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Di, 08:32 Uhr
23.07.2019
BALD IST ES SOWEIT:

Pfarrer Richard Hentrich will sich Träume erfüllen

Ende des Monats geht Pfarrer Richard Hentrich in den Ruhestand. 15 Jahre lang wirkte er als Priester der römisch-katholischen Kirche im Südharz, im Dom und anderen katholischen Gotteshäusern. Insgesamt 41 Jahre im Dienste der Kirche. Ein Rückblick...

Richard Hentrich segnete so manchen Neubau, hier im vergangenen Jahr ein neues Autohaus der Peter-Gruppe (Foto: nnz) Richard Hentrich segnete so manchen Neubau, hier im vergangenen Jahr ein neues Autohaus der Peter-Gruppe (Foto: nnz)
Nordhausen. Wir waren vier Geschwister. Zwei Mädchen und zwei Jungen. Er sei das dritte Kind gewesen, erzählt der Pfarrer im Gespräch mit der nnz. Alle seien sie Familienväter oder -mütter geworden. Nein, eine Fernbestimmung, wie er es nennt, war es nicht, die ihn bewog, Priester zu werden. Er sei als Küster tätig gewesen. Ihn habe aber vor allem motiviert, als Pfarrer zu zeigen, dass Christ sein auch in der DDR möglich war, man seinen Glauben leben sollte.

Seine erste Messe hielt Richard Hentrich am 25. Juni 1978 in der St. Antonius Kirche in Worbis. Das Gotteshaus bis auf den letzten Platz gefüllt. Aufgeregt sei er schon gewesen. Letztlich aber war er mit sich zufrieden. Heute lebe er in intensiven Kontakt mit einer großen Verwandtschaft. Persönlich könnte er sich auch ein Leben mit eigener Familie vorstellen. So habe er sich gefreut, die Kinder seiner Geschwister heranwachsen zu sehen. Der gute Kontakt zur Verwandtschaft, echte Freunde und dankbare Gemeindemitglieder hätten es ihm aber ermöglicht, nicht unter dem Verzicht auf Ehe und Familie zu leiden.

Ob es ein Abschied mit Schwermut werde? Eher eine befreiende Erfahrung, sagt er. Nach einem Schlaganfall müsse er mehr auf seine Gesundheit achten. Doch bleibe er ja als Priester der Kirche erhalten und sei weiterhin als Sportpfarrer in Thüringen tätig. Ob er im Ruhestand etwas unternehmen wolle, für das bislang keine Zeit blieb? Ja, er wolle sich einen Traum erfüllen. Der liege vor der Haustür. 15 Jahre lang habe er den Harz vor Augen gehabt, nicht aber imstande gewesen, ihn zu erkunden. Das wolle er künftig intensiv nachholen. Zudem habe er Radtouren im Blick.

Wohl jeder von uns erlebte sie, die „schwarzen“ Tage und Stunden im Leben, die sich in das Gedächtnis brennen. Auch Richard Hentrich. Den schwersten Moment in seinem Leben erlebte er, als sein Vater vor seinen Augen starb. Plötzlich und unerwartet sackte er in sich zusammen. Als 18-Jähriger habe er daneben gestanden und konnte nichts tun. Herzstillstand. Für ihn, den Sohn, ein Schock ohnegleichen. Später, als Pfarrer, sah er sich immer in der Pflicht, Menschen zu helfen, ihnen in schweren Stunden beizustehen, Trost und Hoffnung jenen zu geben, mit denen es das Schicksal nicht so gut meinte.

Pfarrer Steffen Riechelmann wird der Nachfolger. Was wird von dem Namen Richard Hentrich bleiben? Es bleibt der Name eines Pfarrers, der in seinen Predigten keine Vertröstung auf das Himmelreich versprach, der einen Kirchenbesuch nicht als Pflichtaufgabe jedes Gläubigen sah, dem zur Schau gestellte Frömmigkeit nicht seine Sache war. Nicht realitätsfremd das, was er den Menschen nahe bringen wollte. Er verband die Worte mit Gleichnissen aus der Bibel und bezog sie auf die Gegenwart.

In seiner Zeit, und auch das wird bleiben, erstrahlte der ehrwürdige Dom in neuem Glanz, konnten Kirchen und Gemeinderäume baulich in einen würdigen Zustand versetzt werden, was auch für die in Großlohra und Ellrich gilt. Richard Hentrich war ein Amtsträger, der sich für die Ökumene stark machte, der verbinden und Trennendes überwinden wollte. Ein Mann, der sich freute, wenn bei den Menschen seine Botschaft ankam. Dem hingegen unberechtigte Kritiken und Selbstherrlichkeit sehr zuwider waren.

Pfarrer Hentrich verkroch sich nicht im stillen Kirchenkämmerlein. Er sah im Zusammensein mit allen Bürgern und in der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben das Normale seines Dienstes. Das Gefragt sein für das Wohl der Menschen in Stadt und Landkreis ehrte ihn und stärkte die Bereitschaft für ein Weitermachen. Die immer schöner werdende Rolandstadt war ihm in all den Jahren stets Freude.

Er, der Mann der römisch-katholischen Kirche ist aber auch davon überzeugt, dass die Ehelosigkeit (Zölibat) der Priester in Zukunft keiner zwingenden Notwendigkeit unterliegen wird, da die Weitergabe des Lebens und die eheliche Bindung an eine Frau bestimmt als Grundrecht des Menschen auch von den Verantwortlichen in der Kirchenleitung erkannt werden wird.

Alles Gute, Pfarrer Richard Hentrich. In einem Video übermittelt er eine Botschaft.
Kurt Frank

Pfarrer Richard Hentrich
Autor: red

Kommentare

23.07.2019, 14.47 Uhr
Altstadtfan | Eine Persönlichkeit !
Ich habe 60 Jahre in der Altstadt fast am Dom gearbeitet
und viele Pfarrer kommen und gehen sehen aber Pfarrer Richard Hentrich war ein besonderer Pfarrer ,er war für Alle da. Ich wünsche Ihm bei guter Gesundheit noch viele Jahre im schönen Nordhausen .Zum Schluß noch ein Spruch : "Gott braucht ganze Menschen,
weil er selbst keine
halben Sachen macht "
Hans-Jürgen Nüßle

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