Mo, 18:30 Uhr
24.09.2001
nnz-Forum: Schildbürgerstreiche
Nordhausen (nnz). Der nnz-Beitrag über das Nordhäuser Ampel-Syndrom hat erste Reaktionen ausgelöst. Ein Leser, dessen Name der Redaktion bekannt ist, aber nicht genannt werden möchte, meldet sich zu Wort.
Der nnz-Artikel über das aktuelle ampelstaugeplagte Verkehrschaos in und um Nordhausen spricht mir aus der Seele, ihre Darstellungen kann ich nur bestätigen. Ein weiteres Beispiel für die verheerenden Folgen nicht nachvollziehbarer Ampelsteuerungen gibt es an dem Knotenpunkt B 80/Einmündung Darrweg. War die dortige Ampelanlage vor der Umgestaltung infolge der Anbindung der Querspange zur B 243 eine der leistungsfähigsten in ganz Nordhausen, so ist nach der Umgestaltung genau das Gegenteil zu verzeichnen. Speziell für die Fahrer, die aus der Steinstraße kommend auf der B 80 in Richtung Worbis fahren wollen, ist es nicht nachzuvollziehen, dass der stadteinwärts fahrende Gegenverkehr bereits 10 bis 15 Sekunden lang in den Genuss einer Grünphase kommt, während die Ampel der eigenen Fahrtrichtung stur auf Rot verharrt. War diese Tatsache schon vor Beginn der Bauarbeiten im Darrweg nicht erklärbar, so muss dieser Zustand in der jetzigen Bauphase schon als Schildbürgerstreich gelten, da mit dem stark eingeschränkten Verkehrsaufkommen im Darrweg zwangsläufig das Verkehrsaufkommen auf der B 80 steigt.
Verweise auf die (angebliche) Koppelung mit der Ampelanlage an der Einmündung der Querspange lasse ich nicht gelten. Wer sich die Zeit nimmt und den Ablauf der Verkehrsströme in diesem Bereich über einen längeren Zeitraum verfolgt, wird sehr schnell bemerken, dass in der Regel die Fahrspuren auf Rot geschaltet sind, auf denen Fahrzeuge auf die Weiterfahrt warten, während die Fahrspuren, auf denen gerade kein Fahrzeug steht oder fährt, sich einer schönen Grünphase erfreuen können. Je geringer die Verkehrsdichte (z.B. in den Abendstunden) ist, um so ausgeprägter tritt dieses Phänomen in Erscheinung! Die Liste solcher Beispiele lässt sich leider jederzeit beliebig verlängern, ich denke da u.a. an die mittlerweile (endlich!) abgeschaltete neue (!) Ampelanlage am Gewerbegebiet Werther, die beispielsweise an der Kreuzung der B 80 mit der Zufahrt zum EC-BIC/Gewerbegebiet Im Krug installiert, sicher schon einige Unfälle verhindert hätte.
Solche gravierenden Fehler an den Brennpunkten des Verkehrsgeschehens in Nordthüringen lassen für mich nur einen Schluss zu: Die (mit-)verantwortlichen Behörden von der Stadtverwaltung Nordhausen über Landratsamt bis zum Straßenbauamt Leinefelde sind hoffnungslos überfordert, was wiederum zwangsläufig zu der Erkenntnis führen muss, dass in den betreffenden Institutionen inkompetente Mitarbeiter als Entscheidungsträger fungieren. Nur am Rande möchte ich an dieser Stelle auf ein Phänomen eingehen, auf dessen Erklärung ich seit mehreren Jahren vergeblich warte: Während im Landkreis Nordhausen für den überregionalen Durchgangsverkehr nicht ganz unwichtige Verbindungen gar nicht (Bleicherode-Lipprechterode-Kleinbodungen-Großbodungen) oder nur kleckerweise (Nordhausen-Petersdorf-Buchholz-Stempeda-Rottleberode) in einen erträglichen Zustand gebracht werden, befinden sich seit mehreren Jahren solche Strecken wie Silberhausen-Beberstedt-Hüpstedt oder Hüpstedt-Zaunröden-Keula (beide Bereiche liegen südöstlich von Leinefelde und können ebenfalls jederzeit beliebig erweitert werden!) in einem Ausbauzustand, der jeder Bundesstraße im Landkreis Nordhausen zur Ehre gereichen würde. Dabei ist die Verkehrsdichte auf diesen Straßen unmittelbar südlich des Düns unabhängig von der Tageszeit etwa zu vergleichen mit der Verkehrsdichte auf der Strecke Sophienhof-Rotheshütte! Da dieses Ungleichgewicht zwischen dem nordwestlichen und dem nordöstlichen Teil Nordthüringens (hoffentlich!) nicht auf der Basis von Entscheidungen inkompetenter Fachleute entstanden sein wird, lassen sich die tatsächlichen Hintergründe nur vermuten. Vielleicht sind es die gleichen Hintergründe, die einerseits die Planung und Ausführung der Ortsumgehungen von Worbis, Leinefelde, Dingelstädt, Mühlhausen und Langensalza zügig voranschreiten lassen, während gleichgelagerte Pläne für die B 4 zwischen Gebesee und Ilfeld regelmäßig auf Eis gelegt werden.
Ich hoffe, dass die Verantwortlichen endlich munter werden. Das Wahlergebnis in Hamburg zeigt, dass der gefrustete Wähler in Scharen zur Wahlurne strömt, wenn sich auch nur der Ansatz einer mehr oder weniger erträglichen Alternative zur gegenwärtig trostlosen deutschen Parteienlandschaft bietet. In diesem Sinn wünsche ich den verschieden Bürgerinitiativen im Landkreis viel Erfolg bei ihrer mutigen und mittlerweile unentbehrlichen Arbeit.
P.S. Mit Rücksicht auf den Erhalt meines gegenwärtigen Arbeitsplatzes und meiner Gesundheit bitte ich Sie, meinen Namen den Lesern vorzuenthalten, da ich nicht sicher bin, ob die politischen und die daran geknüpften personellen Konstellationen in Nordthüringen eine solche Meinungsäußerung ungestraft zulassen.
Autor: nnzDer nnz-Artikel über das aktuelle ampelstaugeplagte Verkehrschaos in und um Nordhausen spricht mir aus der Seele, ihre Darstellungen kann ich nur bestätigen. Ein weiteres Beispiel für die verheerenden Folgen nicht nachvollziehbarer Ampelsteuerungen gibt es an dem Knotenpunkt B 80/Einmündung Darrweg. War die dortige Ampelanlage vor der Umgestaltung infolge der Anbindung der Querspange zur B 243 eine der leistungsfähigsten in ganz Nordhausen, so ist nach der Umgestaltung genau das Gegenteil zu verzeichnen. Speziell für die Fahrer, die aus der Steinstraße kommend auf der B 80 in Richtung Worbis fahren wollen, ist es nicht nachzuvollziehen, dass der stadteinwärts fahrende Gegenverkehr bereits 10 bis 15 Sekunden lang in den Genuss einer Grünphase kommt, während die Ampel der eigenen Fahrtrichtung stur auf Rot verharrt. War diese Tatsache schon vor Beginn der Bauarbeiten im Darrweg nicht erklärbar, so muss dieser Zustand in der jetzigen Bauphase schon als Schildbürgerstreich gelten, da mit dem stark eingeschränkten Verkehrsaufkommen im Darrweg zwangsläufig das Verkehrsaufkommen auf der B 80 steigt.
Verweise auf die (angebliche) Koppelung mit der Ampelanlage an der Einmündung der Querspange lasse ich nicht gelten. Wer sich die Zeit nimmt und den Ablauf der Verkehrsströme in diesem Bereich über einen längeren Zeitraum verfolgt, wird sehr schnell bemerken, dass in der Regel die Fahrspuren auf Rot geschaltet sind, auf denen Fahrzeuge auf die Weiterfahrt warten, während die Fahrspuren, auf denen gerade kein Fahrzeug steht oder fährt, sich einer schönen Grünphase erfreuen können. Je geringer die Verkehrsdichte (z.B. in den Abendstunden) ist, um so ausgeprägter tritt dieses Phänomen in Erscheinung! Die Liste solcher Beispiele lässt sich leider jederzeit beliebig verlängern, ich denke da u.a. an die mittlerweile (endlich!) abgeschaltete neue (!) Ampelanlage am Gewerbegebiet Werther, die beispielsweise an der Kreuzung der B 80 mit der Zufahrt zum EC-BIC/Gewerbegebiet Im Krug installiert, sicher schon einige Unfälle verhindert hätte.
Solche gravierenden Fehler an den Brennpunkten des Verkehrsgeschehens in Nordthüringen lassen für mich nur einen Schluss zu: Die (mit-)verantwortlichen Behörden von der Stadtverwaltung Nordhausen über Landratsamt bis zum Straßenbauamt Leinefelde sind hoffnungslos überfordert, was wiederum zwangsläufig zu der Erkenntnis führen muss, dass in den betreffenden Institutionen inkompetente Mitarbeiter als Entscheidungsträger fungieren. Nur am Rande möchte ich an dieser Stelle auf ein Phänomen eingehen, auf dessen Erklärung ich seit mehreren Jahren vergeblich warte: Während im Landkreis Nordhausen für den überregionalen Durchgangsverkehr nicht ganz unwichtige Verbindungen gar nicht (Bleicherode-Lipprechterode-Kleinbodungen-Großbodungen) oder nur kleckerweise (Nordhausen-Petersdorf-Buchholz-Stempeda-Rottleberode) in einen erträglichen Zustand gebracht werden, befinden sich seit mehreren Jahren solche Strecken wie Silberhausen-Beberstedt-Hüpstedt oder Hüpstedt-Zaunröden-Keula (beide Bereiche liegen südöstlich von Leinefelde und können ebenfalls jederzeit beliebig erweitert werden!) in einem Ausbauzustand, der jeder Bundesstraße im Landkreis Nordhausen zur Ehre gereichen würde. Dabei ist die Verkehrsdichte auf diesen Straßen unmittelbar südlich des Düns unabhängig von der Tageszeit etwa zu vergleichen mit der Verkehrsdichte auf der Strecke Sophienhof-Rotheshütte! Da dieses Ungleichgewicht zwischen dem nordwestlichen und dem nordöstlichen Teil Nordthüringens (hoffentlich!) nicht auf der Basis von Entscheidungen inkompetenter Fachleute entstanden sein wird, lassen sich die tatsächlichen Hintergründe nur vermuten. Vielleicht sind es die gleichen Hintergründe, die einerseits die Planung und Ausführung der Ortsumgehungen von Worbis, Leinefelde, Dingelstädt, Mühlhausen und Langensalza zügig voranschreiten lassen, während gleichgelagerte Pläne für die B 4 zwischen Gebesee und Ilfeld regelmäßig auf Eis gelegt werden.
Ich hoffe, dass die Verantwortlichen endlich munter werden. Das Wahlergebnis in Hamburg zeigt, dass der gefrustete Wähler in Scharen zur Wahlurne strömt, wenn sich auch nur der Ansatz einer mehr oder weniger erträglichen Alternative zur gegenwärtig trostlosen deutschen Parteienlandschaft bietet. In diesem Sinn wünsche ich den verschieden Bürgerinitiativen im Landkreis viel Erfolg bei ihrer mutigen und mittlerweile unentbehrlichen Arbeit.
P.S. Mit Rücksicht auf den Erhalt meines gegenwärtigen Arbeitsplatzes und meiner Gesundheit bitte ich Sie, meinen Namen den Lesern vorzuenthalten, da ich nicht sicher bin, ob die politischen und die daran geknüpften personellen Konstellationen in Nordthüringen eine solche Meinungsäußerung ungestraft zulassen.
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht zwingend mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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