Sa, 13:00 Uhr
03.08.2019
Geschenk für die Domstraße 12
Ein Foto mit Geschichte
Die Domstraße 12 ist das älteste Wohnhaus der Stadt. Die alte Bohlenstube wurde hübsch restauriert und der historische Ort ist ein gern genutzter Anlaufpunkt für Gästeführer und Geschichtsfreunde. Nur wer hier gewohnt hat, darüber weiß man so gut wie nichts. Zumindest bis heute...
Klaus Drechsler und Helga Schildt sind Ur-Nordhäuser. Beim durchsehen einiger alter Fotografien stießen sie auch auf einige Aufnahmen des gemeinsamem Großvaters, Robert Elster.
Der wiederrum wurde 1884 in der Domstraße 12 geboren. Das 25. Altstadtfest nahmen die Geschwister nun zum Anlass, dem Geburtshaus ihres Großvaters ein kleines Geschenk zu machen.
Für die Gästeführergilde und den Verein für lebendiges Mittelalter sind die beiden alten Fotografien eine schöne Ergänzung. Man wisse zwar viel über das Haus und die Bohlenstube an sich, aber so gut wie nichts über die Personen, die hier einmal gelebt haben, sagt Gästeführer Winfried Wehrhahn. "Für uns ist das ein guter Bezugspunkt. Wir haben viel zu erzählen, aber die Räume selbst sind immer ein wenig anonym. Die Bilder lockern das auf und wir können auf die Frage nach den Wohnverhältnissen besser eingehen".
Neun Personen listet ein Adressbuch von 1891 für das alte Wohnhaus auf, darunter auch die Elsters. Kinder unter 16 Jahren würden in den Adressbüchern dieser Zeit aber nicht auftauchen, gibt Wehrhahn zu bedenken, das Haus könnte damals also deutlich mehr Bewohner gehabt haben.
Auch die Enkel des einstigen Bewohners können nur wenig Licht ins Dunkel bringen. "Als wir jung waren haben wir nicht gefragt, als wir ins Alter kamen war es zu spät", sagt Klaus Drechsler. Über seine Kindheit in der Domstraße habe der Großvater nicht oft gesprochen. Später lernte er in der Aktienbrauerei am Hagen das Kaufmannsgewerbe, wurde hier Versandleiter und lebte bis zu den Bombenangriffen im April 1945 auch am Hagen. Den Krieg überstand der Großvater, erst 1966 trat er von der Bühne. Über seinen Bruder Karl, der ebenfalls auf einem der Bilder zu sehen ist, wissen die beiden Nachgeborenen nur wenig.
Es ist nur ein kleiner Einblick in das alte Nordhausen, aber einer der heute äußerst willkommen war. Man habe keinen besseren Anlass als das 25. Altstadtfest wählen können, freuten sich die "Altstadt-Originale" Hannechen Vogelstange und Altstadtmanne. Dem Engagement der beiden Ur-Nordhäuser gebühre größter Dank, die Historie müsse leben können.
Angelo Glashagel
Autor: redKlaus Drechsler und Helga Schildt sind Ur-Nordhäuser. Beim durchsehen einiger alter Fotografien stießen sie auch auf einige Aufnahmen des gemeinsamem Großvaters, Robert Elster.
Der wiederrum wurde 1884 in der Domstraße 12 geboren. Das 25. Altstadtfest nahmen die Geschwister nun zum Anlass, dem Geburtshaus ihres Großvaters ein kleines Geschenk zu machen.
Für die Gästeführergilde und den Verein für lebendiges Mittelalter sind die beiden alten Fotografien eine schöne Ergänzung. Man wisse zwar viel über das Haus und die Bohlenstube an sich, aber so gut wie nichts über die Personen, die hier einmal gelebt haben, sagt Gästeführer Winfried Wehrhahn. "Für uns ist das ein guter Bezugspunkt. Wir haben viel zu erzählen, aber die Räume selbst sind immer ein wenig anonym. Die Bilder lockern das auf und wir können auf die Frage nach den Wohnverhältnissen besser eingehen".
Neun Personen listet ein Adressbuch von 1891 für das alte Wohnhaus auf, darunter auch die Elsters. Kinder unter 16 Jahren würden in den Adressbüchern dieser Zeit aber nicht auftauchen, gibt Wehrhahn zu bedenken, das Haus könnte damals also deutlich mehr Bewohner gehabt haben.
Auch die Enkel des einstigen Bewohners können nur wenig Licht ins Dunkel bringen. "Als wir jung waren haben wir nicht gefragt, als wir ins Alter kamen war es zu spät", sagt Klaus Drechsler. Über seine Kindheit in der Domstraße habe der Großvater nicht oft gesprochen. Später lernte er in der Aktienbrauerei am Hagen das Kaufmannsgewerbe, wurde hier Versandleiter und lebte bis zu den Bombenangriffen im April 1945 auch am Hagen. Den Krieg überstand der Großvater, erst 1966 trat er von der Bühne. Über seinen Bruder Karl, der ebenfalls auf einem der Bilder zu sehen ist, wissen die beiden Nachgeborenen nur wenig.
Es ist nur ein kleiner Einblick in das alte Nordhausen, aber einer der heute äußerst willkommen war. Man habe keinen besseren Anlass als das 25. Altstadtfest wählen können, freuten sich die "Altstadt-Originale" Hannechen Vogelstange und Altstadtmanne. Dem Engagement der beiden Ur-Nordhäuser gebühre größter Dank, die Historie müsse leben können.
Angelo Glashagel



