forschungspartner unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Ariane Ruff, die gemeinsam mit Dr.-Ing. Volker Asemann das Innovationszentrum leitet...

team bioverfahren (Foto: Tina Bergknapp) team bioverfahren (Foto: Tina Bergknapp)
Team Bioverfahrenstechnik der Hochschule Nordhausen

Der Grundstein wurde mit den vom Freistaat Thüringen, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, geförderten Projekten „InnoWert“ und „InnoRessourcen“ gelegt. Jetzt bewilligte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Fördermittel zur Effizienzsteigerung von Technologien zur Biogasentschwefelung.
„Biogas enthält neben den Hauptbestandteilen Methan und Kohlenstoffdioxid in Spuren auch Schwefelwasserstoff. Letzteres muss vor der Verstromung des Biogases im Blockheizkraftwerk aus dem Gas entfernt werden, um die Langlebigkeit des Aggregats zu gewährleisten. Hierfür gibt es auf dem Markt verschiedene technologische Ansätze mit unterschiedlichen Wirkungsgraden“, berichtet Dr.-Ing. Anja Schreiber.

Anzeige MSO digital
In Kooperation mit den Thüringer Unternehmen UGN-Umwelttechnik GmbH, BTN Biotechnologie Nordhausen GmbH, R&G EMSR- Technik GmbH und unterstützt durch den Netzwerkpartner Energieversorgung Nordhausen - Biomethan GmbH, entwickelt das Team Bioverfahrenstechnik um Prof. Uta Breuer und Dr.-Ing Anja Schreiber nun eine völlig neuartige Verfahrensweise.

„Bereits in einem Vorgängerprojekt konnten wir die hohe Reinigungsleistung der in aquatischen Systemen vorkommenden Schwefelbakterien Beggiatoa alba und Thiotrix nivea nachweisen. Die innovative Idee ist nun ein modulares Drei-Stufen-Entschweflungs-Verfahren, das die Vorteile der bisherigen am Markt verfügbaren Entschwefelungssysteme miteinander verknüpft. Während in der ersten Stufe die neuartigen Schwefelbakterien die Hauptleistung übernehmen sollen, werden diese im zweiten Schritt durch die natürlich in Gülle vorkommenden Schwefelbakterien unterstützt. Der letzte Schritt ist unser safety step. Hier garantieren eisendotierte Cellulosepellets eine 100 % Gasreinigung“, erklärt Prof. Dr. Uta Breuer.
Neu im Team sind die beiden Wissenschaftlerinnen M.Eng. Lynn Vincent und M.Sc. Maren Podewski, die neben der Betreuung und Optimierung der Versuchsanlage mittels molekularbiologischer Methoden die Effizienz der eingesetzten Schwefelbakterien überprüfen.

Nach erfolgreicher Umsetzung des 30-monatigen Projektes soll in einem fortführenden Forschungsvorhaben ein Up-Scaling der Laboranlage zur Pilotanlage erfolgen. Diese soll anschließend in den Gasstrom einer landwirtschaftlichen Biogasanlage integriert und im Praxisbetrieb getestet werden.
Tina Bergknapp
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

→ Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.