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Fr, 10:31 Uhr
06.05.2005

Schlechte Aussichten

Nordhausen (nnz). Obwohl der Sommer quasi vor der Tür steht, können sich die Gastronomen in Nordthüringen kaum freuen. Die nnz-Redaktion stellt die Details einer IHK-Umfrage vor.


Die wirtschaftliche Situation im Gastgewerbe Mittel- und Nordthüringens ist nach wie vor angespannt. Die Mehrzahl der Unternehmer beurteilt die gegenwärtige Geschäftslage mit schlecht, nur jeder siebte gibt eine gute Einschätzung. Das geht aus der aktuellen Saisonumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter 350 Betrieben hervor. Der Klimaindex für die Branche hat mit 75 von 200 möglichen Prozentpunkten im Winterhalbjahr 2004 / 2005 den niedrigsten Wert der letzten vier Jahre erreicht und liegt inzwischen 13 Punkte unter dem vergleichbaren Vorjahresstand.

„Die Kunden sind verunsichert und halten ihr Geld zusammen“, sieht IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser einen der Gründe für den anhaltenden Umsatzrückgang. 63 Prozent der Befragten hätten im zurückliegenden Winterhalbjahr sinkende Einnahmen verbuchen müssen. „Damit setzt sich der Trend des katastrophalen Jahres 2004 leider fort“, wertet Grusser. Im letzten Jahr hatte das Thüringer Gaststättengewerbe immerhin Umsatzeinbußen von -6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften müssen und fiel damit noch unter den bundesdeutschen Durchschnitt von -1,7 Prozent.

Steigende Energiekosten auf Grund des hohen Ölpreises und die Belastung durch kommunale Abgaben und Gebühren hätten bei zwei Drittel der Gastronomen die ohnehin schon schlechte Ertragssituation weiter verschärft. „Trotz rückläufiger Umsatzentwicklung waren im Thüringer Gastgewerbe im Jahr 2004 zahlenmäßig mehr Personen beschäftigt als im Jahr 2003. Dies ging aber eindeutig zulasten der Vollzeitstellen, deren Zahl um 4,6 Prozent sank, während die Teilzeitbeschäftigten um 12,9 Prozent zunahmen“, verweist Grusser auf die Auswirkungen des steigenden Kosten- und Wettbewerbsdruckes in der Branche.

Vor dem Hintergrund der hohen Arbeitslosigkeit und der fortdauernden Zurückhaltung der Verbraucher sind die Erwartungen der Thüringer Gastronomen an die kommende Sommersaison nur gedämpft. Lediglich 18 Prozent gehen von einem günstigeren Geschäftsverlauf aus. Insbesondere die erhofften Touristen in den Urlaubs- und Ferienzentren, zahlreich geplante Open-Air-Veranstaltungen sowie ein attraktives Biergartenangebot sollen die Kassen wieder klingeln lassen. „Wenn dann noch das Wetter mitspielt, könnte auch für die Gastronomen die ‚Durststrecke’ bald überwunden sein“, zeigt sich Grusser optimistisch.
Autor: nnz

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