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So, 14:50 Uhr
28.07.2019
Betrachtet

Kleinod der germanischen Fürstentochter vom Kohnstein

Ein Beitrag mit einer Geschichte zu einem uralten germanischen Kleinod von Nordhausen und der Wallburg vom Kohnsteinkopf bei Niedersachswerfen von Tim Schäfer...

Kleinod vom Kohnstein (Foto: privat) Kleinod vom Kohnstein (Foto: privat)
Eine uralte Wallburg bestand bei Niedersachwerfen am Kohnsteinkopf. Diese ist heute abbaubedingt nicht mehr vorhanden. Als ur- und frühgeschichtliche Befestigung wurde die Wallburg der Bronze- und frühen Eisenzeit (1200 – 300 v.u.Z.) zugeordnet und könnte somit bald 3000 Jahre alt gewesen sein.

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Experten meinten, es hätte dort am Kohnstein sogar mehrere solcher Anlagen gegeben. Die Anlage am Kohnsteinkopf soll mit Gräben und einem Wall auf 90m bzw. 200m m Länge ausgestattet gewesen sein. Angenommen wurde immer, dass kriegerische Auseinandersetzungen die Anlagen zerstörten oder diese verbrannt wurden.

Funde von Pfeilspitzen, Resten oder auch gebranntem Lehm lassen sich gut zuordnen. Aber es gibt noch ein besonderes Fundstück. Ein Schmuckstück, welches heute im Museum Tabakspeicher in Nordhausen zu besichtigen ist. Es handelt sich um einen Armring, der in seiner Handwerkskunst in Bronze seinesgleichen sucht. Dieses reich verzierte Schmuckstück wird auch als Nierenring bezeichnet, vergleiche die Abbildung (Hilmar Römer, „Kleine KohnsteinFibel“).

Beim „Kohnstein-Nierenring“- Fund könnte es sich um eine nordische Fortentwicklung der getriebenen Ringe der Hallstattzeit handeln. Die Bronzekunst kann wohl nicht eindrucksvoller demonstriert werden. Zeitlich wurde der Armring in die beginnende Eisenzeit (ca. 800 bis 450 v. Chr.) eingeordnet. Das Prachtstück seiner Art ist ein besonderes Kleinod und bezeugt die germanische Kunst seiner Zeit in besonderen Maße.
Professor Paul Grimm (vgl. „Die ur- und frühgeschichtlichen Bodendenkmäler des Kreises Nordhausen“, 1974) vermutete sogar, dieser Ring sei ein Weihefund, „vielleicht eines Germanen, der aus Freude über die eroberte Befestigung den Ring der Gottheit weihte, oder eines Einheimischen, der den Ring auf einer früheren Kriegsfahrt erbeutet hatte“.

Nun, es mag doch nicht so gewesen sein. Es war auch zwischendurch friedlich. Stellen wir uns vor, am höchsten Punkt des Kohnstein, dem Kohnsteinkopf, den atemberaubenden Blick ins Tal bis in den Harz genießend, saß dereinst die germanische Fürstentochter von Nordhausen. Sie trug ein schmuckvolles Gewand. Ihre jugendliche Schönheit und Erhabenheit waren weit im germanischen Harzland bekannt.

Von Ihrem Vater, dem Germanen-Fürsten bekam Sie auch diesen großartig verzierten Armring geschenkt, den Sie standesgemäß trug. Einst, um die germanische Mitsommerszeit, altes Miðsumarsblót, war es damals besonders schön am Kohnstein. Der Fels hatte die Wärme der Sonne, an den Klüften ergaben sich gut getarnte Orte zum Verweilen. Unsere Fürstentochter vergaß sich oder wurde gestört, dabei verlor Sie ebendieses Schmuckstück, den kunstvollen, germanischen Nierenring in der untergehenden Sonne.

Noch heute soll Sie in diesen Julitagen am Kohnstein vergeblich nach Ihrem Armreif suchen und an lauen Abenden soll Sie dort geisterhaft auch zu sehen sein. Das ist natürlich nur eine Geschichte. Aber, das wird in Kürze wahr. Unter Federführung des Arree-Traditionsvereins wird eine Infotafel zur Geschichte am Kohnstein in Niedersachwerfen aufgestellt. Dort findet natürlich auch der Kohnstein-Nierenring der vermeintlichen germanischen Fürstentochter seine Erwähnung.

Danke an das Museum Tabakspeicher in Nordhausen für die Unterstützung zu dieser Informationstafel in Niedersachswerfen.
Tim Schäfer
Autor: red

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Kommentare
Berserkertom63
28.07.2019, 21:27 Uhr
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