Mi, 10:34 Uhr
28.08.2019
Radweg zu Mund's Mühle übergeben
Einmal schnell und unkompliziert
Neue Radwege in die Landschaft zu setzen, ist oft komplizierter als man denken mag. Ein Beispiel, dass es auch anders gehen kann, ist der neue Radweg zwischen Kleinwechsungen und Mund's Mühle, der heute offiziell übergeben wurde...
Zwölf Monate planen, zwei Wochen bauen - bei Kleinwechsungen wurden 550 Meter neuer Radweg freigegeben (Foto: Angelo Glashagel)
Rund 550 Meter ist der neue Radweg lang, der das Dorf mit dem Landhandel verbindet und entlang der alten Bundesstraße von ein paar frisch gepflanzten Obst- und Laubbäumen gesäumt wird.
Nur knapp ein Jahr ist seit den ersten Gesprächen zwischen Landrat Matthias Jendricke und Heinz-Gerhard Mund vergangen. Sieht man sich andere Radwegeprojekte im Landkreis an, ist das fast schon rekordverdächtig. Die eigentliche Bauzeit betrug dabei nur knapp zwei Wochen und wurde von der Firma Henningbau aus Urbach realisiert.
Zuvor hatte es hier bereits einen Weg gegeben, einen Streifen von knapp drei Metern Breite, halb Wiese, halb Trampelpfad, den die Landwirte mit Rücksicht auf die Nachbarschaft im Dorf unbestellt ließen. "Gerade die älteren Leute, die gerne zu uns kommen, wollen nicht an der Straße entlang laufen", erzählt Mund, mit Rollator oder Rollstuhl sei der alte Pfad aber auch nicht zu befahren gewesen.
Die Idee zum Ausbau wurde unter der Federführung der Regionalen Aktionsgruppe Südharz (RAG) über die "Leader"-Förderung realisiert. Vereine, Privatleute wie die Familie Mund oder Kommunen können hier Projekte unter den Schwerpunkten "Leben und Arbeiten in der Region", "Naturnaher Tourismus und Regionalvermarktung" sowie unter dem Aspekt "Umwelt- und Klimaschutz" fördern lassen. Im Falle des neuen Radwegs konnten von den Gesamtkosten von 76.000 Euro insgesamt 44.000 Euro übernommen werden, erklärte Petra Weigt von der RAG. Für die laufende Förderperiode bis Ende 2020 seien die Fördertöpfe noch gut gefüllt und auch für die Nachlaufzeit bis 2023 würde man gerne noch weitere Projektanträge unterstützen, sagte Weidt, dabei können kommunale Anträge mit bis zu 75% Förderung rechnen.
Er sei dankbar, das Herr Mund diesen Weg gewählt habe und ihn zusammen mit der RAG beschritten habe, sagte Landrat Matthias Jendricke, die Familie Mund habe damit nicht nur etwas für die eigene Kundschaft getan, sondern auch für die Öffentlichkeit.
Man habe mit dem Weg zur Neuen Mühle das Pferd quasi von hinten aufgezäumt, eigentlich hätte der Radweg der letzte Abschnitt im Anschluss an die Kreisstadt sein sollen. "Radwege zu planen und zu bauen ist oft nicht so einfach weil Grundstücksfragen geklärt werden müssen. Beim Radweg nach Herreden ist inzwischen alles klar, da waren nur sechs Parzellen betroffen, in Hesserode hat man es mit über 30 Eigentümern zu tun", erklärte der Landrat. Bei beiden Vorhaben handelt es sich um Gemeinschaftsmaßnahmen von Stadt und Kreis, von Seiten des Landratsamtes stehe die Planung bezüglich Hesserode, die entsprechenden Anträge habe man gestellt. Aus Sicht der Stadt seien die Grundstücksfragen aktuell aber noch nicht klärbar. "Hier hätte man sicher früher dran arbeiten können", sagte Jendricke, er sei aber sicher, das neue Gespräche geführt würden und man die entsprechenden Anträge erneut werde stellen können. Die Realisierung wird sich freilich noch ein wenig hinziehen.
Auch dem Radweg zu Mund's Mühle standen Grundstücksfragen im Weg. Die habe man aber "ganz unkompliziert" lösen können, sagt Heinz-Gerhard Mund, auch deswegen ließ sich der Ausbau vergleichsweise schnell realisieren. Rund zwei Drittel der Strecke gehören ohnehin der Familie, mit den anderen Pächter habe er geredet, man kennt sich. Der Landhandel erhofft sich von dem Ausbau, wenn er denn einmal komplett abgeschlossen ist, auch mehr Laufkundschaft. "Wir merken schon das wir vermehrt auch jüngere Kunden haben, die bewusst einkaufen wollen, das nimmt ganz klar zu", erzählt Herr Mund, im Vordergrund stehe für ihn aber vor allem die Erleichterung für die Nachbarn aus dem Dorf.
Angelo Glashagel
Autor: red
Zwölf Monate planen, zwei Wochen bauen - bei Kleinwechsungen wurden 550 Meter neuer Radweg freigegeben (Foto: Angelo Glashagel)
Rund 550 Meter ist der neue Radweg lang, der das Dorf mit dem Landhandel verbindet und entlang der alten Bundesstraße von ein paar frisch gepflanzten Obst- und Laubbäumen gesäumt wird.
Nur knapp ein Jahr ist seit den ersten Gesprächen zwischen Landrat Matthias Jendricke und Heinz-Gerhard Mund vergangen. Sieht man sich andere Radwegeprojekte im Landkreis an, ist das fast schon rekordverdächtig. Die eigentliche Bauzeit betrug dabei nur knapp zwei Wochen und wurde von der Firma Henningbau aus Urbach realisiert.
Zuvor hatte es hier bereits einen Weg gegeben, einen Streifen von knapp drei Metern Breite, halb Wiese, halb Trampelpfad, den die Landwirte mit Rücksicht auf die Nachbarschaft im Dorf unbestellt ließen. "Gerade die älteren Leute, die gerne zu uns kommen, wollen nicht an der Straße entlang laufen", erzählt Mund, mit Rollator oder Rollstuhl sei der alte Pfad aber auch nicht zu befahren gewesen.
Die Idee zum Ausbau wurde unter der Federführung der Regionalen Aktionsgruppe Südharz (RAG) über die "Leader"-Förderung realisiert. Vereine, Privatleute wie die Familie Mund oder Kommunen können hier Projekte unter den Schwerpunkten "Leben und Arbeiten in der Region", "Naturnaher Tourismus und Regionalvermarktung" sowie unter dem Aspekt "Umwelt- und Klimaschutz" fördern lassen. Im Falle des neuen Radwegs konnten von den Gesamtkosten von 76.000 Euro insgesamt 44.000 Euro übernommen werden, erklärte Petra Weigt von der RAG. Für die laufende Förderperiode bis Ende 2020 seien die Fördertöpfe noch gut gefüllt und auch für die Nachlaufzeit bis 2023 würde man gerne noch weitere Projektanträge unterstützen, sagte Weidt, dabei können kommunale Anträge mit bis zu 75% Förderung rechnen.
Er sei dankbar, das Herr Mund diesen Weg gewählt habe und ihn zusammen mit der RAG beschritten habe, sagte Landrat Matthias Jendricke, die Familie Mund habe damit nicht nur etwas für die eigene Kundschaft getan, sondern auch für die Öffentlichkeit.
Man habe mit dem Weg zur Neuen Mühle das Pferd quasi von hinten aufgezäumt, eigentlich hätte der Radweg der letzte Abschnitt im Anschluss an die Kreisstadt sein sollen. "Radwege zu planen und zu bauen ist oft nicht so einfach weil Grundstücksfragen geklärt werden müssen. Beim Radweg nach Herreden ist inzwischen alles klar, da waren nur sechs Parzellen betroffen, in Hesserode hat man es mit über 30 Eigentümern zu tun", erklärte der Landrat. Bei beiden Vorhaben handelt es sich um Gemeinschaftsmaßnahmen von Stadt und Kreis, von Seiten des Landratsamtes stehe die Planung bezüglich Hesserode, die entsprechenden Anträge habe man gestellt. Aus Sicht der Stadt seien die Grundstücksfragen aktuell aber noch nicht klärbar. "Hier hätte man sicher früher dran arbeiten können", sagte Jendricke, er sei aber sicher, das neue Gespräche geführt würden und man die entsprechenden Anträge erneut werde stellen können. Die Realisierung wird sich freilich noch ein wenig hinziehen.
Auch dem Radweg zu Mund's Mühle standen Grundstücksfragen im Weg. Die habe man aber "ganz unkompliziert" lösen können, sagt Heinz-Gerhard Mund, auch deswegen ließ sich der Ausbau vergleichsweise schnell realisieren. Rund zwei Drittel der Strecke gehören ohnehin der Familie, mit den anderen Pächter habe er geredet, man kennt sich. Der Landhandel erhofft sich von dem Ausbau, wenn er denn einmal komplett abgeschlossen ist, auch mehr Laufkundschaft. "Wir merken schon das wir vermehrt auch jüngere Kunden haben, die bewusst einkaufen wollen, das nimmt ganz klar zu", erzählt Herr Mund, im Vordergrund stehe für ihn aber vor allem die Erleichterung für die Nachbarn aus dem Dorf.
Angelo Glashagel

