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Sa, 10:32 Uhr
12.10.2019
Expedition MOSAiC mit Bordwetterwarte des DWD

Wettervorhersage in der Arktis

Ohne sie geht das deutsche Forschungs-schiff Polarstern nicht auf Fahrt. Die Rede ist von der mit Personal besetzten Bordwetterwarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf der Polarstern. So auch am 20. September, als das Schiff vom norwegischen Tromsø aus zu seiner gut einjährigen Expedition MOSAiC in die Arktis aufbrach. Mit an Bord: Ein Bordmeteorologe und ein Wetterfunktechniker des DWD.



„Als langjähriger Partner des Alfred-Wegener-Instituts freuen wir uns sehr, dass wir mit unseren erfahrenen Kolleginnen und Kollegen an Bord diese einmalige Expedition aus meteorologischer Sicht unterstützen“, sagt Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des DWD und gleichzeitig Präsident der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). „Für die Klimaforschung weltweit werden dabei wertvolle Erkenntnisse über physikalische Prozesse in der Arktis gewonnen, die gerade in dem sich vollziehenden Klimawandel umso bedeutender werden.“

Seit ihrem Stapellauf im Jahr 1982 befindet sich auf der Polarstern auch die Bordwetterwarte des DWD. Denn die meteorologische Sicherung der Seeschifffahrt gehört zu den gesetzlichen Aufgaben des Deutschen Wetterdienstes. Insgesamt vier Meteorolog*innen und drei Wetterfunktechniker wechseln sich auf den sechs Abschnitten der zwölfmonatigen MOSAiC-Expedition ab. Die Aufgaben der Meteorologen umfassen die meteorologische Beratung der Schiffsführung, der wissenschaftlichen Fahrtleitung und der Helikopterbesatzung mit Wettervorhersagen, um so die Forschungsvorhaben sicher und effizient durchzuführen. Die Wetterfunktechniker sind für die meteorologische Sensorik an der Bordwetterwarte, den täglichen Start der Radiosonde verantwortlich und unterstützen die jeweiligen Bordmeteorologen bei der Verarbeitung und Aufbereitung von Wetterdaten.

Das Forschungsschiff driftet mit dem Eis und befindet sich dabei in einem für die Wettervorhersage datenarmen Gebiet. Zur Übertragung von numerischen Vorhersagedaten für die Wetterberatung an Bord stehen polumlaufende Kommunikationssatelliten mit sehr begrenzter Datenbandbreite zur Verfügung. Zudem verfügt die Bordwetterwarte über eine eigene Empfangsantenne für die polumlaufenden Wettersatelliten, deren Bilder zeitnah vorliegen. „Es heißt, früh aufzustehen für das Personal der Bordwetterwarte, jeden Tag,“ schildert Dr. Jens Kieser, derzeit als Bordmeteorologe auf der Polarstern im Einsatz. „Die Daten der Radiosonde sind für eine Wettervorhersage an Bord unverzichtbar.

In kurzen Takten finden morgens mit Kapitän, Fahrtleitung und Hubschrauberbesatzung Briefings statt, damit sie das tägliche wissenschaftliche Einsatzprogramm planen können, das wir dann auch mit unseren Wettervorhersagen kontinuierlich begleiten. Dank vieler Kolleginnen und Kollegen beim DWD in Deutschland, die uns mit zusätzlichen Daten versorgen, können wir hier an Bord konstant das Wetter vorhersagen sowie insbesondere die Flugwetterberatung meistern.“
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