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Sa, 07:00 Uhr
07.12.2019
Lichtblick

Wir leben nicht auf das Ende der Welt zu

Liebe Leserinnen und Leser, es ist gerade Donnerstag. Ich soll einen „Lichtblick“ schreiben heute Morgen. Und ich habe zwei Lichtblicke in dieser frühen Stunde: Den ersten haben Sie vielleicht auch erlebt: Klarer Himmel, Reif liegt auf Bäumen und Sträuchern, der Nebel ist nicht so dicht...


Vor allem verzieht er sich bald (na, sagen wir wahrscheinlich) Denn die Sonne lugt schon über den Horizont und wird alles in ein schönes Morgenrot tauchen. Dieses schöne Naturereignis erinnert mich an den Wochenspruch:
Paulus schreibt darüber:
„…Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen…“ Rö. 13,12
In meiner Bibel steht als Überschrift:
„Leben im Licht des anbrechenden Tages“.
Dazu der zweite Lichtblick. Er ist eine Herausforderung. Eine gute Freundin schickte mir ihren Rundbrief mit folgenden Fragen: „Wie könnte es gelingen, mich dem Vielen zu entziehen und den Advent zu dem werden zu lassen, was er ist? Eine Zeit stiller Erwartung und sehnsüchtiger Hoffnung, eine Zeit, den inneren Anker neu auszuwerfen nach dem, was wirklich zu halten vermag, jenseits allen trügerischen Scheins.
 Ein ehemaliger Lehrer von mir beherrschte die Kunst der „einen Frage, die alles verändert“.

Könnte es diese hier sein? „Wenn 2019 dein letzter Advent wäre und dein letztes Weihnachtsfest, wie würdest du die nächsten Wochen verbringen?“

Viele Menschen berichten, dass sie durch eine beängstigende Diagnose zum Innehalten und zur Veränderung gefunden haben. Ob das nicht auch „freiwillig“ möglich sein könnte?“
Soweit die Worte meiner Freundin. Das klingt erstmal bedrückend. Aber es stimmt trotzdem: Wenn wir in Nöte geraten, in schwere Krankheiten, in tiefe Krisen oder in Trauer – dann fangen wir (unfreiwillig) an, dieses Leben anders zu sehen. Dann suchen wir nach dem „Lichtblick“, der nicht untergeht. Nach dem Licht, dass kein Irrlicht ist – wie vieles, was uns im TV, im Kino, auf den Weihnachtsmärkten angepriesen wird. Vieles von dem, was uns bisher begeisterte, wird uns fahl, schmeckt fade … wie auch immer wir dann empfinden. Die Adventszeit lädt uns ein zum
„Leben im Licht des anbrechenden Tages“. Denn „…Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen…“ Rö. 13,12

Ich habe den Eindruck: bei vielen Menschen gibt es eine heimliche Weltuntergangsstimmung.
Davon ist ja in der Bibel auch die Rede. Aber ich werde nicht müde zu betonen: Wir leben nicht auf das Ende der Welt zu. Wir warten auf die Vollendung der Welt. Diese Vollendung hat schon begonnen. Ausgerechnet mit einem hilflosen Kind, das in einem Futtertrog lag, als es geboren wurde. Das gewindelt werden musste – wie jedes Kind und wie mancher alte oder kranke Mensch. Diese Vollendung wurde fortgesetzt durch den Wanderprediger JESUS von Nazareth, der glasklar den Menschen die Wahrheit ins Gesicht sagte – aber immer in dem Mut, sanft zu sein. Auch wenn sie IHN dann dafür aufs Kreuz gelegt haben. Aber das war nicht das Ende. Denn ER ist von den Toten auferstanden. Und am Abend vor seinem Tod hat er seinen Jüngern – und damit auch uns versprochen: „Ich erwarte Euch in meiner neuen Welt am festlich gedeckten Tisch!“

Wenn Sie in dieser Adventszeit zu Hause am Tisch sitzen, dann schauen Sie die Kerzen an. Und wenn Sie dann auch noch ein Plätzchen genießen, oder ein Stück Stollen, dann denken Sie daran: Für uns gibt es eine großartige Zukunft. Ein festlich gedeckter Tisch. An diesem Tisch erwartet uns der, der Leid, Krankheit und Tod überwunden hat. Ob es Plätzchen gibt, vermag ich nicht zu sagen. Aber das kann ich sagen. Ein Platz, nicht nur ein Plätzchen, ist für Sie dort reserviert. Das nenne ich einen echten Lichtblick!

Eine gesegnete Adventszeit – und lassen Sie sich die Plätzchen schmecken:
Pfarrer Reinhard Süpke, Oldisleben
Autor: red

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