Di, 19:08 Uhr
03.05.2005
Emotionen gegen Sachzwänge
Nordhausen (nnz). 42 Vereine der Rolandstadt und darüber hinaus nutzen derzeit mehr oder weniger intensiv das Vereinshaus Thomas Mann. Sie und der Kulturbund für Europa sind besorgt. Warum, das erfahren Sie mit nur einem Klick.
In Nordhausen, vor allem aber bei den Vereinen waren Nachrichten durchgesickert, wonach in der Stadtverwaltung nach einer neuen Nutzungsvariante für das Haus gesucht wird. Selbst ein Verkauf sollte nicht ausgeschlossen werden. Um diese Gerüchte zu entkräften, hatte Jost Rünger vom Kulturbund für Europa denn auch zu einer erweiterten Vorstandssitzung die städtischen Amtsleiter Karin Spieß und Dr. Cornelia Klose eingeladen.
Bevor die Frage Wie geht es weiter mit dem Haus? beantwortet werden konnte, blickte Rünger noch einmal in dessen Geschichte zurück. 1974 waren Immobilie und Grundstück von der Familie Förstemann an den Kulturbund übergeben worden, 1994 wurde es kommunalisiert und Jahre später war zwischen Kulturbund und der Stadtverwaltung eine Vereinbarung abgeschlossen worden, die weiterhin die Nutzung als Vereinshaus vorsah.
Wie stellt sich also der aktuellen Stand dar? Wir werden das Haus nicht verkaufen, so die klare Aussage von Karin Spieß, der für Immobilien und Finanzen zuständigen Amtsleiterin der Verwaltung. Auch eine Rückübertragung an den Kulturbund sei vermutlich nicht mehr möglich. Innerhalb der Verwaltung sei man auf dem Weg der Entscheidungsfindung, denn das Gemüse, mit dem eine Suppe angerichtet werden soll, das ist noch nicht geerntet. Als Modell schwebt der Verwaltung zum Beispiel eine Verpachtung eines Teils des Hauses an einen Gastronomen vor. Hierzu müssen aber sein Konzept und seine Liquidität geprüft werden. Fehler wie beim Ratskeller wolle man von vornherein ausschließen.
Ein solches Modell aber lehnte heute die Mehrheit des erweiterten Vorstandes ab. Dann wäre quasi die gesamte untere Etage nicht mehr für die Vereinsarbeit zu nutzen. Man könne dann vielleicht noch in den feuchten Keller oder in das Dachgeschoß ausweichen, doch auch das Dach sei undicht.
Und so offenbart sich ein weiteres Dilemma, denn zu den jährlichen Betriebskosten von rund 7.500 Euro, kommen Kosten für die notwendige Sanierung der Immobile. Die könnten eventuell durch Pachteinnahmen eingespielt werden. Ob aber nun eine Gaststätte dort etabliert werden kann, das hängt von vielen Faktoren ab. Mit dem Vorschlang von Dr. Klose, man könne ja auch andere Räumlichkeiten für die Vereinsarbeit in Nordhausen (Tabakspeicher oder Kunsthaus Meyenburg) nutzen, zeigten sich die Vereinsverantwortlichen nicht so einverstanden. Für einen Herrn Spangenberg von der Arbeitsgruppe Botanik sei jedenfalls das Vereinshaus Thomas Mann bedeutungsvoller für die Menschen in der Stadt Nordhausen als das Kunsthaus Meyenburg, das nur von einer zahlenmäßig geringen, dafür aber elitären Schicht genutzt werden würde.
Ob der Vorschlag von Georg Müller vom Nordhäuser Jazzklub wirklich bis in die Nordhäuser Stadtverwaltung vorgedrungen ist, das Haus an eine Stiftung oder an den Kulturbund zu verkaufen, das vermochte man nicht zu erkennen. Aber wie schon oben geschrieben: In der Stadtverwaltung befindet man sich in der Entscheidungsfindung und muß noch wesentliche Untersuchungen durchführen.
Autor: nnzIn Nordhausen, vor allem aber bei den Vereinen waren Nachrichten durchgesickert, wonach in der Stadtverwaltung nach einer neuen Nutzungsvariante für das Haus gesucht wird. Selbst ein Verkauf sollte nicht ausgeschlossen werden. Um diese Gerüchte zu entkräften, hatte Jost Rünger vom Kulturbund für Europa denn auch zu einer erweiterten Vorstandssitzung die städtischen Amtsleiter Karin Spieß und Dr. Cornelia Klose eingeladen.
Bevor die Frage Wie geht es weiter mit dem Haus? beantwortet werden konnte, blickte Rünger noch einmal in dessen Geschichte zurück. 1974 waren Immobilie und Grundstück von der Familie Förstemann an den Kulturbund übergeben worden, 1994 wurde es kommunalisiert und Jahre später war zwischen Kulturbund und der Stadtverwaltung eine Vereinbarung abgeschlossen worden, die weiterhin die Nutzung als Vereinshaus vorsah.
Wie stellt sich also der aktuellen Stand dar? Wir werden das Haus nicht verkaufen, so die klare Aussage von Karin Spieß, der für Immobilien und Finanzen zuständigen Amtsleiterin der Verwaltung. Auch eine Rückübertragung an den Kulturbund sei vermutlich nicht mehr möglich. Innerhalb der Verwaltung sei man auf dem Weg der Entscheidungsfindung, denn das Gemüse, mit dem eine Suppe angerichtet werden soll, das ist noch nicht geerntet. Als Modell schwebt der Verwaltung zum Beispiel eine Verpachtung eines Teils des Hauses an einen Gastronomen vor. Hierzu müssen aber sein Konzept und seine Liquidität geprüft werden. Fehler wie beim Ratskeller wolle man von vornherein ausschließen.
Ein solches Modell aber lehnte heute die Mehrheit des erweiterten Vorstandes ab. Dann wäre quasi die gesamte untere Etage nicht mehr für die Vereinsarbeit zu nutzen. Man könne dann vielleicht noch in den feuchten Keller oder in das Dachgeschoß ausweichen, doch auch das Dach sei undicht.
Und so offenbart sich ein weiteres Dilemma, denn zu den jährlichen Betriebskosten von rund 7.500 Euro, kommen Kosten für die notwendige Sanierung der Immobile. Die könnten eventuell durch Pachteinnahmen eingespielt werden. Ob aber nun eine Gaststätte dort etabliert werden kann, das hängt von vielen Faktoren ab. Mit dem Vorschlang von Dr. Klose, man könne ja auch andere Räumlichkeiten für die Vereinsarbeit in Nordhausen (Tabakspeicher oder Kunsthaus Meyenburg) nutzen, zeigten sich die Vereinsverantwortlichen nicht so einverstanden. Für einen Herrn Spangenberg von der Arbeitsgruppe Botanik sei jedenfalls das Vereinshaus Thomas Mann bedeutungsvoller für die Menschen in der Stadt Nordhausen als das Kunsthaus Meyenburg, das nur von einer zahlenmäßig geringen, dafür aber elitären Schicht genutzt werden würde.
Ob der Vorschlag von Georg Müller vom Nordhäuser Jazzklub wirklich bis in die Nordhäuser Stadtverwaltung vorgedrungen ist, das Haus an eine Stiftung oder an den Kulturbund zu verkaufen, das vermochte man nicht zu erkennen. Aber wie schon oben geschrieben: In der Stadtverwaltung befindet man sich in der Entscheidungsfindung und muß noch wesentliche Untersuchungen durchführen.

