Mi, 15:51 Uhr
03.10.2001
Wirtschaftliche Situation analysiert
Nordhausen (nnz). Zum vierten Male traf sich Landrat Joachim Claus (CDU) mit dem Rektor und Prorektor der Fachhochschule Nordhausen, Vertretern der Wirtschaftsverbände und den Spitzen von IHK und der Handwerkskammer zum Wirtschaftsgespräch im Bielener Landgasthof. Eine Gesprächsrunde, die bereits zur Tradition geworden ist, in der man sich mit der aktuellen Wirtschaftslage im Landkreis Nordhausen beschäftigt. nnz berichtet.
Schwerpunkte dieser Gespräche sind immer wieder die Auswertung der landkreisbezogenen Wirtschaftsdaten aus der Sicht der Industrie und Handelskammer sowie die Situation im Bereich der Kreishandwerkerschaft. So musste in diesem Gesprächsteil der Nordhäuser IHK-Chef Udo Rockmann eine aus seiner Sicht problematische Wirtschaftsbilanz ziehen. Die IHK schätzt die derzeitige Konjunktur als nicht zufriedenstellend ein. So ist die Zahl der wirtschaftlich problembehafteten Betriebe, die den "Runden Tisch" der IHK in Anspruch nehmen, in der letzten Zeit gestiegen. Darüber hinaus machte die Wirtschaftsbilanz der IHK deutlich, das jedes dritte Unternehmen angesichts der Wirtschaftslage Entlassungen plant. So werden einerseits die geplanten Umsatzzuwächse nicht erreicht und andererseits wirken sich die Ereignisse in Amerika auch auf unsere Unternehmen negativ aus.
Nach wie vor ist die Bauwirtschaft das Sorgenkind Nr. 1. Umsatzverluste von 11,8 % sind kaum beherrschbar. Darüber hinaus bestehe eine anhaltende Konjunkturschwäche. Die erste Stufe der Steuerreform muß genauso negativ bewertet werden wie der Rückgang bei den Firmengründungen. Das Wegbrechen von bestehenden Firmen ist durch Neugründungen kaum noch zu kompensieren. Kurzum, positiv einzuschätzende Fakten waren vom IHK-Chef so gut wie keine zu vernehmen. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heiligenstadt und Nordhausen, Dr. Bernhard Senft, konnte den Ausführungen der IHK kaum etwas Positiveres hinzufügen. In seinem Geschäftsbereich erkennt auch er die Bauwirtschaft als das Sorgenkind Nr. 1. Momentan ist die Handwerkerschaft des Landkreises Nordhausen und des Eichsfeldkreises mit der Fusion beider Einrichtungen befasst. Am 10.10.01 werden beide Kreise zur Handwerkerschaft Nordthüringen vereint.
Während der Industrielle Stammtisch leider nicht an der Gesprächsrunde teilnehmen konnte, zeigte Klaus Vincenz vom Verband der Wirtschaft Nordhausen ebenfalls eine Reihe von Problemen auf, die vor allem in die Richtung des Arbeitsamtes und der Kommunalpolitik im Allgemeinen hinzielten. So bemängelte er die Flexibilität des Arbeitsamtes im Hinblick auf die Elektrobranche. Dieser Bereich ist ebenfalls von den Problemen der Bauwirtschaft betroffen. Er hält in diesem Bereich eine Profilveränderung des Berufsbildes Elektriker für dringend erforderlich. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass derzeit viele Firmen in der Stadt und im Landkreis auf ein 10-jähriges Bestehen verweisen können. Die Präsenz der kommunalen Spitzenvertreter halte sich bei den jeweiligen Festveranstaltungen aber in bescheidenen Grenzen. Das 10-jährige Jubiläum vom "Marktkauf" sei ein Beispiel dafür. Darüber hinaus vermisse der Verband der Wirtschaft ein klares Konzept für die weitere Entwicklung der Stadt Nordhausen und der Region insgesamt. Er schätzte aus der Sicht seines Verbandes die gegenwärtige Stimmungslage in wirtschaftlicher Hinsicht als sehr schlecht ein.
Landrat Joachim Claus nahm dieses eher negativ anmutende Wirtschaftsbild zum Anlass, nochmals über das von Ihm erarbeitete Diskussionspapier zur Aktivierung der Wirtschaftsförderung im Landkreis zu sprechen. Dieses Papier, den Wirtschaftsverbänden, der Fachhochschule Nordhausen und den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen im Vorfeld zugestellt, erhielt die ungeteilte Zustimmung aller Beratungsteilnehmer. Es wird als ein Papier gewertet, welches einerseits zur Diskussion anregt, aber andererseits schnellstens in vernünftiger Weise, ohne jegliche Befindlichkeiten umgesetzt und mit Leben erfüllt werden muss.
Joachim Claus wird im nächsten Kreistag über diesen Lösungsansatz diskutieren. Er möchte die Politiker aller Parteien dahingehend sensibilisieren, dass eine Diskussion über "Wirtschaftsförderung oder nicht" angesichts der wirtschaftlichen Situation dem Erfordernis nicht gerecht wird. Es geht ihm vielmehr darum, gemeinsam über das "wie realisieren wir die Wirtschaftsförderung" zu diskutieren und möglichst schnell zu einem positiven Votum des Kreistages zu kommen. Nach dem Oktober-Kreistag wird sich das "5. Wirtschaftsgespräch des Landrates" in einer Art Workshop nur mit diesem Thema beschäftigen.
Diese Informationen wurden der nnz vom Leiter des Büros des Landrates, Manfred Thiel, zur Verfügung gestellt.
Autor: nnzSchwerpunkte dieser Gespräche sind immer wieder die Auswertung der landkreisbezogenen Wirtschaftsdaten aus der Sicht der Industrie und Handelskammer sowie die Situation im Bereich der Kreishandwerkerschaft. So musste in diesem Gesprächsteil der Nordhäuser IHK-Chef Udo Rockmann eine aus seiner Sicht problematische Wirtschaftsbilanz ziehen. Die IHK schätzt die derzeitige Konjunktur als nicht zufriedenstellend ein. So ist die Zahl der wirtschaftlich problembehafteten Betriebe, die den "Runden Tisch" der IHK in Anspruch nehmen, in der letzten Zeit gestiegen. Darüber hinaus machte die Wirtschaftsbilanz der IHK deutlich, das jedes dritte Unternehmen angesichts der Wirtschaftslage Entlassungen plant. So werden einerseits die geplanten Umsatzzuwächse nicht erreicht und andererseits wirken sich die Ereignisse in Amerika auch auf unsere Unternehmen negativ aus.
Nach wie vor ist die Bauwirtschaft das Sorgenkind Nr. 1. Umsatzverluste von 11,8 % sind kaum beherrschbar. Darüber hinaus bestehe eine anhaltende Konjunkturschwäche. Die erste Stufe der Steuerreform muß genauso negativ bewertet werden wie der Rückgang bei den Firmengründungen. Das Wegbrechen von bestehenden Firmen ist durch Neugründungen kaum noch zu kompensieren. Kurzum, positiv einzuschätzende Fakten waren vom IHK-Chef so gut wie keine zu vernehmen. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heiligenstadt und Nordhausen, Dr. Bernhard Senft, konnte den Ausführungen der IHK kaum etwas Positiveres hinzufügen. In seinem Geschäftsbereich erkennt auch er die Bauwirtschaft als das Sorgenkind Nr. 1. Momentan ist die Handwerkerschaft des Landkreises Nordhausen und des Eichsfeldkreises mit der Fusion beider Einrichtungen befasst. Am 10.10.01 werden beide Kreise zur Handwerkerschaft Nordthüringen vereint.
Während der Industrielle Stammtisch leider nicht an der Gesprächsrunde teilnehmen konnte, zeigte Klaus Vincenz vom Verband der Wirtschaft Nordhausen ebenfalls eine Reihe von Problemen auf, die vor allem in die Richtung des Arbeitsamtes und der Kommunalpolitik im Allgemeinen hinzielten. So bemängelte er die Flexibilität des Arbeitsamtes im Hinblick auf die Elektrobranche. Dieser Bereich ist ebenfalls von den Problemen der Bauwirtschaft betroffen. Er hält in diesem Bereich eine Profilveränderung des Berufsbildes Elektriker für dringend erforderlich. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass derzeit viele Firmen in der Stadt und im Landkreis auf ein 10-jähriges Bestehen verweisen können. Die Präsenz der kommunalen Spitzenvertreter halte sich bei den jeweiligen Festveranstaltungen aber in bescheidenen Grenzen. Das 10-jährige Jubiläum vom "Marktkauf" sei ein Beispiel dafür. Darüber hinaus vermisse der Verband der Wirtschaft ein klares Konzept für die weitere Entwicklung der Stadt Nordhausen und der Region insgesamt. Er schätzte aus der Sicht seines Verbandes die gegenwärtige Stimmungslage in wirtschaftlicher Hinsicht als sehr schlecht ein.
Landrat Joachim Claus nahm dieses eher negativ anmutende Wirtschaftsbild zum Anlass, nochmals über das von Ihm erarbeitete Diskussionspapier zur Aktivierung der Wirtschaftsförderung im Landkreis zu sprechen. Dieses Papier, den Wirtschaftsverbänden, der Fachhochschule Nordhausen und den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen im Vorfeld zugestellt, erhielt die ungeteilte Zustimmung aller Beratungsteilnehmer. Es wird als ein Papier gewertet, welches einerseits zur Diskussion anregt, aber andererseits schnellstens in vernünftiger Weise, ohne jegliche Befindlichkeiten umgesetzt und mit Leben erfüllt werden muss.
Joachim Claus wird im nächsten Kreistag über diesen Lösungsansatz diskutieren. Er möchte die Politiker aller Parteien dahingehend sensibilisieren, dass eine Diskussion über "Wirtschaftsförderung oder nicht" angesichts der wirtschaftlichen Situation dem Erfordernis nicht gerecht wird. Es geht ihm vielmehr darum, gemeinsam über das "wie realisieren wir die Wirtschaftsförderung" zu diskutieren und möglichst schnell zu einem positiven Votum des Kreistages zu kommen. Nach dem Oktober-Kreistag wird sich das "5. Wirtschaftsgespräch des Landrates" in einer Art Workshop nur mit diesem Thema beschäftigen.
Diese Informationen wurden der nnz vom Leiter des Büros des Landrates, Manfred Thiel, zur Verfügung gestellt.

