Do, 13:00 Uhr
26.09.2019
Eine Woche an der Hochschule
Schnupperstunden an Lötkolben und Mikroskop
Alle Theorie ist grau. An der Nordhäuser Hochschule bringt man dem wissenschaftlichen Nachwuchs in den kommenden Tagen deswegen die Praxis des wissenschaftlichen Alltags nahe. Zur Beruforientierungswoche in den naturwissenschaftlichen Disziplinen dürfen die Schülerinnen und Schüler auch mit Lötkolben, Mikroskop und Bohrtechnik arbeiten...
Der theoretische Teil ist kurz, schmerzlos und direkt: programmieren, das ist vor allem Mathematik und Mathematiker sind ein ganz eigener Schlag Mensch. Das gleiche gilt für Informatiker, erzählt der Dozent. Dem einen oder anderen Schüler mit Hollywood-Hackerphantasien dürfte die kalte Realität der mathematischen Wurzeln in der IT schon einen Schauer über den Rücken jagen. Die Gymnasiasten, die seit heute an der Nordhäuser Hochschule zu Gast sind, ficht das offensichtlich nicht an. Im Gegenteil: um den Programmier-Kurs hat man sich förmlich gerissen. Schließlich wird man hier bis zum kommenden Mittwoch selber Roboter programmieren können.
Der Ausflug in die Welt der Informationstechnologie ist einer von sechs Kursen, den die Hochschule für den potentiellen wissenschaftlichen Nachwuchs anbietet. Auf dem Programm stehen außerdem Elektrotechnik, regenerative Energien, Umwelt- und Geotechnik sowie Computerkonstruktion.
Fabian Dost zeigt eines der selbstgebauten Konstrukte, die von den Schülern auch mit nach Hause genommen werden können (Foto: Angelo Glashagel)
In der regenerativen Energietechnik wird man sich mit den einzelnen Formen der Energiegewinnung und ihren Umwandlungsprozessen befassen und mit dem handlichen Windkoffer die Funktionsweise von Windrädern nachvollziehen können. Im Bereich Umwelt- und Recycling erwartet die Gymnasiasten ein Crashkurs in Sachen Verfahrenstechnik. Besondere Aufmerksamkeit will man der Herstellung und Bestimmung von Kunststoffen widmen, erzählt Organisator Fabian Dost. Dazu gehören dann auch Flammenproben bei denen Anhand von Farbe, Geruch und Rußbildung die Art des Kunststoffs bestimmt wird. Außerdem werden sich die Schüler mit biologischer Verfahrenstechnik befassen. Dafür wird Belebtschlamm aus der hiesigen Kläranlage geholt, der dann unter dem Mikroskop mikrobiologisch begutachtet wird.
In der Elektro-Technik soll der Praxisteil noch etwas umfangreicher ausfallen. Wie wird eine Platine gebaut? Wo kommen Schaltungen, Kondensatoren und Widerstände hin und wie baue ich daraus ein funktionales Konstrukt? Mit dem gewonnenen Wissen sollen die Hochschul-Besucher dann zum Beispiel einen Kubus aus LED-Leuchten bauen, der sich per Zufallsgenerator wie ein echter Würfel verhält und die Augenzahl per Leuchtdioden anzeigen kann.
In Sachen Geotechnik bleibt man nicht nur auf dem Boden der Tatsachen, sondern geht sogar darunter. Nach ein paar Grundlagen zu Bodentypen und ihren individuellen mechanischen Eigenschaften warten im Geolabor pH-Tests und eine vor Ort durchgeführte Bohrkernanalyse, eine sogenannte Bodenansprache.
Für ihren Zeit an der Hochschule wurden die Schülerinnen und Schüler aus dem Friedrich-Schiller-Gymnasium Bleicherode, dem Kyffhäusergymnasium Bad Frankenhausen und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium aus Sondershausen vom Unterricht freigestellt, müssen ihren regulären Schulstoff aber nachholen. Der Ausflug in die Praxis sollte den Extraaufwand allein um des Wissens und der Erfahrung willen trotzdem lohnen. Am Mittwoch werden die Ergebnisse in einer kleinen Abschlussveranstaltung präsentiert.
Angelo Glashagel
Autor: redDer theoretische Teil ist kurz, schmerzlos und direkt: programmieren, das ist vor allem Mathematik und Mathematiker sind ein ganz eigener Schlag Mensch. Das gleiche gilt für Informatiker, erzählt der Dozent. Dem einen oder anderen Schüler mit Hollywood-Hackerphantasien dürfte die kalte Realität der mathematischen Wurzeln in der IT schon einen Schauer über den Rücken jagen. Die Gymnasiasten, die seit heute an der Nordhäuser Hochschule zu Gast sind, ficht das offensichtlich nicht an. Im Gegenteil: um den Programmier-Kurs hat man sich förmlich gerissen. Schließlich wird man hier bis zum kommenden Mittwoch selber Roboter programmieren können.
Der Ausflug in die Welt der Informationstechnologie ist einer von sechs Kursen, den die Hochschule für den potentiellen wissenschaftlichen Nachwuchs anbietet. Auf dem Programm stehen außerdem Elektrotechnik, regenerative Energien, Umwelt- und Geotechnik sowie Computerkonstruktion.
Fabian Dost zeigt eines der selbstgebauten Konstrukte, die von den Schülern auch mit nach Hause genommen werden können (Foto: Angelo Glashagel)
In der regenerativen Energietechnik wird man sich mit den einzelnen Formen der Energiegewinnung und ihren Umwandlungsprozessen befassen und mit dem handlichen Windkoffer die Funktionsweise von Windrädern nachvollziehen können. Im Bereich Umwelt- und Recycling erwartet die Gymnasiasten ein Crashkurs in Sachen Verfahrenstechnik. Besondere Aufmerksamkeit will man der Herstellung und Bestimmung von Kunststoffen widmen, erzählt Organisator Fabian Dost. Dazu gehören dann auch Flammenproben bei denen Anhand von Farbe, Geruch und Rußbildung die Art des Kunststoffs bestimmt wird. Außerdem werden sich die Schüler mit biologischer Verfahrenstechnik befassen. Dafür wird Belebtschlamm aus der hiesigen Kläranlage geholt, der dann unter dem Mikroskop mikrobiologisch begutachtet wird. In der Elektro-Technik soll der Praxisteil noch etwas umfangreicher ausfallen. Wie wird eine Platine gebaut? Wo kommen Schaltungen, Kondensatoren und Widerstände hin und wie baue ich daraus ein funktionales Konstrukt? Mit dem gewonnenen Wissen sollen die Hochschul-Besucher dann zum Beispiel einen Kubus aus LED-Leuchten bauen, der sich per Zufallsgenerator wie ein echter Würfel verhält und die Augenzahl per Leuchtdioden anzeigen kann.
In Sachen Geotechnik bleibt man nicht nur auf dem Boden der Tatsachen, sondern geht sogar darunter. Nach ein paar Grundlagen zu Bodentypen und ihren individuellen mechanischen Eigenschaften warten im Geolabor pH-Tests und eine vor Ort durchgeführte Bohrkernanalyse, eine sogenannte Bodenansprache.
Für ihren Zeit an der Hochschule wurden die Schülerinnen und Schüler aus dem Friedrich-Schiller-Gymnasium Bleicherode, dem Kyffhäusergymnasium Bad Frankenhausen und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium aus Sondershausen vom Unterricht freigestellt, müssen ihren regulären Schulstoff aber nachholen. Der Ausflug in die Praxis sollte den Extraaufwand allein um des Wissens und der Erfahrung willen trotzdem lohnen. Am Mittwoch werden die Ergebnisse in einer kleinen Abschlussveranstaltung präsentiert.
Angelo Glashagel






