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Fr, 08:12 Uhr
29.11.2019
Genossen blickten zurück

30 Jahre Nordhäuser SPD

Wie die nnz gestern bereits kurz berichtete, erinnerten am Abend weit über 30 Mitglieder der SPD mit einer Feierstunde im Nordhäuser Museum FLOHBURG an die (Wieder)Gründung der Partei vor 30 Jahren. nnz mit weiteren Einzelheiten…

Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus) Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus)

Die langjährige ehemalige Oberbürgermeisterin der Rolandstadt, Barbara Rinke, unternahm in ihrer Begrüßungsansprache einen geschichtlichen Exkurs von der Gründung der Partei und deren Wachsen und Werden in Stadt und Landkreis Nordhausen bis in unsere Zeit.

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Sie erinnerte zunächst daran, dass bereits am 26. August 1989 46 Männer und Frauen unter größter Geheimhaltung die Gründung einer Sozialdemokratischen Partei in der DDR vorbereiteten. Und während die Partei- und Staatsführung der DDR am 7. Oktober mit großem Pomp den 40. Jahrestag der Republik feierte, kam es genau an diesem Tag – was beabsichtigt war – in einem Pfarrhaus in Schwante bei Berlin zur Gründung der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP).

Weder Rundfunk noch Fernsehen der DDR berichteten darüber. Die Bürger hierzulande erfuhren dies aus westlichen Medien. Als ersten Sprecher wurde Stephan Hilsberg gewählt. Ibrahim Böhme wurde Geschäftsführer, der alsbald als Spion der Stasi aufflog. Bereits am 26. September 1990 erfolgte in Berlin die Vereinigung der SDP der DDR mit der West-SPD.

Und wie sah die Situation im Kreis Nordhausen aus? Die Zeit des Umbruchs, der Demos und der Kerzen war bereits angebrochen.

Am 24. November im Gemeindesaal der Altendorfer Kirche fand der Gründungsakt der SDP Nordhausen statt. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Werner Breustedt, der anfangs als Geschäftsführer fungierte, Edelgard und Eberhardt Linß, Peter Braun, Martin Schulze, Olaf Köhler, Wolfgang Kargus und Sonja Dreiling.

Nur kurze Zeit später gründete sich in der zweitgrößten Stadt des Kreises Nordhausen in Bleicherode ebenfalls ein Ortsverband. Der nahm unter maßgeblichem Engagement von Margot Keßler alsbald mit 22 Mitgliedern seine Arbeit auf. Es folgten noch weitere Gründungen von Ortsverbänden.

Es sollte nur einen Monat dauern, bis ein Kreisverband der SDP sich etablieren konnte – nämlich am 28. Dezember 1989. Die Gründung fand in einen Versammlungsraum des Bahnhofes Nordhausen statt. Der damalige Bahnhofsvorsteher Herr Grübner hat damals viel Mut bewiesen. Die Südharzer Genossen konnten als Gäste Mitglieder des SPD-Unterbezirks Osterode am Harz sowie Konrad Elmer vom SDP- Vorstand Berlin begrüßen. Als 1. Sprecher (Vorsitzender) wurde Winfried Theuerkauf gewählt, der dann mit Eberhard Lins am „Runden Tisch“ für die SDP Platz nahm.

Derweil gingen die Demos und Kundgebungen auf dem Nordhäuser August-Bebel-Platz weiter. Zu einer machtvollen Demo kam es am 11. Januar. Als Martin Schulze vor tausenden von Menschen sprach und auf die Gründung der SDP verwies, rief er ihnen zu: „Wir sind wieder da!“ Der Höhepunkt war dann die symbolische Übergabe der Europafahne die Harald Renz vom SPD Ortsverband Osterode seinen Parteifreunden übergab.

Barbara Rinke stellte am Ende ihrer Ansprache die Frage, wie nach den vielen Jahren engagierter SPD-Arbeit und trotz mitunter schwieriger Situationen das alles nur geschafft worden sei? Und sagte wörtlich: „Mit über 430 000 Mitgliedern ist die SPD die stärkste Partei Deutschlands. Unser Land mitzugestalten, das sollte auch heute wie damals unser Ziel sein.“

Im Rahmen einer kleinen Talkrunde berichteten unter der Moderation von Barbara Rinke Martin Schulze als Vertreter der älteren Genossen und zugleich Parteiaktivist sowie Jan-Niclas Reiche als Juso über ihre Beweggründe, die sie zum Eintritt in die SPD bewogen haben und wie die Partei nach zahlreichen aktuellen Zerwürfnissen aus ihrer Sicht wieder auf die Beine kommen kann.

Für Schulze war es wichtig, dass mit der Gründung einer Partei das Machtmonopol der „Partei“ aufgebrochen wurde. Kurz erläutere er den Unterschied der Partei in einer parlamentarischen Demokratie und eben in einer Diktatur „des Proletariats“.

Abschließend appellierte er an die anwesenden SPDler, solidarisches Handeln künftig wieder obenan zustellen. Konkret wurde er mit der Nichtnominierung des erfahrenen Außenministers Sigmar Gabriel. „Heiko Maas war ein Super Justizministers, doch als Außenminister hat er mich noch nicht überzeugt“. Auch sollte die SPD verstärkt wieder auf die die Menschen, die täglich das Bruttosozialprodukt erarbeiten, hören und sich nicht Randgruppen und -Themen konzentrieren

Auch heikle Sachen sollten diskutiert werden. Wir dürfen Themen wie Flüchtlinge, Heimat, Deutschland, Europa nicht den anderen überlassen. „Warum diskutieren wir mal nicht über das Thesenpapier zur Einwanderung und Migrationspolitik von Richard Schröder. (SPD- Grundwertekommission)

Jan-Niclas Reiche hat besonders die „tolle Geschichte der SPD“ berührt und zudem vertrete die SPD „die guten Werte“. Nach einem Grußwort des frischgebackenen SPD-Landtagsmitglieds Dr. Cornelia Klisch aus Erfurt wurden für dreißigjährige engagierte Mitgliedschaft Sabine Meyer, Martin Schulze, Winfried Theuerkauf und Volker Fütterer geehrt. Aus den Händen von SPD-Kreischefin Anika Gruner und Ortsvereinschef Hans-Georg Müller gab es für die Geehrten Urkunden und Blumen sowie herzliche Worte des Dankes.

Erstmals war auf einer Festveranstaltung der Nordhäuser SPD neben dem Parteilogo auch die deutsche Nationalflagge zu sehen, von der kein Geringerer als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Weimarer Republik sagte, dass sie „das Wahrzeichen der deutschen Demokratie“ sei und wir es niemals den „Verächtern der Freiheit“ überlassen sollten.
Hans-Georg Backhaus
Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Genossen erinnerten an Gründung der Partei (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Autor: red

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Kommentare
Crimderöder
29.11.2019, 09:17 Uhr
Deutsche Farben bei der SPD
Wow, da wurde tatsächlich Schwarz-Rot-Gold bei der SPD gezeigt? Da wird die Pionierorganisation der Jungsozialist*_Innen wohl einen parteiinternen Rechtsruck wittern...
Pe_rle
29.11.2019, 11:10 Uhr
SPD
30 Jahre SPD ,und "weit" über 30 Genossen kommen???
Das ist doch mal eine Kampfansage an die anderen Parteien
jayjay
29.11.2019, 11:51 Uhr
SPD
Was feiern die denn? Ihren Absturz?
Alex Gösel
29.11.2019, 12:03 Uhr
Wieder SPD
Was denn, die gibts immer noch???
geloescht.20250302
29.11.2019, 14:22 Uhr
Die SPD feiert...
...ihr Überleben durch regelmäßige Häutung.

Nur führt das bei ihr wie regelmäßiges Schminken bei anderen "Alten Damen" langfristig zu einem Abnutzungseffekt, der auf Dauer die biologische und hier politische Uhr auch nicht mehr anhalten kann.

"Quo vadis?" muss man diese Partei nicht mehr fragen. Bei denen ist inzwischen der Weg das Ziel, und das liegt im Beliebtheits-Keller. Das Parterre haben Sie auf dem Weg nach unten schon erfolgreich passiert.
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