eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mi, 08:03 Uhr
24.07.2019
Berichte aus den Hotspots der Artenvielfalt

Schwalbenschwanz an Nickender Diestel

Ein toller Schnappschuss gelang am gestern Abend Bodo Schwarzberg im Naturschutzgebiet Sattelköpfe, als er Teile eines ausgedehnten Halbtrockenrasens zwecke Erhaltung der in Thüringen vom Aussterben bedrohten Schmalblättrigen Miere (Minuartia hybrida ssp. tenuifolia) mähte.

Schwalbenschwanz (Foto: Bodo Schwarzberg) Schwalbenschwanz (Foto: Bodo Schwarzberg)


Diese Schmetterlingsart ist wahrscheinlich DIE unter den heimischen Insekten, was der Frauenschuh unter den heimischen Pflanzenarten ist, - einfach ein nach menschlichen Maßstäben ästhetisches Lebewesen. Ich war fasziniert von diesem wunderschönen Tier und bin ihm länger gefolgt, um ein schönes Bild zu bekommen.

Anzeige Refinery (lang)
Dabei gehört der Schwalbenschwanz (wissenschaftlich Papilio machaon) noch zu den häufigeren und nur regional stärker gefährdeten Schmetterlingsarten in Mitteleuropa. Ich selbst jedoch habe ihn aber vor vielleicht zehn Jahren zum letzten Mal im Raum Nordhausen gesehen.

Immerhin finde ich im Buch von Manfred Koch „Wir bestimmen Schmetterlinge“, wohlgemerkt von 1984, bereits einen Hinweis zur Gefährdung: „meist häufig, jedoch in vielen Gegenden durch zunehmende Bodenkultur verbreitet.“

Tatsächlich benötigt dieser nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte und in der Vorwarnliste der Deutschen Roten Liste aufgeführte Schmetterling mageres, an Pflanzenarten reiches, am besten ungedüngtes Gelände mit einem hohen Anteil von Doldengewächsen wie Wilder Möhre, Pastinak oder Pimpinelle. Letztere sind die Futterpflanzen für die Raupen des überwiegend gelben Falters.

Wir waren von der Vielfalt an Schmetterlingen fasziniert. Ja, sie entschädigte uns förmlich für die gleißende, etwas lästige Sonneneinstrahlung. Vom Insektensterben war hier, angesichts eines heute nur noch selten anzutreffenden, von uns aber gezielt mit erhaltenen Nebeneinanders von Brachflächen, gelegentlich gemähten oder schafbeweideten Halbtrockenrasen unterschiedlicher Verbuschungsstadien, Gebüschen und naturnahen Übergängen zum angrenzenden Wald, auf den ersten Blick wenig zu spüren.

Schwalbenschwanz (Foto: Bodo Schwarzberg) Schwalbenschwanz (Foto: Bodo Schwarzberg)


Natürlich trügt der Schein, die Tendenz weist verschiedenen Studien zufolge nach unten – auch übrigens in Naturschutzgebieten. Ehrenamtlich tätige Krefelder Insektenkundler haben vor einem Jahr weithin für Entsetzen gesorgt, als sie Beweise für den dramatischen Rückgang der Krabbeltiere als Folge menschlicher Wirtschaftsweise lieferten.

Davon weiß der Schwalbenschwanz auf dem obigen Foto natürlich nichts…Wir sollte es genießen und daran arbeiten, dass auch folgende Generationen noch Fotos vom Schwalbenschanz machen können.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Alanin
24.07.2019, 13:26 Uhr
@Bodo Schwarzberg
Hallo Herr Schwarzberg,

Wunderschönes Tier und schöner Schnappschuss.

Wir sehen den Schwalbenschwanz recht häufig im Bereich Salza. Auch in der Kleingartenanlage Am Schurzfell fliegt er uns des Öfteren über den Weg. Es ist immer herrlich das Tier zu beobachten.

VG
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)