eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mi, 08:01 Uhr
30.10.2019
33. Südharz-Hunderter Nordhausen-Halle

114 Kilometer und Diskussionen

15 Langstreckenwanderer begaben sich am vergangenen Sonnabend auf die Strecken des 33. Südharz-Hunderters von Nordhausen nach Halle – die dritthöchste Teilnehmerzahl bei einer von Bodo Schwarzberg organisierten Harz-Wanderung seit 2003...

Das ist ein schöner Erfolg, wenngleich die Touren für deutlich höhere Teilnehmerzahlen noch nicht reif sind. „Mit 15 Teilnehmern kommt man in Gaststätten noch gut unter, bei 50 wäre das mitunter schon ein Problem“, sagt der Nordhäuser.

Anzeige symplr (1)
Als besonders erfreulich sieht es der gebürtige Nordhäuser, dass nach vielen Jahren gleich zwei Wanderfrauen aus der Region an den Start gingen: Anke Mock aus Görsbach absolvierte die 49 Kilometer von Nordhausen nach Grillenberg und die erst 26-jährige, aus Niedersachswerfen stammende Franziska Töpler konnte am Sonntagmittag am S-Bahnhof Halle-Nietleben ihre erste Urkunde über 100 Kilometer am Stück absolvierte Wanderstrecke in Empfang nehmen. Mehrere Blasen, die das Gehen bereits nach 70 Kilometern beeinträchtigten, konnten dem Willen der jungen Frau, die Strecke zu schaffen, nichts anhaben.

Die 14 Nordhäuser Starter des 33. Südharz-Hunderters am vergangenen Sonnabend vor dem Bahnhof. (Foto: Bodo Schwarzberg) Die 14 Nordhäuser Starter des 33. Südharz-Hunderters am vergangenen Sonnabend vor dem Bahnhof. (Foto: Bodo Schwarzberg)

Die 14 Nordhäuser Starter des 33. Südharz-Hunderters am vergangenen Sonnabend vor dem Bahnhof.

Als ältester Teilnehmer war zum mittlerweile 26. Mal der Berliner Detlef Koch zum Südharz-Hunderter gereist. Im kommenden Jahr feiert er seinen 70. Geburtstag. – Und mittlerweile über 400 absolvierte Nonstop-Wanderstrecken über mindestens 100 Kilometer. In gewisser Weise genießt er Bestandsschutz und startet allein in Halle, um dann nach der Hälfte der Strecke in Grillenberg auf die aus Nordhausen kommende Wandergruppe zu treffen. Gemeinsam wandert er dann mit der Gruppe nach Halle zurück und kommst so ebenfalls auf (etwas mehr als) 100 Kilometer. Bei jedem dritten Mal bestreitet er die Strecke von Nordhausen aus, so die Vereinbarung. Ein Nachweis der begangenen Route erfolgt üblicherweise durch Fotos von unterwegs.

Auch andere Teilnehmer nahmen eine weite Anreise auf sich: so Jürgen Hadel kam aus dem Vogtland nach Nordhausen (er wanderte ebenso wie Detlef Koch einmal um den Äquator) und Katrin Hildebrandt aus Markkleeberg. Andererseits scheint sich allmählich ein Teilnehmerstamm im näheren Umfeld der Veranstaltung herauszubilden: Mehrere Wanderer reisten aus dem Gebiet zwischen Wippra und Laucha an, andere aus Kirchscheidungen und Helbra.

Bis zum vergangenen Wochenende verlängerte Bodo Schwarzberg die übliche Strecke über 100 km von Nordhausen nach Halle-Nietleben durch die Saalestadt hindurch nur einmal um weitere 14 Kilometer bis zum S-Bahnhof Halle-Ammendorf. Nun gab es die zweite Tour über diese Distanz entlang von Saale und Weißer Elster innerhalb des Stadtgebietes. Immerhin sechs Teilnehmer des 33. Südharz-Hunderters waren die 100 Kilometer bis Halle-Nietleben nicht genug. Sie erwanderten 114 Kilometer, was laut Schwarzberg beweist, dass sich eine neue, starke Nachwuchsszene im Langstreckenwandern herauszubilden scheint.

Doch genau diese Stärke führte auf der zurückliegenden Tour zu Problemen: „Der Südharz-Hunderter ist eine geführte Wanderveranstaltung. Es gibt keine definierten Kontrollpunkte. Der Nachweis darüber, ob ein Wanderer die von ihm angegebene Wanderstrecke auch absolviert hat, erfolgt sozusagen durch Sichtkontakt Wanderer-Wanderleiter.“ Ab Kilometer 80 (Aseleben) jedoch sei die Gruppe zu weit auseinander getriftet: „Die starken, schnellen Wanderer unterboten den Zeitplan und waren nicht mehr zu sehen, was andererseits zum Problem des fehlenden Nachweises der absolvierten Route führte“, so Schwarzberg. Das letztere aber genauso, wie vorgesehen, von den Teilnehmern absolviert wurde, muss er als Wanderleiter gegenüber der Wertungsstelle beim zuständigen Sächsischen Wander- und Bergsteigerverband mit Unterschrift bestätigen.
Zudem sollen, so Schwarzberg, auch die leistungsschwächeren, noch unerfahrenen Teilnehmer stets eine Chance erhalten, ans Ziel zu kommen. "Sie sollten nicht von vornherein durch zu ehrgeizige Zeitvorgaben abgeschreckt werden", meint er. Und: "Eine geführte Wanderung mit den unterschiedlichen Leistungsstärken der Teilnehmer ist immer irgendwo auch ein Spagat, den es zu meistern gilt."

Nach der Tour entbrannte eine Diskussion über diese Fragen, die noch nicht abgeschlossen ist. „Natürlich kann man eine Wanderstrecke auch über GPS-Tracks belegen und jeder wandert wann und wie er will. Dann jedoch bräuchte die Szene keine Wanderveranstaltungen mehr, was den sozialen Charakter des Wanderns zerstören würde“, so der Nordhäuser.

Es sei wichtig, dass einige, sich aus der Ausschreibung ergebende Grundregeln eingehalten bzw. Absprachen mit dem Wanderleiter über gewünschte Abweichungen von der Ausschreibung getroffen werden.

Von den 15 Startern hatten sich sechs für die 114-Kilometer-Strecke angemeldet, fünf für die 100 und drei für 50 Kilometer. Ein Teilnehmer wanderte von Nordhausen nach Agnesdorf über rund 28 Kilometer.

Das Wetter kam den Wanderfreunden mit Temperaturen zwischen 10 und 17 Grad ausgesprochen gelegen. Nur zwischen Eisleben und Halle regnete es zeitweise.

Der 34. Südharz-Hunderter findet bereits am 7. und 8. Dezember 2019 statt (bodo_schwarzberg@yahoo.de).
Bodo Schwarzberg
Autor: psg

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)