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Mo, 16:15 Uhr
04.11.2019
Tierquälerei in Bleicherode?

Schwere Anschuldigungen gegen Hundezüchterin

Die Tierschutzorganisation PETA erhebt schwere Vorwürfe gegen eine Bleicheröder Hundezüchterin. Sie soll Tiere verschiedener Spezies unter unwürdigen Bedingen halten...


Schon im August legten Aktivisten die katastrophalen Zustände offen, die in einer Bleicheröder Hundezucht herrschen sollen, wo auch Schafe, Hühner, Kaninchen, Gänse und Enten gehalten werden.

Fotos und Videoaufnahmen, die in der Anlage entstanden sind, zeigen Hunde, die unter massiven gesundheitlichen Problemen und Verhaltensstörungen leiden, Schafe, die zentimeterhoch in ihrem eigenen Kot und Urin stehen, Tierkadaver und massenweise Knochen, die auf dem Grundstück verteilt sind.

Daraufhin wurde von PETA eine Anzeige gegen die Zuchtbetreiberin erstellt, in deren Folge das Veterinäramt Nordhausen umgehend die Haltung und den Gesundheitszustand der Tiere kontrollierte und Auflagen erteilte. Der deutschlandweit agierende Zuchtverband für Landseer und Neufundländer wird sich Ende des Jahres von der Frau trennen.

Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, dass sich die sieben Hunde in kleinen Einzelzwingern befinden, die von Kot und Urin durchtränkt sind. Ihr Fell ist verfilzt und von Urin überzogen, die Krallen sind viel zu lang. Einige Vierbeiner leiden an schlimmen Augen- und Ohrenentzündungen und benötigen dringend medizinische Hilfe. Ausreichend Auslauf und Sozialkontakte erhalten sie nicht.
 
Zudem hielt und schlachtete die Züchterin Schafe, Hühner, Gänse und Kaninchen. Das Grundstück war mit Knochen- und Tierleichenteilen übersät. Die Hufe der Schafe waren in einem katastrophalen Zustand – einige lahmten aufgrund von Schmerzen in den Beinen und Gelenken. Die Hühner waren teilweise so krank, dass sie bereits ihr Federkleid verloren hatten. Die Kaninchen fristeten in Einzelhaltung in kleinen, dunklen Käfigen ohne Wasser oder Stroh ein trauriges Dasein.

Jetzt haben die Tierschützer die Gangart noch einmal verschärft und fordern eine sofortige Beschlagnahmung der Tiere, um sie aus ihrer lebensbedrohlichen Situation zu befreien sowie ein lebenslanges Tierhalteverbot für die Frau aus Bleicherode.

Update: Veterinäramt war vor Ort Am 16. Juli hat die Informantin das Veterinäramt des Landkreis Nordhausen über die Tierhaltung in Bleicherode informiert. Als „Tierschutzdetektivin“ beobachtete sie schon einige Tage die genannte Tierhaltung.

Das Veterinäramt war kurze Zeit später vor Ort, wo bereits die Informantin und ein Kamerateam warteten. Die Tierhalterin war auf ihrem Grundstück. Die Tierhaltung war in vielen Punkten tierschutzwidrig, so dass das Veterinäramt Auflagen erteilte. Eine Wegnahme der Tiere war nicht gerechtfertigt, es bestand zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr im Verzug.

Die Tierhalterin zeigte sich kooperativ und kam den Anforderungen nach. Zu den Auflagen gehörten das Beräumen des Grundstücks von Verletzungsgefahren für die Tiere (Glas- und Tonscherben, Metallteile, Stricke), Klauenpflege der Schafe sowie Unterbringung außerhalb des Stalls, Einstallung nur nach tierschutzgerechten Veränderungen (betreffend z.B. Liegefläche, Licht), Veränderungen der Haltung der Kaninchen sowie der Hundehaltung nach Tierschutz-Hundeverordnung (ausreichend Auslauf und Kontakt zur Betreuungsperson, Gruppenhaltung anstreben, Aufenthalt in Zwinger minimieren, Zwinger verändern, jederzeit ausreichend Wasser zur Verfügung stellen).

Die Halterin wird in regelmäßigen Abständen unangemeldet sowie angemeldet kontrolliert, es besteht eine enge Kommunikation zwischen der Halterin und dem Veterinäramt. Weitere Verbesserungen der Tierhaltung sind angestrebt, die Tierhalterin erhält Unterstützung dabei.

Zum derzeitigen Sachstand: Das Grundstück ist beräumt, Verhaltensstörungen der Hunde sind nicht ersichtlich. Eine Gruppenhaltung der Hunde konnte das Veterinäramt bei seinen Kontrollen feststellen, inwieweit sie täglich stattfinden, wird derzeit ermittelt. Die Augenentzündung einer Hündin ist chronisch und wird bei Wiederaufflammen behandelt. Die Schafe laufen vermutlich bis Januar in einer Schafherde mit, vor dem Zurückkommen wird der Schafstall verändert. Zuchtaktivitäten plant die Halterin nach eigenen Angaben derzeit nicht.

Für den Tierschutzbereich ist festzustellen, dass für das Landratsamt grundsätzlich externe Informationen wichtig sind, um im Einzelfall behördliche Maßnahmen ergreifen zu können.
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe gegen Hundezüchterin aus Bleicherode (Foto: PETA Deutschland e.V.)
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Kommentare

04.11.2019, 16.49 Uhr
Realist 1.0 | Ein Armutszeugnis das es solche zustände noch in Deutschland gibt
Das ein Züchterverband keine Ahnung über die Haltungsbedingungen ihrer Mitglieder hat, ist eine Bodenlose Frechheit.Man kann wirklich nur froh sein das solche Zustände heutzutage schneller an die Öfftlichkeit gelangen, und hoffen das die unfähige und minderbemittelte Züchterin auch rechtlich zur Verantwortung wird.

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04.11.2019, 17.27 Uhr
nemoi | augenentzündung? blindheit des veterinäramtes
beim anblick solcher bilder von gequälten vernachlässigten tieren sollte man sich die frage stellen, wie hoch ansteckend die augenentzündung der hunde auf die mitarbeiter des veterinäramtes sein müssen...
da sind wohl schon erblindungserscheinungen im gange???

oder werden mal wieder nur die augen wegen dem nichts sehn geschlossen.

mit anderen worten, arbeit geh weg ich komme....
das armutszeugniss für nichts weiter tun, ist schon unterschrieben.

ich stell mir die frage ab es vielleicht was mit den krähen zu tun hat die sich ja nicht hacken, oder so ähnlich

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04.11.2019, 18.16 Uhr
Neufi89 | Ernsthaft?
das Veterinäramt sieht da weiter nichts vor?
Wie sieht es mit der Fellpflege aus? Darauf wurde nicht eingegangen. Bei dieser Rasse ist es enorm wichtig das Fell wenigstens zu kämmen da sonst schwere Krankheiten entstehen können. Bei dem Neufundländer sieht man an der Pfote bereits Wunde Stellen. Ich bezweifle auch sehr das die Hunde aus ihren Zwinger kommen.

Ich hoffe das die Mitarbeiter vom Veterinäramt abends in ihren warmen und sauberen Betten gut schlafen können während Dank ihres nicht handeln, Tiere elendig und unter Schmerzen dahin vegetieren.

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04.11.2019, 18.55 Uhr
Conner | Warum wird da nichts unternommen?
Wieso kann da nicht durchgegriffen werden? Worauf wartet man da noch? Das kann doch nicht wahr sein. DA muss es doch Hilfe für die armen Tiere geben. Wozu gibt es das Veterinäramt? Mal sehen ob dazu Stellung genommen wird. Bitte NNZ bleibt an der fürchterlichen Sache dran.

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04.11.2019, 19.48 Uhr
Klappsrobert | Nur Sprüche, keine Taten...
... verehrte Kommentatoren!!!

Mit der Tastatur lässt sich natürlich die Welt retten.

So gehet doch hin und nehmt Euch der Kreaturen an, jeder vielleicht zwei oder drei Tiere, geht mit ihnen zum Tierarzt, bringt sie bei euch unter und sorgt für sie, anstatt große Sprüche zu klopfen. Solltet Euch schämen! Oder macht dem Tierheim eine dreistellige Eurofreude - ihr tollen Kommentatoren, die Tiere danken es euch vielleicht...

Ich habe derzeit vier Tiere in Pflege, von der Tiernothilfe übernommen und von privat, die sind dokumentiert ärztlich betreut und werden artgerecht und vernünftig gehalten. Wir haben als Familie viel Freude an den Tieren und geben es sehr gerne, aber wir plärren nicht in der "Gegend" herum, sondern tun etwas....

Nur mal zum Nachdenken, werte Kommentatoren!!!

Tierische Grüße vom Klappsrobert

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04.11.2019, 20.53 Uhr
soma | Klarstellung!!!!
Um klar zu stellen wie die Sache wirklich ist kann ich versichern das dass Veterinäramt eine erste Sichtkontrolle nach
Auflagenerteilung erst durchgeführt hat nach dem PETA nach vielen Wochen das Veterinäramt darüber informiert hat und durch Bild und Videos bewiesen hat das nichts passiert ist und die Züchterin ihre Auflagen in keinster Weise nachgekommen ist. Davor hat das Veterinäramt sich nur telefonisch erkundigt bei der Züchterin ob die Auflagen erfüllt wurden sind. Die Züchterin bejahte das natürlich und fürs Amt war die Sache erledigt!!! Nix mit engen Kontakt und Mitarbeit Hilfe anzunehmen das ist absolut erfunden!!! Die Hunde sind schwer schwer krank apathisch und bekommen kaum Auslauf max. halbe Stunde. Das Grundstück ist verwahrlost jeder der da lang geht kann sich davon überzeugen!
Es ist unfassbar wie dieses Veterinäramt Sachen beschönigt und erfindet die null ihrer Arbeit nachgehen wofür Sie bezahlt werden ! Um Tiere zu schützen und nicht die vermeintlichen Tierquäler !!!

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05.11.2019, 03.21 Uhr
Conner | Sehr geehrter Klappsoberst,
allergrößte Hochachtung vor Ihrer Leistung und Ihrem Einsatz. Wie könnte ich etwas negatives zu Ihrem Kommentar schreiben. Sie haben zu100 Prozent Recht mit Ihrer Meinung. Nicht nur quatschen sondern auch handeln. Ich möchte mich auch nicht verteidigen,da Tiere für mich das Beste und Liebste sind was es gibt. Wenn ich die Möglichkeit hätte zu helfen, würde ich es tun. Aber ich kann einem Tierchen kein ordentliches zu Hause geben. Gesundheitlich und finanziell ist das unmöglich.Bleiben Sie weiterhin so unermüdlich. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

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05.11.2019, 08.12 Uhr
unic1205 | Schande für unseren "Wohlstandsstaat"
Traurig genug, dass es genügend Menschen gibt, die am Existenzminimum leben müssen - aber bei solchen Zuständen bei Tieren fehlen mir jegliche Worte. Ebenso fehlt mir jegliches Verständnis, dass dieser Person (ich möchte die Frau nicht als Züchterin bezeichnen) nicht sofort die Tiere weggenommen worden sind und in fürsorglicher Obhut untergebracht werden. Das Veterinäramt kann doch Kontrollen durchführen, wie sie wollen. Es wird einfach nicht durchgegriffen und weiß man, ob diese Frau nicht vorher sogar informiert wird. Scheinbar hat ja auch der behandelnde Tierarzt nichts weiter unternommen. Fazit: einfach ein Armutszeugnis für Staat und Ämter. Heike Gruneberg

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05.11.2019, 08.19 Uhr
Neufi89 | Keine taten...
Klappsrobert auch ich bewundere Ihre Arbeit, jedoch sind in diesem Fall uns allen die Hände gebunden. Solange die Tiere nicht beschlagnahmt werden kann keiner von uns eins aufnehmen. Ich habe viele Leute die diesen Tieren ein Zuhause geben würden (bin selbst im Neufundländer Verein) und auch ich würde da Tiere nehmen.
Zur Zeit bleibt uns allen nur der Druck auf das Veterinäramt und vor allem darf der Fall nicht in Vergessenheit geraten.

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05.11.2019, 08.24 Uhr
marco2014 | Warum
...tun sich hier nichtmal ALLE,die sich als Tierliebhaber bezeichnen zusammen und fahren hin in einer Art Demonstration dorthin,informieren Medien und Tierschutz und "kämpfen" zusammen für die Tiere,damit was passiert?!
Da haben es die Tiere ja selbst im Tierheim besser und das ist schon traurig genug.
Aber da wird sich um die Tiere wenigstens gekümmert!
Das kostet kein Geld,lediglich etwas Zeit und Spritgeld.
Und mit Medien meine ich nicht "nur" NNZ,sondern TV und holt Tierschutz dazu,die freuen sich.
Vielleicht ja sogar MDR und Ute Bresan ;0)
Nicht nur reden,sondern handeln.
Ich bin dabei!

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05.11.2019, 08.37 Uhr
Rammstein | Soforthilfe
Um die Tiere zu schützen, muss man zuerst mal die Halter "behandeln".
Da gibt es aber sicher was von Ratiopharm!
Scönen Arbeitstag noch.

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05.11.2019, 10.56 Uhr
Lotterfee | Kein Verständnis
Erst heute bin ich über diesen Artikel gestolpert und bin entsetzt.
Warum? Weil die Tiere immer noch im Besitz der Züchterin sind.
Diese Zustände sind nicht von heute auf morgen zu beseitigen.
Auflagen hin oder her. Diese Tiere, hätten meiner Meinung nach, sofort in Obhut genommen werden müssen.
Ich habe kein Verständnis , wenn solch prekäre Entscheidung vom Veterinäramt getroffen wird.
In diesem Sinne,
Daß mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.

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05.11.2019, 11.27 Uhr
adele | Ich könnte heulen...
was ist nur los und was muss noch passieren??? Bevor ein "Amt" mal Leben schützt?!
Die armen Tiere und was für eine Emotionslose und Gefühlskalte Halterin?
Ich als Tierbesitzer bin so entsetzt, das mir echt die Worte fehlen :-(

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05.11.2019, 12.14 Uhr
h3631 | Unfähigkeit!!!!!
Nur zwei Sätze.
Das Veterinäramt ist Blind und unfähig.
Dafür werden die auch noch bezahlt.

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05.11.2019, 15.40 Uhr
Fönix | Zum besseren Verständnis der Situation,
deren Entwicklung von Juli bis heute sowie zur Einschätzung, inwiefern die zuständige Behörde angemessen reagiert hat, würde ich gerne wissen, ob die hier in der nnz gezeigten Bilder vom Sommer sind oder die aktuelle Situation abbilden.

Unabhängig davon sind meiner Meinung nach die Zustände in dieser Haltung absolut untragbar und das seit Jahren. Darauf lassen zumindest das immer wiederkehrende langanhaltende herzzerreißende Gejaule und Gebell der Hunde und das gelegentliche laute Gebrüll der Halterin schließen.

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05.11.2019, 16.29 Uhr
Bodo Schwarzberg | Quälerei in Schweinehaltung stillschweigend akzeptiert
Leider wird im öffentlichen Diskurs hinsichtlich Tierwohl erschreckend mit zweierlei Maß gemessen. Kognitive Dissonanz, die wohl auf der Schmackhaftigkeit von Steak, Wurst und Bouletten beruht, ist wohl der Hintergrund.

Natürlich ist die Situation bei der Bleicheröder Tierhalterin mit nichts zu rechtfertigen. Mit derselben Vehemenz und mit demselben öffentlichen Aufschrei müsste aber erst recht gegen die Massentierhaltung argumentiert werden.

Sich regelmäßig in die Schlange am Fleischstand stellen, und dann zu Hause die Quälerei mancher Hunde zu beklagen, ist nicht wirklich konsequent.

Erst jüngst las ich den Beitrag eines Juraprofessors, der beklagte, dass die Justiz bei den täglich zig tausenden Verstößen gegen Tierschutzgesetze in der Schweinehaltung trotz erdrückender Beweise so gut wie immer untätig bleibt.
Die Videos menschlicher Grausamkeiten, die Tierschützer immer wieder heimlich in den Ställen drehen, führen kaum noch zu größeren Reaktionen in der Öffentlichkeit. Hier ist man längst abgestumpft.

Zu schwer ist es offenbar für viele Konsumenten, einen Zusammenhang zwischen dem eigenen Anspruch nach billigstem Fleisch und dem Appetit nach Gesottenem und Gebratenem einerseits und dem unbeschreiblichen Leid der verspeisten Kreatur andererseits herstellen zu wollen.

Hier müsste sich einiges ändern.

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05.11.2019, 16.43 Uhr
Luna2013 | Da muss ganz schnell etwas passieren
Da muss erst das Fernsehen kommen, um auf solches Leid aufmerksam zu machen und die Ämter zum Handeln zu zwingen... Wo waren Nachbarn, Freunde, Tierärzte und der Verein? Mutter und Tochter sind ein gutes Gespann; die eine Züchterin, die andere Zuchtwart im gleichen Verein!
Wenn ich in die traurigen Augen der armen Hunde sehe, bricht es mir das Herz! Es muss Druck ausgeübt werden und die armen Tiere dort ganz schnell befreit werden!
Was sind denn bitte für das Veterinäramt schlechte Haltungsbedingungen, wenn nicht diese? Keimiges Wasser, im eigenen Kot leben, krank und dahin vegetieren reichen also nicht?!
Was ich dieser Frau und ihren Komplizen wünsche, sage ich hier lieber nicht....

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05.11.2019, 18.22 Uhr
Conner | Quälerei in der Tierzucht,
ich ernähre mich vegan und das seit vielen Jahren. Mir gibt das ein gutes Gefühl..... auch zum Wohle der armen Nutztiere.

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05.11.2019, 19.05 Uhr
Fönix | Sie haben ja ganz grundsätzlich Recht,
Herr Schwarzberg. Ihre Aussagen zur Massentierhaltung teile ich fast uneingeschränkt. Was mich an Ihrem Kommentar stört, ist die Art und Weise, wie Sie die mangelnde Kritik daran und damit die Verantwortung ganz allgemein auf die Menschheit projizieren. Das schreckt mich dann auch ab, denn die Wirklichkeit ist immer viel differenzierter. Nennen Sie doch einfach Ross und Reiter, in diesem Fall in erster Linie die unselige Verquickung von Lebensmittelindustrie und Großhandel. Immer wieder gibt es Lebensmittelskandale, immer wieder haben die zuständigen Aufsichtsbehörden ganz offensichtlich versagt, nicht zuletzt, weil sie von der lobbygeführten Politik ganz bewusst kurz gehalten werden.

Was die Rolle der Konsumenten, die Sie ja alle über einen Kamm scheren, und ihre Verantwortung für das Tierleid in der Massentierhaltung angeht, da habe ich hier noch einen Gegenentwurf für Sie:

Mal abgesehen davon, dass sich nicht jeder teure Bioprodukte leisten kann, bin ich mir überhaupt nicht sicher, dass überall, wo Bio draufsteht, nach meinen Maßstäben von artgerechter Nutztierhaltung auch Bio drin ist. Deswegen kaufen wir nicht unerhebliche Teile unseres Fleischbedarfs von privaten Erzeugern aus der Region oder z.B. auch bei Mund's Mühle. Und pflanzliche Nahrungsmittel kaufen wir auch nur in dem Umfang, wie wir sie nicht selber in unserem Garten produzieren können, auch wenn der zeitliche Aufwand dafür für zwei Vollzeitbeschäftigte oft im grenzwertigen Bereich liegt. Dazu kommt, dass in diesem Garten nicht die Erzeugung von Nahrungsmitteln im Vordergrund steht sondern die Gestaltung und Erhaltung eines Naturgartens mit möglichst großer Biodiversität, natürlich als Lebensraum für heimische Tiere und Pflanzen.

Wie konsequent sind Sie in dieser Hinsicht eigentlich?

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11.11.2019, 00.00 Uhr
Grün | Neufi89
Bitte geben Sie beim Veterinäramt an, dass Sie zumindest bzgl. der Hunde helfen können. Das stellt einen Anreiz für das Amt dar wieder intensiver einzuschreiten. Über kurze Wege die Hunde schnell anderweitig unterbringen zu können veranlasst sie eventuell mehr durchzugreifen.
Ich bemühe mich um die Kaninchen.

Mit tierfreundlichen Grüßen

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11.11.2019, 11.10 Uhr
Paulinchen | Es tut schon weh,...
... den Artikel zu lesen, geschweige denn, die Bilder zu betrachten.
Warum sieht unser Staat über so etwas leichtfertig hinweg?
In Anbetracht dieser Sachlage, müsste die fragwürdige Halterin zumindest schon in U-Haft sitzen und ihre Anklage wegen Tierquälerei in Vorbereitung sein. Ich muss gestehen, dass sich in mir, gegenüber solchen Menschen, Hass aufbaut.

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