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Mi, 14:41 Uhr
28.08.2019
Knapp 300 Jahre alt

Nordhausens ältestes Reihenhaus entdeckt

Bei Sanierungsarbeiten an dem historischen Gebäudeensemble Am Alten Tor ist das älteste Reihenhaus Nordhausens entdeckt worden. Das hat die dendrochronologische Untersuchung der Balken an den Häusern Am Alten Tor 2-3 ergeben, die die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) noch bis Jahresende saniert...

Die Gebäude, die einst in der Nordhäuser Vorstadt Altendorf standen, wurden dem Ergebnis nach frühestens im Sommerhalbjahr 1727 errichtet. Sie sind damit knapp 300 Jahre alt und die älteste in Nordhausen bekannte Reihenhausbebauung.

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„Reihenhäuser sind keine Erfindung unserer Zeit, die gibt es schon seit dem Mittelalter. In Nordhausen sind diese Reihenhäuser aber der erste Beleg für eine entsprechende Bauweise aus dem 18. Jahrhundert und damit die früheste bekannte in der Rolandstadt“, sagte Thomas Nitz, Gebietsreferent des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie.

Das ist Nordhausens ältestes bekanntes Reihenhaus vor den Sanierungsarbeiten. Zuletzt lebten hier noch zwei Familien. Von den einstigen vier Reihenhäusern war nichts mehr zu erkennen. Das Foto stammt aus dem Jahr 2018.  (Foto: Susanne Schedwill) Das ist Nordhausens ältestes bekanntes Reihenhaus vor den Sanierungsarbeiten. Zuletzt lebten hier noch zwei Familien. Von den einstigen vier Reihenhäusern war nichts mehr zu erkennen. Das Foto stammt aus dem Jahr 2018. (Foto: Susanne Schedwill)

Das ist Nordhausens ältestes bekanntes Reihenhaus vor den Sanierungsarbeiten. Zuletzt lebten hier noch zwei Familien. Von den einstigen vier Reihenhäusern war nichts mehr zu erkennen. Das Foto stammt aus dem Jahr 2018. Foto: Susanne Schedwill

Die Denkmalexperten hatten Anfang Juli fünf Holzproben aus verschiedenen Fachwerkbalken der Häuser entnommen, die dann im Dendrolabor der Bamberger Universität untersucht worden sind. Mit dem Ergebnis: Alle Hölzer wurden im Winterhalbjahr 1726/27 gefällt. Es handelt sich um Fichtenholz aus dem Südharz und der Goldenen Aue.
Nitz freut sich, dass die knapp 300 Jahre alten Gebäude mit der Sanierung auf ihre Anfänge zurückgeführt werden: Es entstehen wieder vier Reihenhäuser, wie sie es im Ursprung einmal waren. „Das war die Keimzelle der historischen Bebauung in diesem Quartier und genau die wollten wir wieder zeigen“, sagte auch Architekt Roman Graf vom Planungs- und Architekturbüro Graf und Partner. Die ursprünglichen vier Häuser waren als solche nicht mehr erkennbar. Es gab zahlreiche Um- und Anbauten. Zuletzt lebten noch zwei Familien in der Häuserzeile.

Und noch eine Überraschung gab es bei der Sanierung: Unter dem Putz der Gefache wurde ein einstiges Schmuckfachwerk aus rotem Backstein mit weißen Gipsmörtelfugen entdeckt. Aufgrund der dendrochronologischen Ergebnisse lässt sich auch das Fachwerk eindeutig auf Anfang des 18. Jahrhunderts datieren. „Dieser Fund zeigt, dass es scheinbar eine Bau-Mode der damaligen Zeit war und gar nicht so selten vorkam, wie wir bisher dachten“, sagte Nitz. Vergleichbare Ausfachungen finden sich in Nordhausen auch am Blasii-Pfarrhaus (1713) und als nachträgliche Ausfachung am Obergeschoss der Flohburg. Das Schmuckfachwerk in den Häusern Am Alten Tor 2-3 wird nicht wieder sichtbar gemacht, weil es in einem sehr schlechten Zustand war.

Die Sanierungs- und Bauarbeiten Am Alten Tor laufen seit etwas über einem Jahr: Rund 2,9 Millionen Euro investiert die SWG in den Wohnhof mit insgesamt acht barrierearmen Wohnungen, alle mit Balkon oder Terrasse. Zum Jahresende sollen hier die ersten Mieter einziehen. Für den kommunalen Wohnungsanbieter ist es der zweite Bauabschnitt und damit der Abschluss des Gesamtprojektes Schärfgasse/Am Alten Tor.
Autor: red

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