Do, 14:00 Uhr
05.09.2019
Verkehrssicherheitstag der Lebenshilfe
Nachhilfe in Sachen Selbstständigkeit
Wer am alltäglichen Leben teilnehmen will, der muss auch die Regeln und Gefahren des Alltags kennen. Das gilt auch für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen. Die Werkstätten der Nordthüringer Lebenshilfe organisierten deswegen heute wieder ihren eigenen Verkehrssicherheitstag...
Behinderung ist nicht gleich Behinderung. Wie so vieles im Leben existieren auch Menschen mit Beeinträchtigungen in einem breiten Spektrum. Mancher bedarf regelmäßiger Aufsicht, andere können ihren Alltag nahezu selbstständig regeln.
Bei der Nordthüringer Lebenshilfe kommen sie alle zusammen, die meisten als Beschäftigte der Werkstätten, viele als Bewohner in den Einrichtungen der Lebenshilfe. Heute lud man hier zum nunmehr vierten Mal zum Verkehrssicherheitstag ein. Wie immer waren Kreisverkehrswacht, Kreissportbund und die Berufsfeuerwehr zu Gast.
Geboten wurden diverse Simulatoren rund um Auto, Fahrrad und Straßenverkehr, eine kleiner Parcour mit der "Rauschbrille", verschiedene Bewegungsspiele um Koordination und Gleichgewicht zu schulen und natürlich der Publikumsrenner - die Vorführungen der Feuerwehr. "Die Leute hier sind genauso Verkehrsteilnehmer wie alle anderen auch, selbst wenn sie einfach als Fußgänger unterwegs sind", erklärte Dieter Köhler von der Kreisverkehrswacht. Aus dieser Tatsache heraus hatte man die Veranstaltung ins Leben gerufen.
Tatsächlich sind viele Beschäftigte der Werkstätten nicht "nur" Fußgänger, viele kommen auch selber mit dem Fahrrad zur Arbeit, erzählt Anja Steuding. Auch Erfahrungen mit der "Rauschbrille" seien für manchen nicht verkehrt und zu wissen wie man einem Fett- oder Ölbrand zu Leibe rücken kann oder was bei Rauchentwicklung zu tun ist, nutzt den Beschäftigten ebenso.
"Für unsere Beschäftigten ist so ein Tag natürlich auch ein Highlight auf das sie sich freuen", sagt Steuding. An Übungen teilzunehmen oder die Simulatoren auszuprobieren soll aber nicht nur Spaß machen, sondern auch Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit fördern. Das schafft potentiell mehr Eigenständigkeit für den Einzelnen. "Wir achten sehr genau darauf wer wie betreut werden kann und muss. Natürlich haben wir Menschen die ständig begleitet werden müssen. Andererseits gibt es aber auch Leute, denen mehr Eigenständigkeit zuzutrauen ist. Das muss man dann auch einmal ausprobieren und sehen wie es funktioniert, etwa in den WG's".
Vor ein paar Jahrzehnten waren Ansätze, wie man sie heute verfolgt, noch nahezu undenkbar. Die Erkenntnis, das Menschen mit Behinderung trotz ihrer Umstände in vielen Bereichen ein ähnliches Leben führen wie die "normalen" Bürger, hat seine Zeit gebraucht, sei es nun der Trunk über den Durst hinaus, der Umgang mit einem simplen Küchenunfall, die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr oder in ganz anderen Bereichen zwischenmenschlichen Zusammenlebens. Kleine Veranstaltungen wie der Verkehrssicherheitstag zeigen, das man einen langen Weg zurückgelegt hat und weiter voranschreitet.
Angelo Glashagel
Autor: redBehinderung ist nicht gleich Behinderung. Wie so vieles im Leben existieren auch Menschen mit Beeinträchtigungen in einem breiten Spektrum. Mancher bedarf regelmäßiger Aufsicht, andere können ihren Alltag nahezu selbstständig regeln.
Bei der Nordthüringer Lebenshilfe kommen sie alle zusammen, die meisten als Beschäftigte der Werkstätten, viele als Bewohner in den Einrichtungen der Lebenshilfe. Heute lud man hier zum nunmehr vierten Mal zum Verkehrssicherheitstag ein. Wie immer waren Kreisverkehrswacht, Kreissportbund und die Berufsfeuerwehr zu Gast.
Geboten wurden diverse Simulatoren rund um Auto, Fahrrad und Straßenverkehr, eine kleiner Parcour mit der "Rauschbrille", verschiedene Bewegungsspiele um Koordination und Gleichgewicht zu schulen und natürlich der Publikumsrenner - die Vorführungen der Feuerwehr. "Die Leute hier sind genauso Verkehrsteilnehmer wie alle anderen auch, selbst wenn sie einfach als Fußgänger unterwegs sind", erklärte Dieter Köhler von der Kreisverkehrswacht. Aus dieser Tatsache heraus hatte man die Veranstaltung ins Leben gerufen.
Tatsächlich sind viele Beschäftigte der Werkstätten nicht "nur" Fußgänger, viele kommen auch selber mit dem Fahrrad zur Arbeit, erzählt Anja Steuding. Auch Erfahrungen mit der "Rauschbrille" seien für manchen nicht verkehrt und zu wissen wie man einem Fett- oder Ölbrand zu Leibe rücken kann oder was bei Rauchentwicklung zu tun ist, nutzt den Beschäftigten ebenso.
"Für unsere Beschäftigten ist so ein Tag natürlich auch ein Highlight auf das sie sich freuen", sagt Steuding. An Übungen teilzunehmen oder die Simulatoren auszuprobieren soll aber nicht nur Spaß machen, sondern auch Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit fördern. Das schafft potentiell mehr Eigenständigkeit für den Einzelnen. "Wir achten sehr genau darauf wer wie betreut werden kann und muss. Natürlich haben wir Menschen die ständig begleitet werden müssen. Andererseits gibt es aber auch Leute, denen mehr Eigenständigkeit zuzutrauen ist. Das muss man dann auch einmal ausprobieren und sehen wie es funktioniert, etwa in den WG's".
Vor ein paar Jahrzehnten waren Ansätze, wie man sie heute verfolgt, noch nahezu undenkbar. Die Erkenntnis, das Menschen mit Behinderung trotz ihrer Umstände in vielen Bereichen ein ähnliches Leben führen wie die "normalen" Bürger, hat seine Zeit gebraucht, sei es nun der Trunk über den Durst hinaus, der Umgang mit einem simplen Küchenunfall, die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr oder in ganz anderen Bereichen zwischenmenschlichen Zusammenlebens. Kleine Veranstaltungen wie der Verkehrssicherheitstag zeigen, das man einen langen Weg zurückgelegt hat und weiter voranschreitet.
Angelo Glashagel























