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Do, 08:00 Uhr
25.07.2019
Nachgefragt

"Da kommen mehrere 1000 Euro zusammen"

Im vergangenen Jahr registrierten die Beamten der Polizei in Nordthüringen 399 Fahrten unter dem Einfluss von Drogen. Neben der Gefährdung anderer Kraftfahrer oder Fußgänger hat dieses fahrlässige Fahren enorme Auswirkungen auf den "mobilen Konsumenten" selbst. Wir haben da mal nachgefragt…

Teufelszeug Crystal Meth (Foto: Von Radspunk - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3475149) Teufelszeug Crystal Meth (Foto: Von Radspunk - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3475149)
Denn die Konsumenten sind in diesen speziellen Fällen auch Verkehrsteilnehmer. Sie gefährden mit ihrem rücksichtslosen Verhalten sich selbst, ihre Beifahrer und andere Menschen, die entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder motorisiert unterwegs sind. Dementsprechend rigoros sind auch die Folgen für diejenigen, die „erwischt“ werden.

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In jedem Fall läuft es so ab: Wurde bei einer Kontrolle oder der Aufnahme eines Unfalls der Einfluss von Drogen durch einen Vortest bestätigt, wird zwingend eine Blutentnahme in einem Krankenhaus durchgeführt. Die Klinik schickt die Blutprobe zur Rechtsmedizin der Uniklinik in Jena zur weiteren Analyse, die immer genauer wird.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist der „Ertappte“ schon mal sicher in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren 500 Euro los und darf seinen Führerschein auf Grund des ausgesprochenen Fahrverbotes zwischen einem und drei Monaten abgeben. Damit ist das Verfahren nicht abgeschlossen, denn Mann oder Frau bekommt per Post eine Anhörung vom Landratsamt, um sich zu dem Vorfall zu äußern.

Im Regelfall wird bei einem positiven Ergebnis aus Jena auf Drogen (außer Cannabis) der Führerschein kostenpflichtig eingezogen, unabhängig vom bereits bestehenden Fahrverbot. Und zwar auf unbestimmte Zeit, mindestens aber ein Jahr (es gibt kein Mindestmaß, die positive Begutachtung erfordert in der Regel ein Jahr Abstinenz). Während dieser Zeit hat der Drogenkonsument – egal ob regelmäßig und gelegentlich – Zeit, seine Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges nachzuweisen. Und das mit Verlaub, geht dann richtig ins Geld: medizinische Begutachtung, Abstinenznachweis erbringen, fachliche Vorbereitungsmaßnahmen, MPU. „Da kommen für das Gesamtpaket schon mal bis zu 4.000 Euro zusammen“, wissen Sandra Hesse und Christoph Steiner vom Landratsamt in Nordhausen. Die Fachgebietsleiterin und der 1. Sachbearbeiter führen die Gespräche mit den Betroffenen und offerieren ihnen Gegenüber vielleicht auch einen freiwilligen Verzicht auf die Fahrerlaubnis, welcher zumindest keine weiteren Kosten verursacht.

„Im vergangenen Jahr hatten wir wegen Fahrens unter Drogen rund 100 Fälle, die sich zu gleichen Teilen in klassische Einziehungen und freiwillige Verzichte unterteilen“, erzählt Christoph Steiner. Erschreckend aber: die Tendenz zur Einnahme von harten Drogen und sich unter deren Einfluss hinter ein Lenkrad oder einen Lenker zu setzen, sei rasant ansteigend, „die Zahlen gehen förmlich durch die Decke“. Es betrifft alle Altersgruppen und alle gesellschaftlichen Schichten, darunter auch alleinerziehende Mütter, die schon in den Morgenstunden bei Kontrollen wortwörtlich aus dem Verkehr gezogen werden müssen.

Bleibt der Blick auf die Ausnahme namens Cannabis. Auch dieser Konsum wird bei einer Kontrolle im Straßenverkehr registriert und eine Meldung an das Landratsamt versendet. Auch hier bekommt Mann oder Frau eine Möglichkeit sich im Rahmen des notwendigen Anhörungsverfahrens über das Konsumverhalten zu äußern. Und es werden die toxikologischen Befunde ausgewertet, von denen vor allem der passive Wert von Interesse ist, weil der aussagt, ob es sich um einen gelegentlichen oder einen dauerhaften Cannabiskonsum handelt. Wird letzteres festgestellt, dann beginnt auch für die mit Cannabis ertappten Menschen ein Prozedere, das inklusive des obligatorischen Bußgeldes und des Fahrverbotes auch mit einem vierstelligen Betrag „finanziert“ werden muss.

Zu guter Letzt noch ein wichtiger Hinweis. Werden Mann oder Frau bei einer anderen polizeirelevaten Aktion, vielleicht einer harmlosen Rangelei, ertappt und wird dabei Drogenkonsum nicht nur vermutet, sondern durch eine Blutprobe bestätigt, auch dann bekommen Mann oder Frau Post vom Landratsamt und auch dann ist der Führerschein für einen längeren Zeitraum in Gefahr. Siehe oben...

Zum nicht allzu guten Ende noch eine Ziffer, die Dunkelziffer. Die Männer und Frauen, die von den Mitarbeitern des Landratsamtes "eingeladen" werden, sind natürlich nur die, die "erwischt" wurden. Die Dunkelziffer ist bei weitem höher. Experten gehen davon aus, dass auf eine positive Kontrolle seitens der Polizei 700 Ordnungswidirgkeiten im Straßenverkehr kommen. Dazu gehören unter anderem auch Fahren ohne Fahrerlaubnis oder Fahren mit einem Fahrzeug, das nicht pflichtversichert ist.
Peter-Stefan Greiner

Bildquelle: Von Radspunk - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3475149
Autor: red

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Kommentare
A.kriecher
25.07.2019, 09:01 Uhr
Was macht die Polizei dagegen?
Drogen sind ja mittlerweile genauso leicht zu bekommen wie als wenn ich Brötchen kaufen gehe. Verdient der Staat da jetzt mit wie bei den Drogen Alkohol, Tabak und Medikamenten oder warum passiert da nichts. In Nordhausen sind das ja schon bekannte Größen die Drogen im großen Stil verkaufen also könnte man, wenn man Interesse daran hätte etwas unternehmen. Ich finde es schlimm wie Jugendliche/ Kinder dazu verführt werden und ihr Leben ruiniert wird. Aber die Verantwortlichen bei der Polizei handeln glaube ich nach der Devise, mehr Schein als sein. Das ist wie alles hier ,es geht nur ums abkassieren der Kleinen.
geloescht.otto
25.07.2019, 09:55 Uhr
nun
hackt doch nicht immer nur auf der Polizei rum!
Die paar Mannen - was sollen die denn ausrichten gegen den Drogensumpf??
Mehr Polizei ist angesagt, mehr Kontrollen und ein härteres Durchgreifen mit auch mehr Befugnis für die Polizeibeamten!!
Wann sieht man denn zur Zeit Polizei auf der Strasse des LK?? Und genau das muss sich ändern - und zwar bald!
der_böhse_onkel
25.07.2019, 10:24 Uhr
A. kriecher
Wie wärs denn, wenn du mal eine Uniform anziehst & zeigst wies richtig geht - also theoretisch könnte sogar Superman sogar noch was von dir lernen!
Und die Praxis....?!!!!
A.kriecher
25.07.2019, 11:34 Uhr
Aktenzeichen kleines xy
Bei der Polizei arbeiten nicht nur uniformierte Streifenpolizisten, die sind an Anzahl fast weniger als der Wasserkopf da rüber. Die kleinen uniformierten können, dürfen auch nur Anweisungen ausführen und sind damit schon an Zahl überfordert. Unser System ist Schrott, das sieht man schon wie runter der Anstand / Benehmen in unserer Gesellschaft ist. Ich kenne Sie nicht aber duzen hier rum als hätten wir schon mal was vertickt oder sonst was gemacht. Oft liegst aber auch an der Erziehung oder dem Bildungsgrad. Schade aber das ist nun unser selbst gewähltes System. Wie sagte Erich schon ,, Vorwärts immer Rückwärts nimmer ''.
Wolfi65
25.07.2019, 22:48 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Kein Bezug zum Artikel.
A.kriecher
02.08.2019, 09:16 Uhr
Aktenzeichen xy
Das Ergebnis zur Umfrage,, Vertrauen in Polizei und Staat sagt doch alles''.
In meinem Kommentar geht's nicht um die kleinen Leute die man in Uniformen gesteckt hat und nur ausführende Mittel einer Diktatur sind.
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